Dorf Schweinsfold
Beschreibung
Schweinsfold, der namensgebende Ort der ganzen Baronie und zugleich der Hauptsitz der Junkerei, liegt unscheinbar inmitten sanfter Hügel, die von langen Weiden und verstreuten Höfen durchzogen sind. Etwa hundertfünfzig Menschen leben hier, verteilt über ein Geflecht aus Schaf-, Rinder- und vor allem Schweinezucht, das der Gegend ihren unverkennbaren Geruch verleiht. Die Geschichten der Landbevölkerung rühmen Schweinsfold gern als das „Herz der Baronie“, als einen Ort von besonderer Bedeutung, ja beinahe von altem Zauber – doch wer den Karrenpfad aus Saubach herabreist oder über die südliche Strecke aus Perainefelden kommt, trifft eher auf ein staubiges, breitgezogenes Dorf, das seinen Ruhm nicht durch Schönheit, sondern durch alte Tradition und beharrliche Bodenständigkeit verdient.
Der Saubächle, der schon Saubach seinen Charakter schenkt, umfließt Schweinsfold in einer sanften Biegung, bevor er sich weiter nach Südwesten verliert. Sein Wasser wird von den Dorfbewohnern geschätzt, auch wenn er je nach Windrichtung den Geruch der Schweineställe mit sich trägt. Die meisten Häuser stehen entlang des breiten Dorfwegs, der zugleich Markt, Treffpunkt und manchmal auch Austragungsort hitziger Diskussionen ist. Eine Herberge gibt es nicht, ebenso wenig eine Taverne – allzu viel Durchreiseverkehr führt nicht hierher, und die Bevölkerung versorgt sich seit Generationen selbst. Nur beim alten Schulzen, Odumir Bachenvater, einem Mann mit buschigen Brauen, wettergegerbtem Gesicht und einer Stimme, die wie ein Eichenbrett klingt, schenkt man gelegentlich ein. In seiner Wohnstube, die sich seit drei Jahrzehnten kaum verändert hat, treffen sich an Abenden ohne Arbeit einige Bauern, um Neuigkeiten auszutauschen, Handel zu besprechen oder schlicht in Ruhe ein Krug Bier zu trinken.
Wanderer, die zum ersten Mal Schweinsfold betreten, bleiben oft vor dem einzigen „Sehenswürdigen“ stehen, das der Ort mit Stolz vorweist: eine grob behauene, aber eindrucksvolle Statue. Der steinerne Ritter hebt das Schwert über einen zuckenden Drachenleib, dessen Schuppen nur notdürftig angedeutet sind. Sie steht am Anfang des unbefestigten, steinigen Pfades, der den Hang hinauf zur Rotenwacht führt, dem Stammsitz der Familie von Schweinsfold. Der Volksmund erzählt mit glänzenden Augen, dass die Statue Junker Reo in jungen Jahren zeige, wie er den Lindwurm Chaidarion im fernen Almada erschlug. Ob dies der Wahrheit entspricht oder nur eine jener Heldengeschichten ist, die sich Bauern beim Herbstfeuer gern erzählen, weiß heute niemand mehr so genau – die einfachen Dorfbewohner aber glauben daran, und manch Kind berührt ehrfürchtig die Schwertspitze des steinernen Helden, bevor es weiterzieht.
Wahrer Ruhm im ganzen Umland kommt jedoch nicht der Statue zu, sondern der wohl bekanntesten Persönlichkeit des Dorfes: der Schweinebäuerin Yolante Ferkelin. Sie ist eine Frau von kräftigem Schlag, groß und rund wie ein Fass. Ihre Schweinezucht gilt als außergewöhnlich und wird dabei von ihrer Tochter unterstützt; sie weiß, welche Kräuter Mast und Fleisch verbessern, erkennt Krankheiten früher als manche Heilerin und ist so etwas wie ein wandelndes Gedächtnis der Dorfgemeinschaft. Bauern aus Rotingen, Saubach, Bachenfeld und selbst aus Perainefelden kommen zu ihr, wenn sie Rat brauchen – und nicht selten verlässt ein Hilfesuchender ihren Hof mit einer Empfehlung, die ihm viel Arbeit erspart.
So einfach, so unscheinbar Schweinsfold auch wirken mag: Der Ort ist das funktionierende Zentrum der Baronie, ein Ort, an dem Tradition und Arbeit Hand in Hand gehen. Alles hier riecht nach Stall, Rauch, Erde und dem Leben, das Menschen führen, die nicht von Geschichten leben, sondern von dem, was ihre Hände schaffen.
Zusammenfassung
- Name: Schweinsfold
- Lage/Baronie/Grafschaft: Junkergut Schweinsfold/ Baronie Schweinsfold/ Grafschaft Gratenfels
- Einwohnerzahl: 150
- Dorfherr: Junker Lambrinus Godemichels von Schweinsfold
- Bürgermeister: Schulze Odumir Bachenvater
- Büttel: keine
- Gutshöfe: Burg Rotenwacht; Stammsitz vom Haus Schweinsfold
- Tempel: Firun-Schrein am Waldrand
- Wichtige Gasthöfe: keine; der Dorfschulz lädt oft zum Umtrunk ein.
- Händler/Handwerker/Marktrecht: Schweinebauern
Geschichte
Offizielle Quellen
Inoffizielle Quellen
Schnitzeljagd - ING 1042 BF