Edlengut Erzwacht
Gut Erzwacht
| Nor-II-03P-E1 Gut Erzwacht |
| Wappen |
| Karte des Lehens |
| Lage des Lehens |
| Edlengut in der Vogtei Brüllenbösen |
| Status: bespielt |
| Kontakt: GutErzwacht |
Edlengut in der Vogtei Brüllenbösen.
Beschreibung
Edlengut Erzwacht liegt in den Bergen und umfasst vier Erz- und eine Silberminen. Das Gut erstreckt sich bis weit in die Berge hinein. Ein Zugang ist nur in den tieferen Ebenen aus Edlengut Grafenstift (ausgebauter Karrenweg nach Xolur) oder Edlengut Ingrafall (Höhenstieg nach Xolur, mit Karren nicht befahrbar) möglich. Im tiefer gelegenen Teil noch sehr bewaldet, je höher man steigt, desto karger und felsiger ist die Landschaft. Trotz Allem sind auch hier im Sommer grüne Täler. Auf der Ebene im Hochtal thront die Burg des Lehens als Sitz des Edlen über die direkt angrenzende tiefe Drax-Klamm. Die Feste ist mit dem Dorf Xolur über einen gut ausgebauten, jedoch sehr steilen Weg verbunden. Zur Befestigung des Weguntergrundes wurde der Schotter aus dem Abraum der Minen als Deckschicht eingebaut. Oberhalb der Burg befinden sich nur noch die Minen in einem Gebrigskessel.
Herkunft des Namens - Die Mär von der Erzwacht
„Ka roboschan hortiman Angroschin!“ donnerte eine Stimme quer über den Burghof. Zwei kleine Gestalten, die eilig an der Mauer entlang zum Basalttor liefen, standen plötzlich stramm, als wären sie vom Blitz getroffen. Wini und Oda – beide nicht älter als sechs oder sieben Götterläufe – drehten sich sofort zur Quelle des Rufes um. Ihre Blicke trafen auf die stahlgrauen Augen von Xorgolosch, der auf einer steinernen Bank in der Nähe des Erzwachtfelsens saß. „Bei Angroschs Hammer! Kommt sofort her!“ Die beiden Kinder trotteten mit gesenkten Köpfen auf den Zwerg zu, unfähig, seinem durchdringenden Blick lange standzuhalten.
„Ja, eu… euer Wohlgeboren, wir… wir wünschen einen guten Morgen!“
„Setzt euch“, befahl Xorgolosch. Die Aggressivität war aus seiner Stimme verschwunden, doch der Befehl war klar. Ohne zu zögern, ließen sich Wini und Oda auf den Boden plumpsen.
„Wisst ihr, warum diese Burg und die Täler hier Erzwacht heißen?“
„Ihr meint die Geschichte von dem mürrischen Zwerg, der von einem Geist verhext wurde?“ antwortete Oda ohne Zögern. Beide Kinder schauten nun gespannt auf. Xorgolosch hob eine Augenbraue und grinste leicht, bevor er begann:
"Grimgroman, Sohn des Dabrasch, war ein Angroscho, der einst durch diese Täler streifte. Grim, wie ihn sein Zwillingsbruder nannte, lebte in einer Zeit, als die Ingrakuppen noch keinen Menschen gesehen hatten. An der Stelle, wo heute unsere Minen sind, entdeckte er eine vielversprechende Silbererzader. Er baute sich eine Hütte und begann, einen Stollen in den Berg zu treiben, um zu sehen, ob sich die Ader lohnte. Wochenlang schuftete er, aber nach nur wenigen Metern drang plötzlich ein Brodeln und Rumoren durch den Fels. Als er sich umblickte, erkannte er mit Entsetzen, dass sich der Fels unter heftigem Getöse zu einem Gesicht formte. Schemenhaft waren Augen, Mund und eine Nase zu erkennen – es war ein Dschinn des Erzes.
