Heilsteine für Alrik
Orte: Elenvina, Großer Fluß, Calbrozim
Zeit: Anfang Praios 1048 nBF
Beteiligte SCs:
- Ugdalf von Pandlarilsforst-Hauberach
- Richild von Moorbrück
- Aidan Freiensteyn
- Radulf von Grundelsee
- Ardare von Kaldenberg
- Alrike Steineich von Moosweiler
- Alicia von Schleckenbronn
- Doratrava
- Aerin Praiolind von Auenstein
- Gala von Tannwirk
- von Schluchtingen (Händlerin)
Beteiligte NSCs:
- Lechmin Alara Greifax von Gratenfels
- Kapitän und Mannschaft eines Flußseglers
- Flußvater, Muschelfürst, Nixen & Necker, Tarewa (Schildkröte), Tochter des Stroms
- Calbrozimer Bewohner
OT-Anmerkung: Das Geschehen ist eins der Vor-Abenteuer des NKK 2026, aventurisch kurz nach dem Elenviner Turnier. - Ähnliche, kürzere Berichte gingen an Pfalzgraf von Bregelsaum (Darios Dienstherr) und Niamh von Rechklamm (Darios Schülerin), spätere an weitere Personen. - Als PDF ist der Brief hier zu lesen.
Darios Brief an einen Freund
Aves mit Dir, Erkomir!
- (Verzeih mein unharmonisches Schriftbild, aber ich schreibe fast blind. Weiteres mag mein Brief erklären!)
Gerade hatte ich meinen Bericht zu den abgründigen Umtrieben beim Elenviner Turnier abgeschickt, da wurde ich erneut auf die Eilenwid geladen, diesmal von Ihrer Allerprinzlichsten Hochgeboren Lechmin Greifax, der Tochter des von den Göttern so geprüften Landgrafen von Gratenfels. Freilich nicht alleine.
- Ich kann mir also nichts darauf einbilden. Nicht einmal als Medicus waren meine Dienste gefragt, sondern lediglich ... Nun, Du wirst es sehen.
Nach und nach versammelten sich: Exzellenz Ugdalf von Pandlarilsforst und von Hauberach, Ehrwürden (vor Boron) Richild von Moorbrück, Seine Gnaden (vor Rahja) Aidan Freiensteyn, Hochgeboren Radulf von Grundelsee, Wohlgeboren Ardare von Kaldenberg, Wohlgeboren Alrike Steineich von Moosweiler, die Gelehrte Dame Alicia von Schleckenbronn
- (Gelehrte Junge Dame, müßte ich eigentlich sagen, aber sehr fähig! Und ehrgeizig),
Maestra Doratrava,
- (Wo bleiben meine Manieren?! – Doch, diese Reihenfolge erlaube ich mir, denn die Maestra steht in meiner Sicht auf einer Stufe mit Laienpredigern und hochgeachteten Künstlern, sie sollte es zumindest.)
die Junge Dame Aerin von Auenstein, die Junge Dame Gala von Tannwirk und eine Händlerin aus dem Hause von Schluchtingen.
Ihre Allerpr. Hochgeb. tractierte uns, wie es sich geziemt, ein Herold kündigte sie an.
- (Was heißt: wir wurden bewirtet, mußten aber eine Weile auf sie warten, und es war eine prinzipiell recht formale Angelegenheit.)
Zu unserer Verwunderung erschien sie in Begleitung einer alten Magierin, welche uns als Domaris von A’Tall2) vorgestellt wurde.
- Die echte?! Nun, Erkomir, es kann durchaus sein ... Was macht sie in "Diensten" dieser jungen und ämterlosen Greifax-Tochter?! Was für Ziele verfolgt sie? Erweiterung magischer Kenntnisse? Vergnügen? Oder gehen ihr bloß die Heller und Taler aus?
Während I. A. H. eine Art Unterhaltung versuchte, nervös dem Wein zusprach und nach viel zu großen Pausen und viel zu unbedeutendem Geplauder endlich etwas unkonzentriert auf den Zweck der Versammlung kam, hielt sich die Koschwachter Maga im Hintergrund und taxierte uns. – I. A. H. setzte die Kenntnis des jüngsten Schreibens ihres Vaters voraus und nannte als Grund speziell unserer Einladung, wir seien ihr „aufgefallen“.
- Oder empfohlen worden. Aus welchen Kreisen die Maestra, S. Exz. oder auch ich, kann man sich nach meinem vorangegangenen Bericht3) denken. Bei manchen anderen frage ich mich bis heute, was sie in dieser Runde zu suchen hatten.
Es dauerte eine Weile, bis wir aus den – wohl aus Aufregung etwas ungeordneten – Äußerungen I. A. H. und ihren sowie A'Talls Antworten auf unsere Fragen deduziert, extrahiert und kombiniert hatten, worum es ging. Letzten Endes natürlich erneut um die Heilung Seiner Hochwohlgeboren Alrik Greifax, nun zu unternehmen durch die Alte Maga, welche solches schon einmal vollbracht habe, es gebe also Hoffnung etc. pp. Allein, es fehlten noch einige Komponenten.
- (Ich höre ganz genau, Erkomir, lieber Freund, in welchem Tonfall Du hier ein „Wer hätte es gedacht“ einwirfst!)
Zwei Edelsteine in diesem Fall. Der eine ein Stein für geistige Klarheit, inneren Frieden und Seelenruhe, der andere einer für Erinnerung und Seelenkraft. Dabei schienen Art, Form und Größe keine Rolle zu spielen, sondern nur ihre – nicht weiter definierte, aber besonders Zwergen erspür- und erkennbare – innewohnende Kraft.
Nun hatte die alte Koschwachter Maga einst einen Verwandten Graf Ghambirs vom Isenhag – Angrosch schütze seine Seele! – vor einem schlimmen Schicksal bewahrt, wofür er und seine Nachkommen ihr einen Gefallen schuldeten.
- Sie sprach tatsächlich von einem "Vorfahren" des Grafen! Ist sie wirklich so alt, oder untermauert sie mit derlei Aussagen ihren eigenen Mythos?
Als diesen Gefallen wolle sie nun die zwei Steine aus dem gräflich-isenhager Schatz einfordern. Unterpfand dieses Versprechens war ein Kästchen oder vielmehr dessen Inhalt, ein Familienerbstück, das der Isenhager Grafenfamilie unermeßlich viel bedeute, weshalb sie es uns überantwortete, um dafür die Desiderate gewissermaßen einzuhandeln. Als wir, was uns erlaubt wurde, das Kästchen öffneten, lag dort – ein Zahn.
- Ein zwergischer Zahn, der Größe nach zu urteilen.
Ein Zahn?! – Nicht irgendein Zahn selbstverständlich, sondern einer aus Korund, robust genug, um einem Zwergen zum Beißen zu dienen, zugleich aber den Angroschim auch als ein Stein der Wahrheit und des Eides geltend, mithin in diesem Zusammenhange einem Siegel unter einem Vertrage gleich.
- Dies alles aus den Worten I. A. H. und der Zwergengenerationen überlebt habenden Maga zu extrahieren, kostete uns sicherlich mehr Mühe, als dem Ghambir-Ahnen sein Zahnsubstitut zu entreißen, ganz gleich, ob er dieses selber zuwege gebracht oder Magistra A'Tall etwas nachgeholfen hatte!
Unsere Aufgabe sollte nun sein, das Kästchen nach Calbrozim, dem Sitz der Isenhager Grafen, zu bringen und die Gegengabe einzufordern.
