Dorf Bachenfeld

Beschreibung

Wer von der Junkerei Ulenau in das Land Schweinsfold einreist, erkennt das Dorf Bachenfeld nicht zuerst am Klang oder am Rauch, sondern am Geruch: eine schwer zu beschreibende Mischung aus feuchter Erde, Waldmoos und dem erdigen, fast süßlichen Duft von Trüffeln. Denn Bachenfeld, ein kleines Dorf von kaum hundert Bewohnern, ist das Herz des berühmtesten Reichtums der Junkerei: der Trüffelschweine.

Der Karrenpfad, der sich nordwärts von der Weggabelung bei Saubach löst, führt durch eine Hügellandschaft, die immer dichter und ernster wird, je näher man dem Forst kommt. Der Foldenforst, der sich im Westen und Norden der Junkerei wie eine alte, grollende Gottheit ausbreitet, wirft hier bereits seinen Schatten voraus: Die Luft wird kühler, die Wiesen feuchter, die Hecken dichter. Wer Bachenfeld betritt, spürt unwillkürlich, dass dieser Ort näher am Wald lebt als alle anderen Dörfer des Junkerguts.

Bachenfeld selbst besteht aus nur wenigen Höfen, dicht um einen offenen Platz gebaut, auf dem sich zu jeder Stunde des Tages Trüffelschweine tummeln — kräftige, kurzbeinige Tiere, deren Nasen in ständigem Zucken durch den Matsch wühlen. Die Bewohner scherzen, dass die Schweine ebenso zum Dorf gehören wie die Kinder: lärmt eines, so lärmt das andere. Doch in Wahrheit sind die Tiere hochgeschätzt, und jeder Hof führt sein eigenes, streng gehütetes Zuchtbuch. Denn der Trüffelhandel ist das Monopol Bachenfelds — kein anderes Dorf in Schweinsfold darf sich mit dieser Kunst schmücken. Dies ist alte Tradition und fast so alt wie die Junkerei selbst.

Rund um das Dorf führen mehrere schmale Wanderpfade in den Foldenforst, kaum mehr als Wildwechsel, doch jeder Trüffelschweinehalter kennt sie wie die Linien seiner Hand. Morgens, wenn die Sonne kaum über den Waldrand steigt, ziehen die Bachenfelder los, die Schweine an kurzen Leinen, Körbe über der Schulter. Die Tiere suchen, die Menschen lauschen — und wer sich nicht auskennt, verliert schon nach wenigen Schritten die Orientierung in diesem uralten Wald. Man munkelt, dass im Forst noch immer alte Waldplätze verborgen liegen, Überbleibsel einer Zeit, in der Naturgeister hier machtvoller waren als jede Junkerfamilie. Ob die Schweine deshalb im Foldenforst so gut anschlagen? Die Bachenfelder lächeln nur und zucken die Schultern.

Im Dorf selbst steht ein kleiner Peraine-Schrein, schlicht, aus hellem Bruchstein und mit Blumen geschmückt, die stets frisch wirken — ganz gleich, wie rau der Wind über die Hügel fegt. Die Trüffelsucher zünden dort vor jedem Gang in den Wald eine Kerze an. Nicht aus Angst, wie sie betonen, sondern aus Dankbarkeit: Die Erde schenkt, was sie schenkt, und wer im Boden gräbt, soll ihn ehren.

Bachenfeld besitzt keine Schänke, keine Herberge, kaum Handwerk außer dem, was das Dorf zum Überleben braucht. Ein Fassbinder, ein Seiler, eine Korbflechterin — sie alle arbeiten im Wesentlichen für die Trüffeljagd. Besucher sind selten, denn wer etwas sucht, reist meist in eines der anderen Dörfer der Junkerei. Doch jene, die Bachenfeld erreichen, spüren oft eine eigenartige Stille: kein misstrauischer Blick, kein Argwohn, aber eine Zurückhaltung, wie sie nur Orte kennen, die seit Generationen an der Grenze zur Wildnis leben.

Wenn die Sonne abends hinter dem Foldenforst versinkt, zieht der Duft von feuchter Erde, warmem Schwein und frischem Moos über die Dächer. Und dann wirkt Bachenfeld beinahe wie ein Ort zwischen den Welten — halb Dorf, halb Wald, und ganz erfüllt vom tiefen Atem der Erde, die ihre Schätze nur jenen offenbart, die mit ihr leben, statt sie zu bezwingen.

Zusammenfassung

Geschichte

Offizielle Quellen

Inoffizielle Quellen