Der Zwerg erstarrte, als der Dschinn seinen steinernen Mund öffnete. Seine Stimme klang wie malmende Steine: ‚Was bist du? Was suchst du hier?‘
Grim, der seinen Mut zusammennahm, antwortete: ‚Ich bin einer vom Volk der Angroschim. Ich folge dem Silber in diesen Berg.‘
Der Dschinn schwieg, als müsse er über die Antwort nachdenken, dann sprach er: ‚Mein Silber gehört mir. Dieser Teil des Berges ist meine Heimstatt. Dein Weg endet hier!‘
Mit einem erneuten Grollen schälte sich der Dschinn aus dem Fels, gut drei Schritt hoch, mehr als doppelt so groß wie Grim. Feine Adern von Silber durchzogen seinen steinernen Körper. Der Zwerg wagte es nicht, sich zu bewegen.
‚Es sei dir vergeben,‘ sprach der Dschinn nach einer Weile. ‚Du darfst behalten, was du bis jetzt gefunden hast. Aber mehr bekommst du nicht.‘
Grim entschuldigte sich und zog sich zurück. Doch die Faszination, die von dem Wesen ausging – welcher Zwerg könnte einem lebenden, sprechenden Felsen widerstehen? – ließ ihn nicht los. Er kehrte immer wieder zu dem Dschinn zurück und erzählte ihm vom Leben der Angroschim unter den Bergen, von fernen Gebirgen und den wertvollsten Erzadern. Sie wurden Freunde.
In den kommenden Monden fand Grim mehrere Eisenerzadern in der Umgebung. Eines Tages, als er tief unter dem Stollen des Dschinns arbeitete, sprachen die beiden über Edelsteine. Der Dschinn kannte den Begriff nicht, erzählte aber, dass nur wenige Schritte weiter rote und blassgelbe funkelnde Steine zu finden seien. Er könne sie dem Zwerg jedoch nicht zeigen, da er den Bergarbeiter nicht durch den Fels bringen konnte.
Das weckte die Gier in Grim. Fortan trieb er einen Schacht, um den Dschinn zu umgehen und an die Edelsteine zu gelangen.
Eines Abends, als Grim zu seiner Hütte zurückkehrte und an der engsten Stelle der Klamm vorbeiging, trat ihm der Dschinn entgegen. Es war das erste Mal, dass er ihn außerhalb des Berges sah. Die Freundschaft war aus den steinernen Augen gewichen, und sie funkelten nun wie Nadeln, die den Zwerg durchbohrten.
‚Grim, deine Gier hat dich überwältigt. Ich kann dem nicht länger zusehen. Ich habe dir den ganzen Berg gelassen, doch du wolltest nur, was mir gehört. Als Warnung an alle, die dir folgen werden, werde ich ein Mahnmal errichten. Du sollst zur ewigen Wache hier an dieser Stelle werden.‘
Grim schrak zurück, doch seine Beine wurden immer schwerer. Das letzte, was er sah, bevor er vollständig erstarrte, waren die Tränen in den steinernen Augen des Dschinns. Der Zwerg versteinert und blieb als Fels an dieser Stelle zurück.
Jahre später kamen weitere Zwerge, um die Minen in diesen Tälern auszubauen, und errichteten um den Felsen die Feste. Der Wachtfelsen der Burg Erzwacht erinnert uns bis heute daran, nicht gierig mit den Schätzen des Gebirges umzugehen. Der Erzdschinn wurde nie wieder gesehen, und die Edelsteine blieben verborgen.“
Xorgolosch ließ die letzten Worte wirken. „So, Wini, gib mir jetzt den Laib Brot!“ Wini zuckte zusammen, besann sich schnell und zog mit gesenktem Blick den Laib unter seinem Hemd hervor. Der Zwerg nahm das Brot, brach es über seinem Knie und reichte einen Teil an Oda, den anderen an Wini.