Nach einer Gegengabe für unsere Mission fragte, sehr unverblümt, auch die Schluchtingerin. Über die Art von "Belohnungen" und "Gewinnen" und wie man sie erzielt, muß sie wohl noch einiges lernen. Offen bleibt die Fage, womit sie sich ursprünglich für diese Einladung qualifiziert hatte.
Noch erstaunlicher fand ich die Größe unserer Gruppe, angesichts einer Aufgabe, für die allenfalls ein Drittel angemessen gewesen wäre. – Es hätte übel gegen uns "Erwählte" gesprochen, wäre nur mir diese Inkongruenz aufgefallen! Mehr als vage Befürchtungen, die Zwerge könnten der Herausgabe der Steine "großen Widerstand" entgegensetzen, bekamen wir allerdings weder aus I. A. H. noch aus der Hochaltehrwürdig Gelehrten Maga heraus.
- An dieser Stelle möchte ich Deinen Befürchtungen zum kommenden Weltenlauf widersprechen, Erkomir, lieber Freund: Noch ist alles ganz beim vertrauten Alten! – Man fährt Katapulte auf, um gegen vorgebliche Sperlinge vorzugehen, und wundert sich, wenn die Leute statt ihrer sofort Drachen befürchten. Man läßt sich aber auch keineswegs über Größe, Zahl und Natur der befürchteten Monstren & Gefahren aus. Was mich wiederum an jene interessante Diskussion erinnert, welche wir einst im 'bimolaren' Magiermogulat führten: Was derlei Auftraggeber wahrhaftig bezwecken und in wessen Diensten sie – womöglich unbewußt – tatsächlich stehen! Einen Erfolg der jeweiligen Mission können sie jedenfalls nicht wirklich wünschen, oder?
Danach ging das Treffen recht rasch zu Ende.
- Für die lange Plänkelei verabschiedeten sich I. A. H. und Alt-Magierin recht abrupt, und damit endete auch die Gastlichkeit der Eilenwîd, jedenfalls in den Greifax'schen Räumlichkeiten. Diener begannen Gläser und Karaffen abzuräumen, und ich fühlte mich an vergangene Zeiten erinnert, als manche Disputation in der Taverne damit endete, daß um uns herum schon Stühle auf die Tische gestellt und noch halbvolle Becher entzogen wurden.
Auch von den Mitstreitern hielt es niemand für geraten, sich womöglich noch anderswo zu besprechen.
- Außer Maestra Doratrava, die zu meiner Freude noch einen Wein mit mir trinken ging. Ich sagte ihr, was ich über Domaris von A’Tall wußte oder zumindest gehört hatte. – Ich mußte mich leider recht früh verabschieden, um Niamh noch aufzusuchen3b) und ihr wegen der Fahrt nach Calbrozim bescheid zu sagen. Sie kümmert sich derzeit um ihre Verwandten, die befreite Familie Liudger v. Rechklamms. Ich fand es passend, daß sie dies auch noch eine Weile tun und mir dann später nach Orgils Heim folgen sollte.
Was mir erst seltsam vorkam, daß nämlich niemand eine weitere Besprechung für angeraten hielt, erwies sich als Glück! Denn als ich dadurch recht früh in mein Logis zurückkehrte, empfing mich dort – Circe!4)
- Meine Überraschung wie meine Freude kannst Du Dir denken! Fast im selben Moment Sorge, was sie nach Elenvina geführt habe. – Nun, weniger „geführt“ als „geschickt“, nämlich unser Dienstherr, der angesichts der landgräflichen „Festeinladung“ wissen wollte, was, bei allen Göttern, da los sei?! Natürlich suchten wir keine Taverne auf, sondern ließen uns Wein und einen späten Imbiß aufs Zimmer bringen, so daß unsere Besprechung (bei welcher der Wein das Rahjagefälligste war) nicht durch müde Wirte oder neugierige Lauscher gestört werden konnte. Am Ende beschloß Circe, sich dieser sonderbaren Mission anzuschließen.
Flußfahrt mit Havarie
Am andern Morgen fanden wir im Hafen erwartungsgemäß das Schiff, das uns nach Calbrozim bringen sollte. Etwas weniger erwartungsgemäß war es ein recht kleiner Flußsegler, mit womöglich etwas mehr Mannschaft
- (sic, keine gemischte Besatzung)
als meines Wissens nach üblich und diese in – hoffentlich! – sehr unüblichem Zustand der Ange- bis Vollbetrunkenheit. Angeblich hatten die Schiffsleute am Abend vorher einen Tsatag oder dergleichen gefeiert, aber ihr Zustand besserte sich mit fortschreitender Zeit keineswegs, sondern wurde eher schlimmer.
- Leider nichts, was Rahja irgendwie gefallen hätte. Einfach nur zwischen „angetrunken, aber noch funktionierend“ und, wie Du einen solchen Zustand einmal nanntest, „hackedicht“.
- Ansonsten: Mehr-Hängematten-Kojen, zu essen nur knapp über Bohnentopf-in-Holznapf, „Exzellenz“ genauso wie „die Gauklerin“. (Weitere Gedanken dazu einmal später.)
Der Kapitän schritt nicht ein, sondern machte sich rar, und Kurs hielt das Schiff wohl auch mehr, weil es den Weg gewohnt war, nicht, weil es gesteuert wurde. Von uns Ausgesandten war niemand kundig genug, um einzugreifen, wir mußten geschehen lassen, was geschah. In Sichtweite Calbrozims bekam das Schiff Schlagseite, dann (sic!) fuhr es auf einen Felsen auf. – Natürlich ging das alles nicht mit rechten Dingen zu! Was aber genau da vor sich ging und warum, werden wir wohl niemals herausfinden4b).
Der Stoß fegte einen Großteil unserer Gruppe über Bord und wohl die gesamte Mannschaft. Es mag auch sein, daß einige von Letzterer lieber von selber ins Wasser sprangen als womöglich vom Schiff in die Tiefe gerissen zu werden. – Exzellenz Pandlarilsforst, Hochgeb. Grundelsee, Circe und ich hielten uns noch eine Weile, bis auch uns zerbrechende Takelage und berstende Planken in die Fluten fegten.
- Ich glaube, Circe versuchte noch einen Zauber, wurde aber von irgendeinem Balken getroffen! Ich versuchte sie zu halten, damit wir uns irgendwo ans Ufer schwemmen lassen konnten, aber Strömung und Strudel rissen uns unter Wasser und voneinander fort ...
- Es gibt Todesarten, denen man nachsagt, gnädig zu sein. Ertrinken gehört definitiv nicht dazu. Man verliert jegliche Selbstbeherrschung und auch jede Orientierung, schnappt panisch nach Luft, atmet Wasser, das in der Lunge brennt wie Feuer ... bis endlich die Bewußtlosigkeit eintritt. Schon der Sturz ins kalte Wasser löst Panik, Desorientierung, Nach-Luft-Schnappen aus, selbst dünne Kleidung zieht einen, vollgesogen, nach unten, behindert jede Bewegung ... Ein ander Mal mehr davon. (Ich weiß, Du wirst fragen.) – Das sinnvolle Denken schwindet lange vor dem bloßen animalischen Bewußtsein oder Da-Sein, das nur noch um Luft kämpft, um Leben. Wann und wie genau dieses schließlich schwindet, kann ich Dir daher nicht sagen. Nur, daß der Kampf scheinbar ewig zu dauern scheint und eine einzige Qual ist, bis auch das letzte Empfinden aufgibt.
