Burg Dachshöh

Beschreibung

Nur eine Wegviertelstunde südlich des Dorfes Dachshöh ragt die Zwingfeste Dachshöh über die Weidelandschaft empor. Ein kantiger Bau aus blauschwarzem Bruchstein, der auf einem schmalen Felsrücken thront wie ein mahnender Fingerzeig zu Zucht und Ordnung, welcher in eine (düstere?) Vergangenheit weist. Von weitem wirkt sie wie ein dunkler Zahn im grünen Land, aus der Nähe jedoch offenbart sie die Narben vieler Generationen: gesprungene Zinnen, restaurierte Mauern, vermauerte Tore und das verblasste Relief einer Praiossonne über dem alten Portal.

Denn ehe sie Feste wurde, war sie Kapelle. Ein schlichtes, aber wehrhaftes Gotteshaus des Götterfürsten, errichtet für die gläubige Landbevölkerung der alten Junkerei Udenau, welches sich zur Erweiterung zur Feste bestens eignete. Erst das Ritterpaar Enetaya und Bogumil von Dachsgrün, das 974 BF mit gratenfelsischen Truppen die Herrschaft über die Junkerei übernahm, ließ sie 976–977 BF zu einem Wehrbau erweitern — einem bescheidenen, aber ehrgeizigen Stammsitz ihres Hauses. Doch kaum war die Feste vollendet, wurde sie schon geschliffen: 983 BF brannten die Ritter Udenaus in ihrem Grimm das junge Gemäuer nieder und hängten Enetaya an einem improvisierten Galgen vor den Mauern. Das Land vergaß diesen Tag nie.

Zwar ließ die neue Edle Baldurhelma von Immergrün die Feste ab 985 BF wieder bewohnbar machen, doch blieb sie mehr Schutzbau als Residenz: ein Ort zum Schutz vor der Witterung für Knechte, Vorräte und den harten Alltag der Nordmarken. Erst Rukus von Dachsgrün, ehemaliger Bannstrahler und Sohn der Hingerichteten, kehrte 1022 BF als Edler zurück und begann, die Burg nach den alten Plänen seiner Mutter erneut zu befestigen. Er erneuerte Wehrgänge, vertiefte die Zisterne, errichtete einen Speicher und einen quadratischen Turm — doch trotz all seines Willens - oder gerade wegen seiner eisernen Art - blieb die Feste rau, pragmatisch, ungeschönt. Ein Bollwerk der Pflicht, nicht der Pracht.

Nach Rukus’ Tod 1040 BF aber setzte erneut der Verfall ein, obschon langsam doch stetig. Weder Geld noch Aufmerksamkeit flossen in die alten Mauern, besonders nach dem Verlust der Hasenheide 1047 BF. In dieser Zeit verwaltete Praiolaus von Dachsgrün, Rukus’ Neffe und Enkel der hingerichteten Enetaya, die Feste als Kastellan. Ein stolzer, scharfer Mann, der sich unentwegt mit der amtierenden Edlen Adelgunde von Dachswies stritt. Ihre Fehden hallten über den Hof wie das Knacken alter Balken.

Dann, am 13. Ingerimm 1047 BF, wurde Praiolaus im Wald bei Herzogenfurt Opfer eines brutalen Verbrechens. Sein Leichnam kam erst Wochen später heim, getragen von schweigenden Soldaten und Wind, der durch die Bäume schluchzte. In der Zwingfeste fand er seine letzte Ruhe — und mit ihm kehrte eine unheimliche Stille in die Hallen zurück. Seither behaupten die Knechte, die Fahnen im alten Kirchenschiff bebten an windstillen Nächten wie von einer unsichtbaren Hand berührt.

Nun aber, im Jahre 1048 BF, steht ein neuer Name im Schlusstein des Porticus: Aldec von Dachsgrün, Bastardsohn des Rukus. Lange nur Aldec, Sohn der Magd Mel Korber, wurde er erst spät legitimiert und in den Stammbaum seines Vaters eingeschlossen. Er betritt die Feste mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Unsicherheit, als wisse er selbst nicht, ob die Mauern seinen Anspruch anerkennen. Vieles, was er über Pflichten und Auftreten eines Adligen gelernt hat, verdankt er der Edlen Adelgunde — seiner einstigen Herrin, seiner Lehrmeisterin und eingeschworenen Feindin ebenjenes Hauses, das er nun zu repräsentieren berufen ist. Dies dürfte mit ein Grund sein, warum der junge Mann einfacher Herkunft die Burg mehr als Bürde, denn Heimstatt erfährt.