„Und jetzt tollt euch. Ich kenne eure Eltern, sie sind tüchtig und ehrlich. Gier ist etwas für Drachenpack.“
Mit diesen Worten drehte sich Xorgolosch auf der Bank um und blickte zum Wachtfelsen hinauf. „Wenn doch nur jeder aus der Vergangenheit lernen würde“, murmelte er leise vor sich hin. Als er sich wieder umdrehte, waren die Geschwister bereits durch das Basalttor verschwunden.
- Xorgolosch Sohn des Fuldoram im Hof der Burg Erzwacht 1043 BF, nachdem er Wini und Oda beim Brotdiebstahl erwischte.
Die Minen
In einem Gebirgskessel oberhalb der Burg und der Drax-Klamm werden derzeit vier Minen bewirtschaftet. Die Ursprünge des Erzabbaus in diesem Gebiet ist auf die erste zwergische Besiedlung ab 3000 v. BF zurückzuführen. Die Minen wurden nach den zwergischen Stammesmüttern benannt. In drei Minen wird eisenhaltiges Erzgestein gebrochen - genannt Borgrime, Muraxa und Thorgrima. In einer vierten Mine Silber - genannt Xorda. Während bei den Erzminen die Strecken söhlig in den Berg getrieben werden konnte befinden sich die silberführenden Erzschichten in einer Tiefe von 4 Draschim (Rogolan: "Schächte", ca. 27 Schritt). Hier erfolgt der Zustieg über eine Leiter, der Transport über ein Eimerwerk.
Der Hof und seine Ämter
Zusammenfassung
- Name: Gut Erzwacht
- Lehensherr/in: Xorgolosch Sohn des Fuldoram
- Wappen: Auf Gold ein blaues Beil
- Residenz: Burg Erzwacht
- Wichtige Familien:
- Einwohner: 280
- Zwerge: 63
- Hauptort: Dorf Xolur
- Siedlungen: Dorf Erzwacht
- Burgen und Schlösser: Burg Erzwacht
- Untergeordnete Lehen: keine
- Tempel: Angroschschrein auf Burg Erzwacht
- Landschaften: Diverse Berge und Täler im Vorgebirge der Ingrakuppen
- Gewässer:
- Besonderheiten: Die einzige befestigte Straße führt zur Burg und von dort aus zu den Minen
Geschichte
- wahrscheinlich ab 3000 v. BF Beginn zwergischer Siedlung und Gründung von Xolur und der Fluchtburg Erzwacht, nach dem Tag des Zorns.
- ab 700 v. BF Beginn menschlicher Siedlung auf den Grundmauern der Zwerge in Xolur. Zwergische Minen werden wiederentdeckt.
- ab Rondra (Hitzemond) 1027 BF Wiederaufbau der Feste Erzwacht nach der Amtsübernahme von Vogt Barox Sohn des Burgamon.
- Efferd (Regenmond) 1028 BF Belehnung Xorgoloschs Sohn des Fuldoram als Edler von Erzwacht und weiterer Ausbau der Burg.
- Praios (Sommermond) 1029 BF Grubenunglück in einer Mine von Erzwacht. Daraufhin ein Goblinüberfall, der unter herben Verlusten zurückgeschlagen werden konnte.NN 24, NN 25, NN 28
- 1038 BF Ende des Ausbaus von Burg Erzwacht.
Offizielle Quellen
Nordmärker Nachrichten und Nordmärker Greifenspiegel
- NN 24 S. 15: Grubenunglück Teil 1 + S. 25: Beschreibung der Vogtei Brüllenbösen mit Geschichte zur Belehnung des Gutes Erzwacht, sowie einer Karte der Vogtei mit Xolur und Burg Erzwacht.
- NN 25 S. 16: Grubenunglück und Goblinüberfall Teil 2
- NN 28 S. 20: Xorgolosch als Begleitung von Vogt Barox zu einem Duell + S. 23 Goblinüberfall Teil 3
- NN 30 S. 21: Ingerimheiligtum entdeckt, Xorgolosch sorgt für Schutz
- GS 26 S. 22: Zwergische Stollenvermessung
- GS 26 S. 25: Felsbeben vor Andacht in Xoramswand