- Ich meine, noch Schemen gesehen zu haben, die nach mir griffen, mich aber nicht aus dem Wasser zogen, sondern nur noch tiefer in den Fluß hinein. Das mögen Phantasmen des hinscheidenden Geistes gewesen sein, das weitere Geschehen spricht allerdings dafür, daß es letzte Realitäten waren, die ich da wahrnahm.
Rettung?
Ich erwachte vom Empfinden von Licht und Tönen. Dann Berührungen, leicht, kalt.
- Blaues Licht. – Gesang, der mir vertraut erschien, obwohl völlig fremd. – Ein Gefühl, dies alles schon einmal
erlebtempfunden zu haben. (Ich weiß nicht, ob „erlebt“ hier das richtige Wort wäre!) – Berührungen auf meinen Wangen, auf meinen Lippen – Küsse, die ich, noch ganz ohne klare Gedanken, erwiderte. – Endlich setzte auch mein Sehen wieder ein, und ich sah: fischschwänzige Nixen! Mit wallendem Algenhaar, sich biegenden, wasserzarten Leibern ... Sie sind wunderschön! Ein trauriges Lächeln, ein weiterer Kuß. Gedanken an Circe ... – Die ich auf einmal hörte, wie sie meinen Namen rief! Ich antwortete ihr, etwas mühsam, denn ich sprach unter Wasser, freilich ohne Atemnot, denn das Wasser war mir wie Luft. – Schwimmend-laufend gelangten wir zueinander und lagen uns in den Armen. Dann erst sahen wir uns nach den anderen um.
Nixen! Flußvolk! Die uns, wie Circe analysierte, auf magische Weise Wasser atmen ließen, und zwar ohne erkennbares Zeitlimit, was Circe auch uns übrigen mitteilte.
- Es war eine Variante des bekannteren Zaubers dieser Art, nicht-elfisch und weitaus stabiler als dieser. – Weiteres soll sie Dir aber selber erklären.
Wir befanden uns in einer Art riesiger Kaverne, der Boden mit feinem Muschelsand bedeckt, auf dem Gwen Petryle verstreut lagen, die uns Licht spendeten.
- „Ist das Flußvaters Reich?“, fragte ich Circe, die ja schon einmal dort gewesen ist. – „Weiß nicht“, war ihre Antwort, „letztes Mal war es anders.“ – Offenbar hat auch Flußvaters Reich seine Regionen und Landschaften. Oder gleicht, unermeßlich vergrößert, der Eilenwîd, die einen Besucher mit so vielen Korridoren und Gängen, Räumen und Gemächern überrascht, wo man allenfalls noch eine Kammer vermutet. Beeindruckend!
Wir, das waren Exz. Pandlarilsforst, S. Gn. Freiensteyn, die Gel. Dame Schleckenbronn, die J. Dame Auenstein, Circe4) und ich. Andere unserer Gruppe oder Matrosen entdeckten wir nicht mehr.
Die Nixen waren mittlerweile davongeschwommen. Da sich kein anderer Weg anbot, folgten wir ihnen, in dunklere Bereiche. Mit magischem Licht erhellten uns die Magierinnen den Weg.
- Die Stabfackel hätte wohl nicht gebrannt, aber der Flim-Flam funktionierte. Allerdings mit etwas geringerer Reichweite als über Wasser, was vermutlich eher den stofflichen Unterschieden zwischen Wasser und Luft geschuldet ist, als einer Dämpfung der astralen Wirkung.
- Mir viel bedeutender war, daß ich dort unten in jeder Entfernung problemlos sehen konnte! (Im Moment bedaure ich, nicht wieder zurückkehren und dort meinen Bericht schreiben zu können!)
Die Kaverne der Amphoren
Wir erreichten eine gewaltige, nun wieder hell erleuchtete Kaverne. In Nischen und Buchten, auf Vor-sprüngen und Erhebungen, am Boden und bis weit die Wände herauf standen dort Urnen oder eher: Amphoren. Größere, kleinere, bauchigere und schlankere, manche einfach und derb, andere kunstvoll gearbeitet und verziert. Noch erstaunlicher war, daß etliche zu leuchten schienen, andere aber dunkel waren, wieder andere nur einen kleinen Funken Licht zeigten.
Ein Muster in ihrer Anordnung war nicht zu erkennen, bei näherem Hinsehen aber kurze Inschriften. Auch diese so unterschiedlich, daß wir bei manchen nur erraten konnte, daß es Schriftzeichen sein mochten, andere trugen die uns bekannten Kusliker Zeichen, andere Zwergenrunen, und so weiter.
Das meiste – vielleicht alle – schienen lediglich Initiale zu sein. Bei weiterem Staunen und Schauen fiel uns allerdings auf, daß alle dunklen Gefäße geöffnet oder zerstört waren, alle leuchtenden aber verschlossen und intakt.
Es war die Junge Dame von Auenstein, die ihrer Wißbegier nachgab und eine ihr nächststehende Amphore berührte – ihr erstaunter und verwirrter Ausdruck ließ mich fragen, dann selber eine Amphore berühren: Bilder, Visionen durchzogen meine Gedanken oder, um es korrekter zu formulieren: offenbar Erinnerungen! – Ein Seelenlager also? Ein Erinnerungsarchiv? – Wir fanden keine Antwort und gingen weiter.
Memento mori
Die nächste Höhle war kleiner und rund. In ihrer Mitte ein runder Steintisch, darauf sechs Amphoren, die neu wirkten und leuchteten. Eine mit südländisch anmutenden Ornamenten in stilisierten Rosenmustern zog meinen Blick an – die Initialen darauf: D.-E. T.-K.5)! Eine cyclopäisch verzierte: C. t. G.! – Es waren „unsere“ Amphoren und enthielten auch unsere Erinnerungen! – Und bereits unsere Seelen?
- Irgendwann einmal wird es mir ein Vergnügen sein, das mit Dir zu diskutieren, : Wie es ist, wenn die Seele den Körper verläßt, ob man dann dennoch weiterhin denken und sich bewegen kann, ob Erinnerungen Teil der Seele sind oder diese gar ausmachen ...
: Da unten im Wasserreich dachte ich noch nicht so weit. Ich erschrak – und wachte dann darüber, daß niemand außer Circe oder mir meine Amphore berührte! Die Junge Dame v. Schleckenbronn hatte nämlich bereits ihrer Neugier nachgegeben, Exz. Pandlarilsforsts Amphore berührt und somit Einblick in seine Erinnerungen erhalten! Was sie sah oder empfand, konnte ich ihrem Ausdruck nur schwer entnehmen. Verwunderung? Erschrecken? S. Exz. dürfte in seinem Leben genug erfahren haben, um beides zu rechtfertigen!
Antworten fanden wir jedoch auch in diesem Raum nicht und verließen ihn.
Vor dem Wächter der Seelen
Wieder kamen wir in eine riesige Halle, mit einem gewaltigen Tor, verziert mit Ornamenten aus Muscheln und Perlmutt. Uralte Reliefs zeigten den Fluß, Schiffe, dazwischen Ertrinkende, Flußvolk ... Über all dem ein Ehrfurcht gebietender Mann mit wallendem Bart: der Flußvater!
- Circe, die ihn ja schon einmal gesehen hat, erkannte ihn in diesem Bild!
Kurz öffnete sich das gewaltige Tor. Hindurch kam, langsam, majestätisch, ein felsgroßer Fisch, ein riesiger Flußbarsch, flankiert von zwei übermenschengroßen Flußhummern als Garde.
