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Mark Elenvina

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Roßmarkt in Elenvina


Elenvina, Phex 1040 BF: Auch in diesem Jahr fand Anfang Phex der große Rossmarkt in Elenvina statt. Wie immer waren Strassen und Gässchen gefüllt von Buden und Ständen, die die unterschiedlichsten Waren anboten. So konnte man außer Speisen und Getränken der unterschiedlichen Regionen vor allem diverses Zubehör zur Reiterei und Pferdehaltung erwerben. Ob neue Trensen, Sättel, Decken oder auch neu auf dem Markt verschiedenes Futter, welches die Pferde je nach zu erbringender Leistung fördern sollte – nein, nichts Verbotenes, es gab spezielles Kraftfutter für Arbeitstiere und diverse Leckereien in verschiedenen Geschmackssorten für edle Tiere, die ihrem Besitzer am Herzen liegen. Wie gewohnt war die Auswahl der Pferde und Kutschen enorm und es dürfte ein gewaltiger Umsatz gemacht worden sein. Einige Neuerungen gab es in diesem Jahr, angeregt durch die neue, stellvertretende Zuchtmeisterin, die Almadanerin Domna Verema Artigas, auch wenn, wie wir erfahren haben, sie wohl noch mehr vorgehabt hätte, gäbe es nicht die Kosten zu bedenken, außerdem war dies ja das erste Jahr und man darf auf mehr gespannt sein. So fand diesmal eine Schau mit Prämierung von Elenviner Fohlen, Hengsten und eine öffentliche Versteigerung einiger Jährlinge aus dem Gestüt, welches man auch in einigen Teilen besichtigen durfte, statt. Aber nicht nur Elenviner, auch Shadif, Almadaner und eisenwalder Erzpferde wurden vorgestellt.
Ebenso gab es Wettbewerbe in verschiedenen Klassen und Leistungsstufen in Dressur, Geschicklichkeit, Geländeritt und neben kleineren Rennen auf unterschiedlichen Distanzen das obligatorische große Rennen wie jedes Jahr. Sieger und Platzierte der Wettbewerbe und Schauen bzw. Körungen möge man bitte dem beiliegenden Heftschen entnehmen, die Aufzählung würde den Rahmen sprengen. Eine weitere Neuerung sollte nicht unerwähnt bleiben. Da sich das Gestüt gerade in einer Phase der Umgestaltung befindet und man die Qualität von Mensch und Tier heben möchte, sucht man ebenfalls nach fähigem Personal auf fast allen Ebenen. Wer sich nun gut genug fühlt, in den Dienst des herzogliches Gestütes zu treten, sei es als Pfleger, Bereiter, Auszubildender in Zucht und Haltung, der möge sich bitte an den neuen Sekretarius Leon Neidenstein zu Wildenberg wenden.
Anbei sehen sie eine Zeichnung des Siegerfohlens der Elenviner, ein noch unbenannter Hengst von Darshan aus der Zarkhasha. Sowie den vielversprechenden Shadifjunghengst Isfadan aus der Zucht des Gestüts Rabenstein.