Die Feste selbst ist ein Ort, der spürbar atmet. Ihre Vorburg besteht aus einer alten Schmiede, einem kleinen Stall, einem Geräteschuppen und einem eisenhaltigen Brunnen, dessen Wasser immer kalt bleibt. Das Haupttor quietscht im Wind, und das Wappen der Dachsgrün – ein grüner Dachs auf silbernem Grund – blättert langsam ab. Das alte Kirchenschiff, einst dem Götterfürsten geweiht, dient heute als Versammlungsraum, Vorratskammer und notfalls Schlafsaal für Reisende. Der Turm, von Krähen bevölkert, bietet einen Blick über das gesamte Edlengut bis zu den ersten Schatten des Foldenforstes. Dass der Burg eine standesgemäße Küche fehlt, wird Aldec von Dachsgrün die kommenden Götterläufe zunächst ein Dorn im Auge sein, den er zu ziehen beabsichtigt.

Zusammenfassung

  • Name: Zwingfeste Dachshöh
  • Burgherr/in: Edle Aldec von Dachsgrün
  • Einwohner:
  • Der Edle Aldec von Dachsgrün
  • 2–3 persönliche Bedienstete (Kammerfrau, Mundschenk/Verwalter, Schreiber)
  • 2–3 Stallknechte / Mägde für Tiere, Torhaus, Bote usw.
  • 2 Mägde/Knechte (Küche - bisher notdürftig mit Fleischspeisen gebraten über dem Kamin -, Reinigung)
  • 1–2 altehrwürdige Diener des Hauses Dachsgrün oder verbliebene Angehörige früherer Zeiten
  • 1–2 Handwerker „im Haus“ (ein Maurer/Baumeister, evtl. ein Schmied oder Zimmermann, aber oft nur zeitweise anwesend)
  • 1 Schreiberling aus Herzogenfurt als Leihgabe der Baronin, um Aldec auf seinen Weg zu unterstützen
  • Besatzung:
  • Hauptfrau Lucilla Isfrid von Wiesenthurm (Witwe von Rukus von Dachsgrün; ehem. Bannstrahlerin)
  • 4–7 Wachen / Armbruster / Speerträger (keine Vollzeit-Profis; teils lokale Bauernknechte, teils altgediente Männer)
  • 1 Torwächter (oft nachts allein, tagsüber von einem Knecht unterstützt)
  • Tempel/Schreine: Praios-Schrein
  • Stimmung:
  • Persönlichkeiten:
  • Besonderheiten:
  • Verwendung im Spiel:

Geschichte

  • 974 BF: Gräfliche Gratenfelser Truppen übernehmen die Macht in Udenau. Ihre Anführer sind das Ritterpaar Enetaya und Bogumil von Dachsgrün.
  • 976 - 977 BF: Die Zwingfeste Dachshöh wird errichtet und 977 BF fertiggestellt. Haus Dachsgrün benennt das mächtige Lehen Udenau in Dachshöh um.
  • 983 BF: Die Udenburger Ritter erobern Udenau zurück. Kurz darauf zerstören sie die Zwingfeste Dachshöh und lassen die Ritterin Enetaya hängen. Die Kinder werden verschont.
  • 985 BF: Baron Olk von Schweinsfold (auf Druck vom Landgrafen) löst die Ortschaft Dachshöh aus dem Gut Udenau und belehnt eine neue Adlige mit dem Gut: die Ritterin Baldurhelma von Immergrün. Diese läst die Burg Dachshöh langsam wieder bewohnbar machen.
  • 1022 BF: Baronin Selinde I. von Herzogenfurt-Schweinsfold belehnt den ehemaligen Bannstrahler Rukus von Dachsgrün, Sohn der Ritter Enetaya und Bogumil von Dachsgrün, mit den Edlengut Dachshöh. Überraschenderweise tritt die vormahligen Edlen des Gut, Hildberna von Immergrün, freiwillig aus ihren Amt zurück. Rukus beginnt die Burg nach alten Plänen weiter ausbauen.
  • 1040 BF: Burg verfällt erneut. Der Kamin der Küche verstopft, weshalb sie zu einer Rumpelkammer umfunktioniert wird.

Offizielle Quellen

Inoffizielle Quellen