„Neue Seelen“, sagte der Barsch, nachdem er uns lange beobachtet hatte. Nach seinem Namen gefragt, blubberte er etwas, das kein Mensch je in Schrift festhalten oder gar aussprechen könnte.
Überlieferungen kennen ja die "Tierkönige", und während meiner Beschäftigung mit nordmärkischen Mären und Legenden war ich auch auf die Sage vom Wappenfisch der Nordmarken gestoßen, dem Großen Flußbarsch oder „Barschbaron“, „Wächter der Seelen“. – Nun standen wir der Realität hinter diesen Erzählungen gegenüber!
„Ungewöhnlich“, sagte er weiter, die „Seelenkammer“ könne normalerweise nicht verlassen werden,
und die Amphoren warteten auf unsere Seelen – wir seien ertrunken! Wirklich und wahrhaftig!
Die Nixen, erwiderte er auf einen Einwurf Circes, hätten uns nicht „gerettet“, sondern nur hergebracht. Freilich passiere das manchmal, daß Seelen sich ans Leben klammerten, noch nicht bereit seien für den Tod, sei es aus Hoffnung, sei es, weil sie noch eine Pflicht zu erfüllen, eine Schuld einzulösen hätten.
- Etwas ähnliches hast Du uns ja oft genug erklärt, Erkomir. Wir waren also offenbar Geister, die sich aber auch von ihrem Körper noch nicht trennen wollten! Eine gewisse Art Untote ...
- „Und wie geht es nun weiter?", fragte Pandlarilsforst unnachahmlich gelassen.
Der Barschbaron machte kaum Hehl aus seiner eigenen Ratlosigkeit. Doch, er werde urteilen, was mit uns geschehe, nur noch nicht gleich. „Das Reich des Flußvaters erinnert, vergißt, prüft, träumt“, sagte er. „Folgt der Erinnerung des Stroms. Findet, was verloren wurde, versteht, was bewahrt werden muß. Dann kehrt zurück.“ Dann werde er wissen, ob wir bleiben oder gehen sollten.
Queste mit Begleitung
Erneut öffnete sich das gewaltige Tor und ließ nun diesmal uns hindurch. – Und ein weiteres großes Wesen, kleiner als der Barsch, aber immer noch größer als jeder von uns. Die Hummer versuchten ihm den Durchgang zu verwehren, aber es drängte sich durchs Tor, bevor es sich schloß, und kam zu uns: eine Schildkröte! Groß wie ein Pony!
- Du hast uns vor längerem von der Schildkröte Revama berichtet, damals im Archipel – war das hier deren kleinere Schwester? Womöglich schließe ich mich bald den „Schildkrötenkundlern“ an!
"Da seid ihr ja", begrüßte sie uns. Sie sei Tarewa, geschickt von jemandem aus dem Gefolge des Flußvaters, um uns zu begleiten. Genauer wurde sie nicht. Und „Begleitung“ trifft es, vielleicht auch Beobachterin, keinesfalls aber Führerin, denn sie schwamm meistens gemächlich hinter uns her.6)
Was uns eher führte oder vielmehr in eine bestimmte Richtung drückte, war eine leichte Strömung.
Da uns eine Richtung so recht wie die andere und Tarewa keine Hilfe war, nahmen wir diese als Wegweiser, hinein in einen dunklen Gang.
Pfand eines alten Bundes
In einer Seitenhöhle fiel uns etwas Metallenes auf, das aus dem Boden ragte. Sand mehr wegwirbelnd als
-schaufelnd, legten wir eine große bronzene Glocke frei, mit Runen in Angram, der alten Schrift und Sprache der Angroschim. Weiter ging aber niemandes Kenntnis in unserer Gruppe, und Tarewa raunte nur: „Abgelegt und vergessen ...“ Ohne Circe und ihren "Xenographus" hätten wir wohl nie erfahren, was die Runen sagten: „Stein steht – Wasser fließt – Freundschaft bleibt“. – Immerhin sagte uns Tarewa nun, daß es einstmals einen Freundschaftsbund zwischen dem Flußvater und den Zwergen gegeben habe, vor langer und auch lange vor ihrer eigenen Zeit.
- Leider war die Glocke viel zu groß, um sie mitzunehmen; das wäre ein Mitbringsel für den Großen Barsch oder womöglich die Isenhager Zwerge gewesen!
Das Amphorenrätsel
Als nächstes erreichten wir eine Grotte ähnlich der allerersten. Auch hier eine Unzahl Amphoren, jedoch etwas kleiner und alle offen. Erinnerungsfetzen strömten auf uns ein, schon, als wir noch gar keine berührt hatten. In der Mitte aber stand auf einer Art Ständer eine große, prächtig mit Perlmutt verzierte Amphore. Ihre Inschrift war kein Name, sondern: „Was vergessen wird, stirbt ein zweites Mal.“ Um sie herum vier Mulden im Fels, in deren jede eine der kleineren Amphoren gepaßt hätte. – Am Ende war es die Gelehrte Dame von Schleckenbronn, die auf die richtige Lösung kam, nämlich aus Erinnerungen vierer kleiner Amphoren eine ganze Lebensgeschichte zusammenzufinden, vom Kind bis zum Tod im Großen Fluß.
Das Leben eines Fischers.
- So viele Fragen! Warum das Leben dieses einen Fischers? Sein Name, sein Wesen, seine Familie, sein ganzes restliches Leben zwischen diesen einzelnen Erinnerungsteilen werden auf ewig in Zeit und Fluß davongeschwemmt sein. Was wir retteten, war nur ein wenig aus Kindheit und Jugend, sein erster Fang und sein letzter, ein riesiger Fisch, der ihn unter Wasser zog. – Vielleicht deshalb? Weil er einen Enkel des Großen Barsches ins Netz bekommen hatte? Warum war es eine so prächtige Inschriftenamphore, die seine Erinnerung anmahnte, keine schlichtere, mit einfachen Muscheln besetzt? Überhaupt: wer schuf all diese Erinnerungsgefäße? Warum gab es hier kleinere? Mühsam wieder eingesammelte Erinnerungen, wenn Seelenurnen zerbrachen? Und was ist mit all denen, die niemand mehr zusammensetzt? Ist das dann erst der wahre Tod, wenn keine Erinnerung mehr übrig ist? Sind Denkmale, ja sogar Grabinschriften, womöglich Boronfrevel? Mehr noch all diese Amphoren, die die Erinnerungen Ertrunkener hier unten im Fluß festhalten? Oder läßt Boron Efferd und den Flußvater gewähren, da sie die Erinnerungen – Seelen? – ja zu schützen versuchen?
- So viele Tote, Vergessene ... „Wir gehen ständig über Gräber“, hast Du einmal gesagt, „wir wissen es nur nicht.“
Opfer und Gewinn
Nun ging es weiter. Wieder eine Halle, kleiner, in deren Mitte ein Strudel, der alles, was in ihn geriet, in unbekannte Abgründe zog. Vor dem Strudel schwebte im Wasser eine Balkenwaage, dem Ansehen nach aus Muschelkalk. Auf der einen Waagschale: „Was du gewinnen willst“, die andere: „Was du bereit bist zu verlieren“. Dazwischen: „Kein Strom empfängt, ohne zu nehmen. Kein Leben kehrt zurück ohne Verlust.“ Und kein Weg am Strudel vorbei oder gar über ihn hinüber ohne ein Opfer. Viel hatten wir ja nicht bei uns, gerade, was wir bei der Havarie am Leib getragen hatten.
