Dorf Koschingen
Beschreibung
Koschingen liegt eingebettet in die geschwungenen Hügel des Hadinger Rückens, dort, wo die Wege schmal werden und die Landschaft einem Mosaik aus Terrassenfeldern, Weiden und waldigen Hangkanten gleicht. Wer aus Tsaweiler kommt, folgt zunächst einem einfachen Karrenpfad, der sich westwärts aus dem Tal hinaufwindet. Nach einer guten halben Stunde steigt der Weg dann merklich an, kriecht wie ein graues Band zwischen Gesträuch und Stein über die Hügelkante und öffnet schließlich den Blick auf das kleine Dorf, das geschützt in einer natürlichen Mulde liegt. Von dort führt der Pfad weiter nach Norden, hinüber zur Grenze des Rittergutes Hadingen.
Koschingen zählt 130 Bewohner – darunter die sechs Zwerge der Sippe Hüggelig, die seit Jahrzehnten hier ansässig sind. Die Menschen des Dorfes sind ein wettergegerbter, fleißiger Schlag, an die Mühen des Hanglebens gewöhnt. Die Felder sind schmal, oft durch Trockenmauern gestützt, und die meisten Haushalte halten Ziegen oder kleine Rinderherden, die auf den mageren Weiden gut gedeihen. Andere verdienen ihren Lebensunterhalt als Holzfäller, Korbflechter, Spinnerinnen, Zimmerleute oder Steinbrecher – Berufe, die in den Hügeln gedeihen wie nirgends sonst in der Junkerei.
Die Geschicke des Dorfes lenkt Dorfväterchen Bobox, Sohn des Babax, ein bedächtiger, aber scharfsinniger Zwerg aus der Sippe Hüggelig. Sein Wohnhügelhof liegt am höchsten Punkt des Dorfes, ein kunstvoll errichteter Rundbau aus Stein und Torf, mit tiefem Herdfeuer und schmucklosen, aber meisterlich behauenen Stützpfeilern. Von hier aus wacht Bobox über die Verwaltung, schlichtet Streitigkeiten, prüft neue Bauwerke und wacht darüber, dass Tradition wie Fortschritt im rechten Maß erhalten bleiben. Die Menschen begegnen ihm mit Respekt und stiller Dankbarkeit – selten erhebt er seine Stimme, doch wenn er spricht, folgt das Dorf seinem Urteil ohne weiteres Murren.
Der Ingerimm-Schrein Koschingens steht nahe der Mitte des Dorfes, aus grobem Fels gehauen und mit rußgeschwärzten Eisenplatten beschlagen. Hier brennt niemals kein Feuer – selbst in den tiefsten Nächten des Firun. Reisende wie Dorfbewohner bringen kleine Opfer: eine Handvoll Erz, eine Spange, einen glühenden Span. Die Zwerge wachen eifersüchtig über diesen Ort, doch die Menschen haben ihre eigenen Rituale entwickelt und kommen mit derselben Ehrfurcht zu dem Altar. Das Feuer hallt durch die Hügel, heißt es, und Ingerimm segne jene, die die Flamme ehren – ob mit Hammer oder mit Herz.
Das gesellschaftliche Zentrum Koschingens aber bleibt das „Feuerstübchen“, die Herberge des Dorfes, geführt von dem stämmigen Wirt Harox Windenhut, einem Mittvierziger mit rußigem Bart und ständig glühenden Wangen. Harox war einst Holzfäller, bis ihn eine Verletzung zum Ruhigeren zwang, und nun führt er seine Schänke mit derselben bodenständigen Kraft, mit der er früher Bäume fällte. Sein Flammkuchen ist in der ganzen Junkerei bekannt – dünn, knusprig, feurig belegt und im heißen Ofen gebacken, der von den Zwergen selbst errichtet wurde. Nach einem langen Tag in den Hügeln drängt es die Dorfbewohner in das dämmrige, warme Gasthaus; dort wird gegessen, gehandelt, gefeiert und gearbeitet, und manch nächtlicher Handel wurde hier schon in einem einzigen, verschwitzten Handschlag besiegelt.
So klein Koschingen auch sein mag, es besitzt eine stille Würde. Die Bewohner sind Menschen von den Bergen: sparsam mit Worten, großherzig in ihren Taten, hart arbeitend, doch gemeinschaftlich wie ein gutes Felsfundament. Zwischen Zwergen und Menschen besteht ein natürlich gewachsenes Vertrauen, hart wie Basalt und warm wie das Feuer des Schöpfers – und wer fremd hier eintrifft, fühlt es schnell: Koschingen ist ein Ort, an dem man bleiben könnte.
Die Schweinsfolder sagen gern mit einem Augenzwinkern:
„Das sind die Zwerge vom Koschinger Berge.“ und wer es besonders scherzhaft meint, singt: „Dass wir die Zwerge sind, das weiß ein jedes Kind…“
Die Zwerge selbst reagieren darauf je nach Laune mit einem Grummeln oder einem stolzen Schnauben – denn die Hüggeligs sind bekannt für kräftige Arme, pragmatischen Humor und einen Hang zu gutem Essen.
Zusammenfassung
- Name: Koschingen
- Lage/Baronie/Grafschaft: Junkergut Tsaweiler/ Baronie Schweinsfold/ Grafschaft Gratenfels
- Einwohnerzahl: 130 Einwohner, davon 6 Zwerge
- Dorfherr: Junker Amiel Rupoldo von Altenberg
- Bürgermeister: Dorfväterchen Bobox, Sohn des Babax, aus der Sippe Hüggelig
- Büttel:
- Gutshöfe: Wohnhügelhof der Zwergensippe Hüggelig
- Tempel: Ingerimm-Schrein
- Wichtige Gasthöfe: Herberge"Feuerstübchen" (bekannt für seinen Flammkuchen)
- Händler/Handwerker/Marktrecht:
Geschichte
Offizielle Quellen
NN 13, 11: Bräuche, Feste, Volksmund (Ortsneckereien - 1024 BF)