Burg Argenklamm

Beschreibung

"Es gibt Orte, die leben nicht mehr, sie schweigen nur noch."
So oder so ähnlich lautete ein Satz, den ich einst las. Schon damals tat ich mich beim Lesen schwer dabei, mir vorzustellen, warum ein verlassener Ort nichts mehr mitzuteilen haben sollte – ganz davon abgesehen, dass, und da spreche ich aus Erfahrung, 'menschenverlassen' und 'dem Verfall überlassen' in keiner Weise mit 'unbelebt' gleichzusetzen ist. Denn gerade dann, wenn der Mensch weicht, kehrt die Natur mit all' ihrer Macht und Pracht zurück und fordert ein, was stets ihres war.
Aber auch darüber hinaus erzählt eine Ruine durchaus noch ihre Geschichte. Sie berichtet auch über Jahre hinweg noch von der Familie, die einst dort lebte, vom Land, das sie umgibt und von den Ereignissen, die sie einst erfuhr. So liegt auch die Ruine Argenklamm am Fuße des Stenzelkopfs, auf einem Felsvorsprung, den Wind und Wetter seit Jahrhunderten abtragen wie ein Kind, das ungeduldig an einer alten Brotrinde knabbert und erzählt flüsternd von ihrer Vergangenheit, wenn man sich Zeit für sie nimmt und ihr Gehör schenkt.
Von hier oben aus blickt man auf die Klamm, die einst namensgebend war für ein Haus, das heute anderenorts residiert – im Wehrhof Kaltenstein, wo man es trockener, bequemer und weniger zugig hat. Dieser Ausblick über das weite Land, das in seiner Wildheit nur so vor Leben strotzt, lässt einen den Gedanken an die eigene Vergänglichkeit, der einen bisweilen beim Anblick von Ruinen befällt, rasch wieder vergessen.
Doch wenn auch mir hoffentlich noch einige Dutzend Lebensjahre bleiben, ist die Burg, die hier einst stand, Satinav längst zum Opfer gefallen. Die Dächer fehlen, die Mauern hüllen sich in Moos und Schwermut, und der Wind pfeift durch Fenster, die keine mehr sind. Nur der alte Bergfried hält stand, wie ein Greis, der zu stolz ist, sich zu setzen, obwohl die Knochen ihn kaum mehr zu tragen vermögen. Er ist fragil, unbewohnbar, aber noch immer da. Als wache er noch immer über das, was heute übrig ist, als ein Denkmal, als eine Erinnerung an vergangene Zeiten.
Und doch verbirgt der Bergfried dem unwissenden Auge ein in der Tiefe unter ihm pulsierendes, hinter einem massiven Eisengitter verborgenes, Herz. Ein kleiner Schrein zu Ehren Praios', der trotz des ihn allseits umgebenden Verfalls bis heute in Ehren gehalten wird. In seinem Inneren wurde vor vielen Jahrhunderten eine Reliquie eingelassen, ein Geschenk an das Haus Argenklamm, das seine Treue zum Licht und seinen Glauben bezeugt. Hier, im Schutz der alten Mauern, finden jene, die ihn aufsuchen, Einkehr, Besinnung und nicht selten auch Trost. Dass man mich hierher vorgelassen hat, rührt und ehrt mich zutiefst, sodass ich Seiner Wohlgeboren Ulfried Tommeldan von Argenklamm mit diesen abschließenden Worten meinen zutiefst empfundenen Dank aussprechen möchte.

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Auszug aus "Naturbetrachtungen aus Schnakensee" von Rahjaehr

Zusammenfassung

  • Name: Burg Argenklamm
  • Burgherr/in: Ulfried Tommeldan von Argenklamm
  • Einwohner: keine
  • Besatzung: keine
  • Tempel/Schreine: Praios-Schrein
  • Stimmung:
  • Persönlichkeiten:
  • Besonderheiten: Ruine
  • Verwendung im Spiel:

Geschichte

Offizielle Quellen

Burg Argenklamm TB.png
Die Abendsonne fällt auf die Ruine Argenklamm, im Hintergrund die Gipfel des Kosch


Die Ruine der kleinen Felsenburg, einst der Stammsitz des Haus Argenklamm, liegt auf einem vorgelagerten Felsen am Fuße des Stenzelkopfs, einem Berg im Vorderkosch, nahe der namensgebenden Klamm.
Die Burg wurde vor knapp 100 Götterläufen aufgegeben, die Dächer sind allesamt eingestürzt und die Mauern beginnen zu verfallen. Lediglich der Bergfried ist noch ein mahnendes Zeichen ehemaliger Wehrhaftigkeit, jedoch auch unbewohnbar.
In einem Gewölbe unterhalb des Bergfrieds, den Zutritt durch dicke Eisengitter gesichert, befindet sich ein nach wie vor gepflegter Praiosschrein.

Mittlerweile ist das Haus Argenklamm im Wehrhof Kaltenstein ansässig.

"[...]
Ulfried umrundete die kleine Felskuppe, als die Bäume den Blick auf die Ruine Argenklamm freigaben. Der Pfad wandt sich gut sichtbar den kleinen Berg nach oben, auf dessen vorgelagerter Felsspitze sich halb verfallene Mauerreste abzeichneten. Seit gut einhundert Götterläufen wurde die kleine Burg nicht mehr bewohnt. Die Dächer waren allesamt eingestürzt und nur noch der ehemalige Bergfried reckte sich trotzig in die Höhe und gab einen Hinweis auf die einstige Wehrhaftigkeit des Bauwerks.
Doch Ulfried schenke diesem Anblick, der ihn sonst mit Stolz und Wehmut zugleich erfüllte, keine Beachtung. [...]
Er band Gunde an einem Pfosten fest und führte seine Schritte zu dem Gewölbe unter dem Bergfried, welches durch ein massives Eisengitter verschlossen war. Ulfried zog den Schlüssel für das Gitter aus seiner Gürteltasche und schloss auf. Der Brief des Gräflichen Rats, die Begegnung mit Irmegunde…es gab einiges, über das er in Ruhe nachdenken musste.
Er stieg die Stufen hinab und spürte bereits die Vorfreude auf die nächsten Stunden der inneren Einkehr und des Gebets. Hier unten, im Herzen des Hauses von Argenklamm, vor dem Praiosschrein, in den man vor vielen Jahrhunderten eine Reliquie einarbeitete, die seiner Familie zum Geschenk gemacht wurde und welche die Treue und die Frömmigkeit seines Hauses bezeugte, hier unten fand er Frieden und Kraft.
[...]"

aus: Aufbruch nach Neukrashof (Prolog zum Neuspielerplot 2022)

Inoffizielle Quellen