Während wir anderen noch grübelten, nestelte Exz. Pandlarilsforst seinen Greifensternorden vom Rock und legte ihn in die Opferschale. „Was willst du gewinnen?“, fragte eine Stimme oder vielmehr ein Gedanke in unseren Köpfen. „Voranschreiten in Erinnerungen“, wünschte sich S. Exz. – und konnte den Strudel ohne Harm passieren! War es Tarewa, die uns nun doch einen Hinweis gab, oder jene Gedankenstimme? Jedenfalls schien es, als müsse man seinen Wunsch nicht laut aussprechen, ja, als brauche es nicht einmal etwas Materielles zu sein, was man hergab.
- Da geriet ich erst richtig ins Grübeln! An Habe hätte ich Kleidungsstücke, meinen Dolch, einige medizinische Kleinigkeiten aus der Gürteltasche geben können. (Den Degen hatte der Große Fluß schon bekommen.) Aber was an „Sein“? Meine Erinnerungen, auch die entsetzlichsten, sind so mit mir verwoben, daß ich mir ebensogut eine Hand oder einen Fuß hätte abschneiden können, wenn ich sie hergegeben hätte. Rahjas Gabe? Das verwarf ich sofort. (Und auch wenn Du mir das nicht glauben wirst: nur zu einem kleinen Teil aus Eitelkeit!) Und dann: was wünschen? – Meine Gedanken dazu ein ander Mal. Das alles zu schreiben, würde mir derzeit zu anstrengend werden.
- Am Ende gab ich meine Brille hin. Sinnvollerweise hätte ich mir besseres Augenlicht wünschen sollen! Aber erstens wäre das Augenglas dann kein echtes Opfer gewesen (und ich bin sicher, der Strudel hätte das gefühlt!), zweitens fiel mir das einfach nicht ein. Gewünscht habe ich mir „Mehrung harmonischer Schönheit“, ohne selber so richtig zu wissen, wo, wann, auf welche Weise. Am liebsten natürlich „in der Welt“, aber dafür hätte ich sicher mehr als nur meine Brille hergeben müssen. (Oder ist das zu phexisch gedacht?!)
- Am wenigsten „harmonische Schönheit“ an mir selbst. Dem Segen Rahjas ist nichts hinzuzufügen, wie immer sie ihn an mir gestalten mag! Nun, ich werde es sehen, wie (und ob) die Götter oder wer auch immer meinen Wunsch erfüllen.
- S. Gn. Freiensteyn gab einen Fingerring her, Ritterin Auenstein ein Armband, für was jeweils, weiß ich nicht, noch weniger erkannte ich bei Maga Schleckenbronn, was sie gab oder wünschte. Circe dagegen gab ... ihren Stab! Bis jetzt habe ich Scheu davor, sie zu fragen6b), was sie sich – im Stillen – dafür wünschte. Warum, weiß ich nicht.
- Jedenfalls weißt Du nun, warum ich so entsetzlich daherkrakele. Entweder schreibe ich blind (und stehe immer wieder auf, um das Geschrieben anzusehen), oder ich versuche die Feder am lang ausgestreckten Arm zu führen7).
Lebensströme
Jedenfalls ging es nun weiter, bis wir erneut an einen Strudel kamen, diesmal einen, der nach oben führte.
Gut erkennbar, wie wenn Du Salzwasser mit süßem mischst, gingen von diesem Strudel vier Ströme aus und verschwanden in der Dunkelheit der Halle. Über dem Anfang eines jeden Stroms schwebte ein großer tropfenförmiger Kristall, und jeder Kristall gab einem, schaute man hinein, ein Gefühl, was man war oder sein konnte: der eine bot Ruhe, der andere Ruhm, der dritte ein Ungeschehenmachen, der vierte recht profan das Gelingen unserer Mission.
- Dir will ich es etwas verdeutlichen: Der erste Kristall gab die Vision von friedlichem, gefahrlosem Alter. „Du hast genug gelitten, bleib!“, schien er zu sagen. – Der zweite versprach Sieg, Einfluß, Ruhm. „Die Welt wird deinen Namen kennen!“ – Der dritte sprach: „Du kannst es richten, du kannst es ungeschehen machen!“ Sei es eine Niederlage, sei es eine falsche Entscheidung, eine bereute Tat oder was immer. – Der vierte: Verbündete, Splitter, die sich zusammenfügen ... Ja! Dann aber die Enttäuschung: das alles bloß auf den Greifax und seinen Zustand gemünzt. (Sicher, S. Hwgeb. ist Gesundung zu wünschen, und mehr und mehr denke ich, daß da weit mehr hineinspielt oder auf dem Spiel steht, als „nur“ S. Hwgeb. Geistesgesundheit, dennoch ...)
- Ich gestehe, daß Strom 1 und Strom 3 mich ungeheuer anzogen. Dann bedachte ich näher: Nr. 1 bedeutete sehr wahrscheinlich den Tod. Und zu diesem bin ich doch noch nicht bereit. Bei Strom 3 hätte ich kaum gewußt, was ich alles hätte ungeschehen machen wollen! Und was wären jeweils die Folgen gewesen? Upaia-Em und unsere Tochter am Leben? Aber wie? Versklavt? Oder immer in Angst, immer auf der Flucht vor Sklavenjägern oder vor den Gefahren des Dschungels? Die Geschehen in Oron? In neuerer Zeit: Wolfholds Tod? ...? – Am Ende wählte ich, wie die meisten anderen, den "vernünftigen" vierten Strom, auch wenn es mir immer noch etwas leid tut, ich das Gefühl habe, eine Gelegenheit verpaßt zu haben, die die Götter mir wohl kein zweites Mal bieten werden. – „Die meisten anderen“? Ja, S. Gn. Freiensteyn und auch die Gelehrte Dame Schleckenbronn wählten andere Ströme! Sie den zweiten, er den dritten.
- Circe verriet ich meine Gedanken. „Dein Leben war nie langweilig! Warum jetzt?“, fragte sie, und ohne viel zu denken, anwortete ich ihr: „Ich bin müde.“ – Ja, so ist es wohl.
: Auch darüber lasse ich mich hier jetzt nicht weiter aus. Aber zu Deiner Beruhigung will ich doch noch hinzufügen: Es mag zwischendurch ein Überdruß des schaler werdenden Lebens gewesen sein, aber das ist es nicht mehr! Immer noch habe ich die Freude von Circes Gesellschaft, in jeder Hinsicht! Ich bekomme mehr Gelegenheiten zu reisen, als ich vor wenigen Monden noch gedacht hätte. Ich habe eine Schülerin angenommen! Nein, den Großen Schlaf sehne ich noch nicht herbei. Bäder sind ja erfrischend und heilend. Ich glaube, dieses „Bad“ im Großen Fluß hat mich wieder wach gemacht!
Die Tochter des Stroms
Wir wählten und wurden davongeschwemmt. Durch Gänge, Höhlen, Spalten, Grotten ... Bis auf einmal die Ströme wieder nebeneinander flossen und sich vereinigten: „Jeder Strom erreicht endlich das Meer“.
- Nur eine folgenlose Prüfung also? Ich bin mir nicht sicher ...
Der Große Barsch erwartete uns. „Ihr habt erinnert, verloren, gewählt ...“. Er rief unsere Amphoren, die uns einkreisten wie ein Käfig. Das Leben sei kein Recht, sondern ein Geschenk, fuhr der Barsch fort. Er erwäge, unsere Erinnerungen zu bewahren, wenn er uns gehen ließ. – Wie sollten wir unsere Aufgaben im Leben erfüllen ohne Erinnerung?, fragte ich. Aber der Barsch zögerte noch. Tarewa, nun auch wieder bei uns, wirkte nervös.
