Rittergut Foldenau

Nor III-13-E5 Gut Foldenau

alt=Goldenes Schild durch einen blauen Wellenbalken schrägrechts geteilt.

Wappen
Karte des Lehens

Lage des Lehens
Lage der Baronie Schweinsfold

Lage der Baronie Schweinsfold

Status:
bespielt
Kontakt: DanSch. ab 10.2024 Kaltenklamm

Zwischen den sanften Wellen der Folde und den stillen Hügelketten des Nordens und Süden breitet sich das Rittergut Foldenau aus – ein Land, das in der Sprache der Alten „den Atem der Schafe“ trägt. Große Herden von wolligen Schafen ziehen wie weiße, träumerische Wolken über die Hänge, über staubige Wege, durch Hügellandschaft und über die nach der Ernte geöffneten Kornfelder. Die Luft riecht nach Lanolin, frischem Heu und dem würzigen Wind, der von der Folde herüberweht. Schon seit Göttergedenken stammen aus Foldenau die feinsten Wollballen der Baronie Schweinsfold, und die Kerzenmacher, Pergamenter und Rahjabeter der Nordmarken schwören auf die Waren, die hier entstehen. Fleisch und Käse, Talg und Rüben, Korn und Schafsmilch – das Land ist genügsam, aber reich an dem, was es kennt.

Drei Dörfer prägen das Gesicht des Gutes: Foldenau, der Hauptort und Fischerflecken, duckt sich mit seinen Schindeldächern direkt ans westliche Ufer der Folde, gegenüber der Junkerei Tsaweiler. Fischerboote schaukeln an den Pfählen, und der Efferdschrein – ein altes Holzgebilde, das mehr an eine an den Fluss geworfene Muschel erinnert – empfängt die Opfer der einfachen Leute. Schwaigbach liegt zu Füßen der nördlichen Hügelkette, dort, wo die Landstraße aus der Junkerei Ulmentor über die Anhöhen schwingt. Der Rondratempel, mit seinem rauchgeschwärzten Dach und den blutroten Bannern, wacht über das Dorf wie eine hochgewachsene Schildmaid. Weiter östlich, nahe dem dunkleren Saum des Waldes, liegt Grazze, das Schäferdorf. Hier entspringt der Bach Grazzen und schlängelt sich wie eine verspielte Silberlinie durch Wiesen und Höfe, bevor er im Westen der Folde zufließt. Ein Praiostempel – seit 1046 BF wieder mit Licht und Leben erfüllt – erhebt sich wie ein aufgerichteter Sonnenstrahl aus dem Dorfbild; daneben wartet ein schlichter Peraine-Schrein über Saat, Heilung und Wiedergeburt.

Der Wald im Südosten birgt Wölfe, so erzählen die Hirten bei Dämmerung: große graue Schatten, die mit den Sternen in den Augen über die Lichtungen streichen. Die Schäfer von Grazze schwören, dass manche von ihnen mehr Verstand in den Blicken tragen als jedes Tier sollte. Das Land Foldenau war schon immer still, wie ein Lamm im hohen Gras – doch wer länger bleibt, erkennt, dass sich unter dieser Stille ein Flüstern verbirgt, das älter ist als die Ritter, die darauf herrschen.

Der Hof und seine Ämter

Hofhaltung des Rittergutes Foldenau

Zusammenfassung

  • Name: Gut Foldenau
  • Lehensherr/in: Ritter Tsajan von Foldenau
  • Wappen: Auf goldenen Schild ein senkrechter blauer Wellenschnitt (Fluss)
  • Residenz: Burg Foldenwacht
  • Wichtige Familien: Haus Foldenau
  • Einwohner: 775
  • Zwerge: keine
  • Hauptort: Foldenau
  • Siedlungen:
  • Burgen und Schlösser: Burg Foldenwacht bei Foldenau
  • Untergeordnete Lehen:
  • Tempel:
    • Praiostempel in Grazze (seit 1046 BF neu besetzt; davor Jahrzehnte unbesetzt)
    • Rondratempel in Schwaigbach
    • Efferdschrein in Foldenau
    • Peraineschrein in Grazze
  • Landschaften:
  • Gewässer: Folde, Grazzen (Bach)
  • Besonderheiten: Wölfe in den Wäldern bei Grazze, große Schafszucht

Geschichte

Die Ritter von Foldenau waren seit jeher treue Vasallen des Hauses Schweinsfold: schweigsam, zuverlässig, und immer ein wenig zu eigen für die laute Welt der Barone und Edlen. Ihr Wappen – der steigende schwarze Widder auf goldenem Grund – kennt jeder, aber nicht jeder spricht offen darüber. Denn Foldenau birgt Geheimnisse wie andere Länder Vieh.

Immer wieder verschwinden die Grenzsteine zu Ulmentor, tauchen später an neuer Stelle auf oder gar verkehrt herum. Immer wieder berichtet man von seltsamen Lichtern über der Folde, oder von Gestalten, die bei Nacht unter den alten Hügeln verschwinden. Und da ist die uralte, überwucherte Ruine nahe Foldingen, ein Grenzposten aus vergessenen Tagen, dessen Steine denjenigen gleichen, die auch die Foldenwacht trägt. Man sagt, dort wandele der Geist des gefallenen Ritters Hildiger von Ruhwalde – gezogen in die Fluten von der Fee der Folde, weil er versagte, als der alte Efferdtempel in Foldenau fiel.

Doch das Geheimnis, das die Menschen von Foldenau am meisten bedrückt, ist das ihrer eigenen Herren. Einst herrschte Ritterin Etta von Foldenau, Schwertmutter der damaligen Baronin Selinde – eine Frau von Ehre. Ihr Erstgeborener verschwand spurlos, und so erhob sie ihren Adoptivsohn Rondred von Foldenau zum Erben. Ein Mann mit der Stimme eines gelehrten Dieners, aber mit einem Fluch im Blut – wölfisch, unheimlich, immer maskiert. Seine Kinder ebenfalls. Niemand wagte zu fragen – solange die Baronin ihre schützende Hand hielt.

Doch 1046 BF brach der Fluch hervor wie ein Wolfsrudel in einer Vollmondnacht. Die Familie verschwand. Und wie aus einem Märchen kehrte der verlorene Erstgeborene zurück – unerkannt, hatte er mit seiner Familie in Grazze gelebt, zwischen den Schäfern und Schafhirten.

Seitdem regiert Tsajan von Foldenau, der heimkehrte Sohn, und die Bevölkerung ist entzweit: jene, die den Frieden der neuen Zeit atmen – und jene, die den alten „Wölfen“ nachtrauern, den geheimnisvollen, unheimlichen Herren, deren schweigsame Treue so alt war wie das Land selbst.

So steht die Foldenwacht bis heute in der Strömung der Folde – ein Schiff aus Stein, ein Wächter des Schweigens, ein Ort, an dem jeder Schatten eine Geschichte erzählt und nicht jede Geschichte ganz der Wahrheit gehört.

Offizielle Quellen


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