Haus Dachsgrün
Volkes Stimme:
Wappen/-beschreibung: Auf silbernem Schild ein grüner Dachs.
Wahlspruch:
Hauptgottheit: Praios
Herkunft: Baronie Schweinsfold/ Grafschaft Gratenfels
Besonderheiten: Es heißt, Haus Dachsgrün sei wie sein Wappentier: selten, zäh und schwer zu vertreiben. Ein grüner Dachs auf silbernem Grund — ein Bild, das gleichermaßen von Erdverbundenheit wie von unbeugsamer Wildheit kündet. Und tatsächlich: Kaum ein anderes gratenfelser Rittergeschlecht hat in den letzten hundert Jahren so oft alles verloren und seine Herrschaft dennoch wiederaufgerichtet wie die Kinder Enetayas.
Ihre Wurzeln reichen tief in das Land Gratenfels, wo die alten Ahnen einst als einfache Landritter im Dienst der Grafen standen. Doch die Geschichte des Hauses nahm ihren entscheidenden Wendepunkt im Jahr 974 BF, als die gratenfelser Ritter Enetaya und Bogumil von Dachsgrün im Streit um die Junkerei Udenau ins Zentrum großer Politik gerieten.
Der alte Junker von Udenau, Baronie Schweinsfold, hatte sich mit seinem eigenen Baron überworfen; die Ordnung war zerbrochen, das Land zerrissen. Da versprach der Landgraf von Gratenfels dem Ritterpaar Dachsgrün die Junkerei — unter einer Bedingung: Sie sollten sie sich erkämpfen. Und Enetaya, die resolute, scharfblickende Ritterin, tat, was von ihr verlangt wurde. Gemeinsam mit Bogumil stellte sie Udenau unter ihre Herrschaft und begründete, stolz und kühn, das Junkerhaus Dachsgrün zu Dachshöh.
Zwischen 976 und 977 BF errichteten sie die Zwingfeste Dachshöh, ihren Stammsitz, und benannten das gesamte Lehen um. Ihr Anspruch, ihre Rechte — all diese gründen noch heute auf jenen kurzen Jahren, in denen das Haus Dachsgrün eine Macht in der Baronie Schweinsfold war. Doch der Triumph war kurz. Schon 983 BF kamen die Udenburger Ritter zurück und brachen über das Land herein. Die Feste fiel im Sturm, die Mauern wurden geschleift, und Enetaya — die erste Edle von Dachshöh — starb am Strick. Ihr Mann Bogumil folgte ihr kurz darauf ins Grab. Nur die Kinder überlebten, verschont vom Tod, aber nicht von dem Wissen, dass ihre Heimat in Flammen stand.
Der Baron von Schweinsfold löste 985 BF die alten Güter Udenau und Dachshöh auf und belehnte neue Edle. Haus Dachsgrün verlor alles — Land, Titel, Heimat. Die Jahre danach waren geprägt von Zerstreuung. Einige zogen als fahrende Ritter umher, andere suchten Schutz in den Städten, wieder andere fanden Halt im Glauben. Eine von ihnen war Praioberta von Dachsgrün, die später im Tempel von Herzogenfurt diente und das Haus tief im Praiosglauben verwurzelte. In ihrer Linie liegt der Ursprung der Strenge und des Pflichtbewusstseins, das die Familie bis heute auszeichnet.
Erst 1022 BF kehrte der Name Dachsgrün auf unerwartetem Wege in die Herrschaft zurück. Baronin Selinde, unter dem Druck alter Versprechen und Schulden, belehnte Rukus von Dachsgrün, Sohn Enetayas und ehemaliger Bannstrahler, mit den Edlengütern Dachshöh und Dachswies. Rukus war ein Mann mit Ecken und Kanten: rechtschaffen, streng, und zu Zorn ebenso fähig wie zu Gnade. Unter ihm wuchs die Zwingfeste wieder, Stein auf Stein — nicht als Ort der Pracht, sondern der Buße und der Wehrhaftigkeit. Doch Rukus starb 1040 BF ohne anerkannten Erben, und erneut schien das Geschlecht ausgelöscht. Sein Neffe, Praiolaus von Dachsgrün, diente inzwischen als Ritter und Kastellan der Feste — bis zu seinem gewaltsamen Tod im Herbst 1047 BF. Mit ihm starb die letzte Hoffnung, so dachte man.
Doch im Phex 1047 BF kam die unerwartete Wende:
Rukus’ unehelicher Sohn Aldec, geboren im Dorf Dachshöh als Sohn der Magd Mel Korber, wurde offiziell als Mitglied des Hauses anerkannt. Dass dies möglich wurde, verdankt das Geschlecht in erster Linie Praiosilvia von Dachsgrün, der heutigen Oberin des Hauses.
Geboren 1000 BF, ist Praiosilvia eine Rechtsgelehrte und seit einigen Jahren Stadtrichterin von Herzogenfurt. Ihre Klugheit und ihr unerschütterlicher Glaube an Recht und Ordnung verschafften ihr Ansehen in der gesamten Baronie. Sie ist diejenige, die das Gesetz beugte, wägend statt brechend, um den bürgerlich aufgewachsenen Aldec als rechtmäßigen Erben zu legitimieren — als neuen Träger eines alten, beinahe zerstörten Namens.
- 974 BF: Gräfliche Gratenfelser Truppen übernehmen die Macht in Udenau. Ihre Anführer sind das Ritterpaar Enetaya und Bogumil von Dachsgrün.
- 976 - 977 BF: Die Zwingfeste Dachshöh wird errichtet und 977 BF fertiggestellt.Haus Dachsgrün benennt das mächtige Lehen Udenau in Dachshöh um.
- 983 BF: Die Udenburger Ritter erobern Udenau zurück. Kurz darauf zerstören sie die Zwingfeste Dachshöh und lassen die Ritterin Enetaya hängen. Die Kinder werden verschont.
Bedeutende Ahnen:
- Enetaya und Bogumil von Dachsgrün, Ritter und erste Edle von Dachshöh, 941 BF - 983 BF/938 BF- 981 BF
- Rukus von Dachsgrün, Edler zu Dachswies und Dachshöh, Bannstrahler, 979 BF - 1040 BF.
- Praioberta von Dachsgrün, Praiosgeweihte im Tempel zu Herzogenfurt, 961 BF - 1023 BF.
- Praiolaus von Dachsgrün, Ritter & Kastellan der Zwingfeste Dachshöh, 1005 - 1047 BF
Stammsitz: ehemalig Edlengut Dachshöh
Verbreitung: Baronie Schweinsfold
Oberhaupt: Praiosilvia von Dachsgrün, *1000 BF, Stadtrichterin von Herzogenfurt
Zusammenhalt: gering
Einfluss: gering
Bedeutende Angehörige:
- Reto von Dachsgrün, *980 BF, Ritter & Rondraakoluth in Gratenfels
- Praiolore von Dachsgrün, *1010 BF, Praiosgeweihte
- Praiotina von Dachsgrün, *1012 BF, Rechtsgelehrte
- Enetaya von Dachsgrün, *1030 BF, Praiosnovizin
- Bogumil von Dachsgrün, *1035 BF
- Aldec von Dachsgrün, *1022 BF, Edle von Edlengut Dachshöh
Freunde & Verbündete:
Auftreten: Stolz und ordentlich.
Briefspiel: Betreuer: DanSch, seit 2.Nov. 2025 Waldi
Quelle(n):