Neue Wirbel bildeten sich, neue Strömungen, das Wasser zwischen den Amphoren begann zu leuchten, während das Leuchten unserer Amphoren flackerte und verlosch. Unser Ende?! Eine Frauengestalt emanierte aus den Wirbeln, den Nixen ähnlich und doch anders. Ihr Leib war Wasser, ihr wallendes Haar war Wasser, fließend, wogend, sich verändernd.
- „Harmonische Schönheit“! War das schon die Erfüllung meines Wunsches? Warum nicht? Diese Gestalt sehen, erleben und, ja, erinnern zu dürfen, war schon ein besonderes Geschenk. Sie weckte, gewissermaßen, mein schläfrig gewordenes Wissen wieder, daß „harmonische Schönheit“, Harmonie in Schönheit möglich ist, selten unter Menschen, aber doch auf Deren, und daß sie selten in feste Form gegossen ist, sondern uns häufiger begegnet im stets veränderlichen Augenblick.
„Die Tochter des Stroms!“, äußerte Tarewa ehrerbietig.
Die Tochter des Stroms wandte sich an den Barschbaron: „Nein. Nicht diese!“ Der Große Barsch erhob unsicher Einspruch. „Sie werden noch gebraucht“, entschied die Tochter des Stroms nach kurzem Diskurs und fragte nun uns, was für eine Aufgabe uns denn ins Flußreich geführt habe. Schleckenbronn sagte es ihr, nannte ihr die zu beschaffenden Steine.
„Nun, ihr habt das Reich der Erinnerung gesehen“, erwiderte die Tochter des Stroms mit etwas traurig wirkendem Lächeln. „Der Fluss bewahrt vieles. Namen, Träume, Erinnerungen.“ Auch den Bund zwischen den „Kindern des Berges“ und den „Kindern des Flusses“, beide würden heute geprüft.
Dann nahm sie den Stein, den sie an einer feinen Kette um den Hals trug, und überreichte ihn der jungen Maga – einen wunderschönen Aquamarin!
„Ein Tropfen des ersten Stromes“, sagte sie. „Ein Stein, den das Wasser niemals losließ. Dieser Stein erinnert sich an den Zustand der Welt, bevor sie verletzt wurde. Bewahrt ihn gut! Erinnerungen sind wie Wasser, man kann sie nicht festhalten. Aber man kann verhindern, dass sie verloren gehen.“
Wir sollten verhindern, daß „Feuer nur noch Feuer kennt“ und sich nicht mehr ans Wasser erinnere. Nicht jede Flamme müsse aber gelöscht, manche nur gereinigt werden.
Auf dem Stein liegt, wie Circe analysierte, ein besonderer Zauber, der Erinnerungen wiederherstellt oder zumindest kanalisiert.
- Auch ich hatte die Ehre und Freude, diesen Stein einmal in der Hand halten zu dürfen. Unter uns: Solch ein Kleinod sollte als Paraphernalium dienen und sehr wahrscheinlich zerstört werden, nur um S. Hwgeb. Alrik von Gratenfels seine Erinnerungen und seinen Verstand wiederzugeben? Zu schade! Ungeachtet seines phexischen Wertes ist dieser Aquamarin mit seinen schimmernden, verschwimmenden tausend Tönen Blau ein Wunder anzuschauen. Er sollte, allen sichtbar, einen Tempel schmücken. Am besten einen, der Rahja und Efferd gleichermaßen heilig ist ...
Erschütterungen
Unsere Betrachtungen, unsere Freude, unser Staunen beendete abrupt eine Erschütterung, ein Vibrieren, wie wenn ein Fels ins Wasser gestürzt war! Unsere Amphoren stießen aneinander, die Hummergardisten wirkten alarmiert, Tarewa blickte besorgt zur Decke der Halle. – Ein zweites Mal! Die Lichter flackerten. Uns durchfuhr eine Art Schmerz.
„Was geschieht dort?!“, fragte der Große Barsch erschrocken. – „Altes erwacht“, antwortete die Tochter des Stroms, „was dort nicht sein sollte!“ – „Die Kinder des Steins haben versagt“, klagte der Barsch, doch die Tochter des Stroms schüttelte den Kopf und blickte uns an. Der Friede des Bundes sei gestört, erklärte sie uns, die Zwerge hätten „etwas geweckt, das gegen Berg und Wasser handelt“.
Ein dritter Schlag! Unsere Amphoren fielen, barsten ... Wir fingen auf, was wir konnten.
„Ihr könnt nicht bleiben!“, entschied die Tochter des Stroms. „Eure Hilfe wird dort gebraucht!“
Das große Tor öffnete sich – hinter uns das, was ich den „Palast des Flußvaters“ nennen möchte, vor uns der Große Fluß, wild, lebend, tobend! Flußleute kamen dort zusammen, nicht mehr friedlich, sondern grimmig, gerüstet. Etliche von ihnen ritten auf Seepferden, führten auch uns solche Reittiere zu.
- Mit dem, was wir zuweilen am Strand auflesen, in Glasvasen zu halten versuchen (was niemals gutgeht), gar – Efferd verzeih! – getrocknet als sonderbare Schmuckstücke verwenden, hatten diese Tiere nur ihr kurioses Aussehen gemein. „Flußrösser“ wäre ein besseres Wort! Diese hier waren gesattelt und gezäumt.
„Reitet dorthin, wo die Kinder des Steins eure Hilfe brauchen!“, rief Tarewa. „Erinnert sie an das Bündnis!“ Das erste Mal, daß sie uns etwas riet, ja, geradezu befahl.
So erreichten wir Calbrozim – unter dem Wasser, nicht darauf, und nicht zu Schiff, sondern auf dem Rücken von Wasser-Pferden.
Wieder vereint
Vor dem Hafen sammelten sich die Heerscharen des Großen Flusses, bereit, wartend. In ihrer Mitte – „Der Muschelfürst!“, rief mir Circe zu, die diesem General des Flußvaters schon einmal begegnet war.
Er nickte uns zu. „Die Tochter des Stroms hat gewählt“, sagte er. „Das Flußheer erwacht! Feuer verletzt den Strom, der Strom wird antworten!“
Höher steigend sahen wir, daß der Berg über Calbrozim in Flammen stand, in Feuerstößen Stadt und Fluß mit Funkenströmen überzog, in Brand setzte, was brennen konnte. – Aus dem Großen Fluß aber stieg die Flut, aus Wasser und aus Flußleuten, überspülte mühelos Wellenbrecher, den Hafen, Kais, Bauwerke und Straßen ...
Noch einmal tauchten neben uns Nixen auf, ernster als zuvor, noch einmal empfingen wir ihren Kuß, nun zum Abschied, um aus dem Wasser wieder an die Luft gehen zu können.
- Ein Kuß, den ich selbst in all diesem Chaos erwiderte. „Dem Augenblicke gib dich hin ...“ Was mir einen kalt-grimmigen Blick von Circe eintrug, in dem andere tausend Dolche gesehen hätten, den ich zum Glück als mäßige Mahnung kannte, nicht zu weit zu gehen. – Als sei das nötig!
Die Flut spülte uns an Land, und vom Berg kommend sahen wir nun auch die andere Hälfte unserer Abordnung wieder, die wir schon verloren gegeben hatten.
- Zu meiner Freude auch Maestra Doratrava!