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Felian Horger

Neues aus der Eilenwid

Herzogenstadt Elenvina, Travia 1041 BF: Gerufen hat der Herzog und herbei strömte der Adel um Seiner Hoheit auf dem Landtag mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Doch bevor wir uns in der Beschreibung von Glanz und Macht verlieren, wollen wir uns an dieser Stelle an die Fakten halten.
Mit sofortiger Wirkung, so der weise Beschluss Seiner Hoheit, wird das Amt des Turniermarschalls für hesindegefällige sechs Götterläufe vergeben. Die bisher gebräuchliche Praxis den Sieger des Turniers mit diesem angesehenen Amt zu Ehren und der Ausrichtung des nächsten Turniers zu beauftragen hatte leider eine Nebenwirkung. Nur selten war es möglich dass der Amtsinhaber seinen Sieg wiederholen konnte, weshalb er seine gemachten Erfahrungen im nächsten Götterlauf nicht wieder einbringen konnte. Ein Umstand der sich fortan im Geiste der Allweisen ändern wird.
Auch erhält der Mundschenk künftig Unterstützung. Seine Hochgeboren Don Danilo von Cres wird ihm als Kellermeister unterstellt, auf das er den Hof seiner Hoheit stets mit ausgelesenen Weinen versorgen mag. Aus der almadanischen Heimat der Herzogegemahlin stammend wird Don Danilo sicherlich die Weinauswahl auf der Eilenwid bereichern.
Truchsess und Haushofmeister Donewald von Quakenbrück hingegen bat Seine Hoheit um die Entlassung aus seinen Pflichten. Wenn auch schweren Herzens erklärte sich dieser natürlich bereit den Wünschen seines Truchsess nachzukommen, bat jedoch darum das dies warten müsse bis ein geeigneter Nachfolger gefunden wurde.
Nur am Rande und nicht im öffentlichen Rahmen wurde zudem ein Gesandter für die Rommilyser Mark ernannt und entsandt. Die Wahl fiel dabei auf Seine Hochgeboren Basin von Richtwald, der herzogliche Jagdmeister hatte sich auf dem diplomatischen Parkett mehrfach bewiesen und wurde gar jüngst nach den Verhandlungen auf Mantrash’Mor für seine Verdienste durch den Reichserzkanzler ausdrücklich gelobt.
Prikt Freienstetter

Gespräche in Harben

Herzogenstadt Elenvina, Travia 1041 BF: Gemeinsam kamen die Herren des Fürstentums Albernia, der Markgrafschaft Windhag und unserer geliebten Heimat, dem Herzogtum Nordmarken mit ihren Delegationen in Harben zusammen. Wichtige Gespräche wurden geführt und zukunftsweisende Entscheidungen getroffenen. Nachdem Seine Hoheit diese Ergebnisse in groben Zügen bereits auf dem Landtag verkündete, haben wir nachgehakt und können dem Volk der Nordmarken weitere Details präsentieren. So haben die Provinzherren beschlossen künftig alle zwei Götterläufe Treffen abzuhalten in dem die gemeinsamen Belange der drei benachbarten Provinzen besprochen werden sollen. Von größerem, da akuter, Interesse dürfte jedoch die Absicht sein den Handelsweg von Elenvina nach Harben instand zu setzen und womöglich auch auszubauen.
Prikt Freienstetter

Ein Tsasegen für die junge Prinzessin

Herzogenstadt Elenvina, 19. Travia 1041 BF: Feierlich wurde die Tsasegensfeier der jungen Prinzessin Ilara Meingard unter den Augen des versammelten Adels begangen. Dabei wurde auch so manches Geschenk an das herzogliche Paar überbracht.
Womöglich eine kleine Spitze oder durch seine Hoheit eventuell als diese verstanden worden, könnte das Geschenk seiner Hochgeboren Nimgalf von Hirschfurten sein. Eine Lanze von exzellenter garethischer Machart, auf das seine Hoheit auf der nächsten Turnei von Rondra beseelt zum Sieg reiten könne. Pikant, zumal unser Herzog auf dem Kaiserturnier in Gareth im Praios-Mond bereits in der ersten Runde ausschied. Um der jungen Prinzessin das Wesen des launenhaften Herrn Efferd nahezubringen, ließ Seine Durchlaucht, Fürst Finnian ui Bennain, eine Schaluppe nach überführen. Doch können wir hoffen das die ‚Flusskönig II‘ anders als ihr historisches Vorbild, die ‚Flusskönig‘ von Duidan ui Bennain nie an einer Seeschlacht teilnehmen mag. Auch für die Ausbildung hoch zu Ross wurde durch die Pagen der Prinzessin gesorgt. Ihre Hochgeboren Ferdora vom Firnholz machte ein am gleichen Praioslauf geborenes Pony, während Seine Wohlgeboren Ugdalf von Löwenhaupt-Hauberach ein stolzes elenviner Streitross mit dem Namen Ilara zum Geschenk machten.
Es mögen nur wenige Beispiele für die Großzügigkeit des Adels sein, doch sollen sie verdeutlichen mit welch Wohlwollen die Götter auf die Zukunft der Grafschaft Ragath blicken – denn deren Gräfin wird Prinzessin Ilara Meingard von Ehrenstein-Streitzig eines, hoffentlich fernen, Praioslaufes sein.
Prikt Freienstetter