Ehrwürden Moorbrück setzte uns mit knappen Worten in Kenntnis, daß auf dem Berg wohl ein Feuer-elementar wüte, zumindest etwas ähnliches. – Was beinahe unterging in einem Beben, das mich von den Beinen riß.
„Zum Simiaschrein!“, rief jemand, während wir versuchten, einem erneuten Funkenregen zu entgehen, nicht alle erfolgreich.
Der steinerne Schrein mit Kupferdach bot lange genug Schutz, daß wir einander knapp berichten konnten, wir vom Flußreich und dem geschenkten Stein, die anderen, wie sie von Zwergen zum Besten gehalten und in Steinwälder mit Trollen geschickt worden waren, von einem mineralischen „Gefängnis“ eines verderbten Feuerwesens, einem offenbar nicht feindlichen, aber ruppigen Steinelementar namens „Stampfer“ und einem Amethystwesen, das sich ihnen – besonders Hg. Grundelsee – angeschlossen hatte.
- Vielleicht kann ich es richten, später einen genaueren Bericht von Maestra Doratrava zu erhalten, um Ordnung in all diese Stein- und Feuerwesen zu bringen!
Das verderbte Feuer hatten sich die Zwerge offenbar selber zuzuschreiben. Vor etlichen hundert Jahren hatten sie der Erzählung nach aufgehört, der Simia-Flamme gutes Erz darzubringen, sondern gemeint, minderwertiges Material reiche dafür völlig aus. Die einst reine, heilige Flamme pervertierte und mußte gebannt werden.
Jetzt hatte irgendwer oder -was den Bann gebrochen, das pervertierte Feuer wütete auf dem Berg, sein steinerner Wächter wiederum versuchte Zugang zu Calbrozim und der „Sternenschmiede“ zu bekommen und hämmerte ans äußere Tor, das aber blockiert war,
- (hochwertige Zwergenarbeit?!)
während eine dämonische Feuerkreatur sich aus dem Bergesinneren herausarbeitete – woher die immer häufiger werdenden Beben rührten.
Um den Bann zu erneuern, war es nötig, sogenannte „Sternsplitter“ zu schmieden. Nun war im Laufe der Zeit der dafür notwendige Liedtext verloren gegangen. Zwar war dessen Original in der „Sternenschmiede“ im Innersten des Berges verzeichnet, dort durften die Zwerge jedoch nicht hin, bzw. der Weg war nur noch dem obersten Priester bekannt. Gerade der hatte aber die Menschen, die hätten helfen können, in den steinernen Trollwald geschickt und verweigerte uns auch jetzt noch den Zugang – im Angesicht seiner untergehenden Stadt! Und was er nicht verweigerte, verweigerten die Wächter der inneren Tore.
- Das ist nun alles sehr verkürzt, denn allmählich fällt mir das Schreiben wirklich schwer. Aber zumindest von den Calbrozimer Zwergen habe ich keinen besonders guten Eindruck bekommen. „Weitermachen wie immer, und wenn dadurch alles in Schutt und Asche fällt“ (und der Rest vom zornigen Fluß davongeschwemmt wird). – Wobei solche Geisteshaltung ja auch unter uns Menschen nicht ganz selten ist.
Jene von uns, die schon zuvor von den Zwergen zum Besten gehalten worden waren, verloren allmählich die Geduld. Dem Obersten Priester blieb schließlich nichts anderes mehr übrig, als uns Menschen Zugang zum innersten Turm und dort auch noch, mit einem Führer, ins Innerste des Berges und zu der Sternenschmiede zu gewähren.
Die Sternenschmiede
- Hatte vorher mir der Aufstieg in die Höhe Probleme bereitet, bekam nun in den immer tiefer in den Berg führenden Gängen Wohlgeboren Steineich Panik und Atemnot.
:Ich versuchte sie teils abzulenken, teils redete ich beruhigend auf sie ein. – Es war dann S. Gn. Freiensteyn, der einen Harmoniesegen für sie erwirkte, der ihr half, den Rest des Weges zu überstehen. – Seelenheilkunde ist gut, wenn man Zeit und Ruhe hat. Steckt man mittendrin in den Problemen, hilft sie so gut wie nichts.
Endlich standen wir vor dem Tor der Sternenschmiede – in seinen Ausmaßen schien es für Riesen, nicht für Zwerge geschaffen zu sein! Kunstvollste, mit Edelsteinen besetzte Ornamente und Bilder zeigten den Sternenhimmel, der sich über Fuchs, Zwerg und Schmied spannte. – Ein Heiligtum des Phekol! Jetzt zum Unheiligtum verderbten Feuers pervertiert ... Welches sich anscheinend aller Lichtenergie zu bemächtigen versuchte, denn jegliches Licht, das wir mitführten, wurde dort schwächer, sein Schein gewissermaßen aufgesogen.
Im Zwielicht sahen wir die erkaltete Esse, einen silbernen Amboß, darüber eine glockenförmige Kuppeldecke, besetzt mit Metallen und Kristallen, die ringsum ein Band aus Angram-Runen bildeten: Tonfolgen und Text des rituellen Liedes! Bedachtsam wirkte Circe den "Eternia" und begann die Zeichen zu memo-rieren, während ich sie von physischen Störungen abschirmte.
- Später sagte sie mir, daß auch die astrale Kraft von irgendetwas aufgesogen worden sei. Sie habe spürbar mehr Kraft verbraucht als normalerweise bei diesem Zauber. Ob auch unsere Lebenskraft betroffen war, vermag ich nicht zu sagen, denn wir waren ja allesamt ohnehin schon angeschlagen und mindestens erschöpft.
Derweil sah sich der Rest der Gruppe in dem einstigen Heiligtum um, die meisten aus Wißbegier oder schierem Staunen, Händlerin Schluchtingen auf Suche nach Wertvollem, Wohlgeb. Kaldenberg auf der Suche nach Ich-weiß-nicht-was. Sie beugte sich gerade zu der erkalteten Esse, als sie aufschrie und ihre Kleider in Flammen aufgingen! Zum Glück konzentrierte sich Circe genug, um nicht aus Zauber und Zeichen herausgerissen zu werden. – Was hatte Wohlgeb. in der Esse gesucht oder gesehen8)? Ich weiß es nicht. Aber offenbar hatte unheiliges Feuer nach ihr gegriffen!
- Wohlgeb. ist durchaus ansehnlich, um es behutsam auszudrücken. Zu anderen Zeiten hätte mich der Anblick ihres unbedeckten Körpers sicher erfreut. Da unten im Berg, bedroht von drückender Steinlast, Dunkelheit, pervertierten Elementaren und unheiligen Wesen, die sich aus Sumus Leib herausarbeiteten, fehlte selbst mir der Sinn dafür. Zumal Ihre Wohlgeb. etliche Brandwunden davongetragen hatte.
Nicht nur Wohlgeb. Steineich war froh, an die Erdoberfläche zurückkehren zu können.
Schmiedearbeit
Dort ging Calbrozim unter. So jedenfalls mein erster Eindruck. Von oben regnete es Feuer, von unten stieg das Wasser, dazwischen brannten Häuser – und leider auch Zwerge und Calbrozimer Menschen –, das alles immer wieder erschüttert von Erdbeben und wuchtigen Schlägen ans äußere Tor. Dazu eruptierte aus dem Brunnen jetzt auch noch ein feindseliges Wasserelementar, Steinelementare manifestierten sich aus dem Boden, und über allem flog ein „Augendämon“ herum, ein Ushgaral.
Welcher, wenn mich mein Wissen nicht trügt, die korrumpierten Elementare erklärt! Wer oder was diesen Dämon wiederum in unsere Sphäre gelassen hatte, weiß ich nicht.
Entsprechend unseren Fähigkeiten wurden wir für Aufgaben eingeteilt oder wählten selber unsere Einsatzorte. – Wer musizieren konnte, den baten die Zwerge um Mithilfe beim Intonieren der Sternenschmiede-Hymne. Es meldeten sich S. Gn. Freiensteyn, die Gel. D. Schleckenbronn und ich. Circe zeigte den Zwergen das memorierte Lied und kümmerte sich danach um anderes.
- Genauer: die Zauberin hatte nach angroschim'scher Meinung ihre Schuldigkeit getan und hatte zu gehen. Es muß für die Zwerge schon entsetzlich und beschämend genug gewesen sein, daß sie auf die Hilfe einer menschlichen Magierin zurückgreifen mußten. Ich gestehe, daß ich ihnen das durchaus gönne ...
Natürlich kamen keine Flöten oder Lauten zum Einsatz, sondern Trommeln, die den Takt der Hämmer unterstützten. Dazu begannen die Zwerge teils zu summen, teils den Liedtext zu rezitieren, während sie im Angroschtempel einen Kristall erhitzten, dann mit ihren Hämmern traktierten, bis sich irgendwann kleine Splitter davon lösten.
- Es ist lange her, daß ich getrommelt habe. Damals im Dschungel ... Und zweimal noch als spontane Begleitung anderer Musiker, einmal, glaube ich, in Aranien, einmal bei einem Konzert in Thesiahall in Rommilys. Aber wenigstens kann ich den Takt halten, und genau darauf kam es wohl an.
- Den urtümlichen Klang dieses Hymnus' hatte ich ja erwartet, nicht aber, daß er so melodisch sei! Und, in gewisser Weise, so rahjagefällig. Zumindest mich versetzten die Hitze der Esse, das rhythmische Hämmern und Trommeln und das schwebende Summen der Zwerge in Trance, wie ich es bisher nur wenige Male bei außerordentlichen Konzerten erlebt habe!
Dann ein letzter heller Ton – und auf dem Amboß lagen die „Sternensplitter“, prismatische helle Kristalle.
- Etwa wie heller Quarz oder Bergkristall, nur glänzender, schimmernder – es ist schwer zu beschreiben. Sie haben etwas Unwirkliches und sind zugleich ungeheuer präsent, so daß alles andere neben ihnen verblaßt.
Wir „Trommler“ rannten damit zum Katapult, das S. Exz. Pandlarilsforst bereits ausgerichtet hatte – und das wir in Trümmern fanden. Hinauf also auf einen der Türme, wo noch intakte Katapulte standen,
wenn auch ohne Besatzung.
- Ich mit meiner Höhenangst auf einem Turm?! Wenn es das Leben gilt, geht vieles ...
: Ich mußte nur auf die Stufen und niemals nach unten schauen!
Den ersten Sternensplitter eingelegt ... Dank Pandlarilsforsts außerordentlich guten Kenntnissen (war er doch Oberst des Bombardenregiments "Trollpforte" gewesen) saß schon der erste Schuß: ein kleiner Funke mit funkelndem Schweif flog über Calbrozim und traf das Bergfeuer genau in seiner Mitte! Einmal loderte es noch auf, dann sank es zusammen und verging. – Mit schrillem Schrei verabschiedete sich der Augendämon zurück in die Siebte Sphäre,
- (hoffe ich)
die feindseligen Elementare vergingen. Oh Phex, Angrosch und Hesinde sei Dank!
Unten am Fluß zog sich der Muschelfürst, kaum war das Bergfeuer verloschen, mit seinem Heer und seinen Fluten zurück, nicht ohne noch ein, zwei kleinere Brände beim Hafen zu löschen.
Ende gut ...
Auf irgendeine Weise gelang es, das korrumpierte Feuerelementar wieder in sein Gefängnis zu bannen, mit dem Steinelementar vom Tor als Wächter, während das Amethystelementar sich wohl in den zweiten „Heilstein“, den wir für S. Hwgeb. benötigten, verwandelte.
- Auch anderen aus unserer Gruppe mißfällt es, ein solches Wesen, das offenbar zudem ein recht kindliches Gemüt gehabt haben soll, für ein Heilungsritual zu opfern! Wir werden sehen ...
- Einige unserer "Berggruppe" nahmen offenbar den Angroschpriester noch einmal "ins Gebet". Menschenworte auf zwergischen Steinkopf ... Aber vielleicht hilft es ja doch. Immerhin kann ja auch Wasser harten Fels brechen.
- Den Aquamarin trägt nun die junge Gelehrte Dame von Schleckenbronn bei sich, den Amethyst wohl Hochgeboren von Grundelsee.
- Das Kästchen mit dem Zahn? – Befindet sich, wenn ich das richtig sehe, bis auf Weiteres im Besitz Wohlgeboren Kaldenbergs.
- Der zweite Sternensplitter? – Im Besitz v. Schleckenbronns.
- Der dritte Sternensplitter? – Tja, rate!
- Ich nehme an, die Zwerge haben diese Kleinode in all dem Tohuwabohu (ein schönes, passendes Mohawort!) einfach vergessen. Geschieht ihnen recht! – Versteht sich, daß Circe meinen Splitter eingehend untersuchte. Er ist, wie eigentlich zu erwarten bei einem solchen Angroschim-Artefakt, nicht magisch, hat aber eine sehr starke, fast ins Astrale gehende Aura von reinem Feuer. Ich weiß noch nicht, was ich mit ihm mache. Vielleicht bringe ich ihn in den Ingerimm-Tempel von Kleinbürgen.
Hätten uns die Nixen und Neckar noch einmal zwei ihrer Rösser vergönnt,
- (und einen Kuß!)
wären Circe und ich womöglich doch per Großem Fluß weitergereist.
- (Ich sehr gerne!)
So aber wählten wir lieber den Landweg – der andere Torturen und Gefahren bereithält, nun ja.
Aves befohlen!
Dario
Meisterinformationen
1) etwa 13./14. Pra, aber es gilt die Aventurische Unschärferegelung!
2) Man schaue sie in Wiki Av. nach: Domaris von A'Tall. Und beginne sich (rein OT natürlich!) ebenfalls zu fragen ...
3) Dario, Doratrava und einige andere hatten an Abenteuern des NKK25 teilgenommen.
3b) Gegenüber dem erspielten Abenteuerverlauf leicht verändert, um Niamh und Circe noch sinnvoll einzufügen.
4) Gegenüber anderen Adressaten des Briefes, z. B. dem Pfalzgrafen, natürlich "Magistra ter Greven" o. ä.
4b) Ausgerechnet Ugdalf fand heraus, daß mindestens der Kapitän dem Namenlosen diente (und sich auch selbst opferte) – nichts, was irgendeiner der SCs je erfahren wird.
5) Dario-Eraldo Tiljak-Karinor
5b) Erkomir ist (war) Nekromant.
6) F.S. in Spielrunde dazu: "Wir haben einen Follower!“
6b) Inzwischen hat er gefragt: Circes Wunsch
7) Dario ist extrem weitsichtig.
8) Mit einem "Odem" hatte sie ein Glühen in der Esse gesehen und ihre Neugier nicht bezwingen können ...
Anmerkung: Aus dieser Geschichte folgten Der Wunsch und Der Flächendeckende.