Tsas Segen für die herzögliche Zuchtmeisterin

Stadt Elenvina, Hesinde 1041 BF: Am 12. Hesinde 1041 erblickte das erste Kind der herzöglichen Zuchtmeisterin im Gestüt zu Elenvina, Domna Verema Artigas, der Junkerin zu Likan (welches im Almadanischen gelegen ist), das Licht Derens. Sanwa Ludilla Ravena Artigas, wie die junge Maid geheißen ward, erhielt von Ihrer Gnaden Marbolieb, einer Geweihten des Schweigsamen, den Geburtssegen am 25. Hesinde. Angesprochen auf die eigenwillige Wahl der segnenden Priesterin, entgegnete Ihre Wohlgeboren, dass Boron immer eine gute Wahl sei, zudem es sich bei der Priesterin um eine alte Freundin handle. Das Kindlein werde sicher schöne Träume haben.
Beeindruckend indes ist die Wahl der Paten, die sich einfandem, um dem jungen Maidlein Schild und Schirm zu sein: Neben Seiner Hochgeboren Merovahn von Mersingen, Baron zu Schnattermoor waren auch Ihre Hochwürden Ivetta Perainelieb von Leihenhof, Seine Hochgeboren Irian von Tandosch, Baron zu Tandosch und Ihre Hochgeboren Richeza von Scheffelstein y da Vanya zu diesem Ereignis in die Herzogenstadt gereist. Die anschließende Feier mit den hohen Gästen fand indes im kleinen Kreis auf dem herzöglichen Gutshof auf dem Anwesen des Gestütes statt.
Felian Tolterodin


Landgrafschaft Gratenfels

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Der Kinder liebstes Spielzeug

Gratenfels, Travia 1041 BF: Ein altbewährtes Spielzeug erlangt dieser Götternamen eine Bedeutung, die sie wahrscheinlich nicht einmal in früheren Tagen besessen hat.
Die Kinder des Herzogtums haben die Zinnfiguren für sich wiederentdeckt. Dabei steigt vor allem die Nachfrage nach den kunstvoll hergestellten Exemplaren aus Stagniazim, welche die Angroschim aus der in der Baronie Firnholz gelegenen Bergwacht auf den Märkten in Gratenfels und Albenhus anbieten. Selten nur kommen sie auch bis nach Elenvina.
Zinnfiguren aller Garderegimenter, sogar von Belagerungsgerät, sowie Burg- und Mauerteile aus geschnitztem Holz stehen den Jungstrategen zur Auswahl. Die detailgetreuen Nachbildungen laden förmlich dazu ein epische Schlachten nachzustellen. Einem Gerücht nach soll seine Hoheit, der Herzog höchst selbst, eine Bestellung von Nachbildungen diverser Regimenter und Wehranlagen für seinen Kartenraum getätigt hat.
Burkhard Ludolfinger

Zinnfiguren aus Stagniazim

Ritter, Rösser, Pikeniere...

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Detailgetreue Nachbildungen echter Garderegimenter und Persönlichkeiten,

z.B. des Herzogs zu Pferde.

Spiele glorreiche Turniere, oder schicke deine Miniatur-Streiter ins Feld.

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Bestes Koschzinn, langlebig und rein, gegossen von Meisterhand!

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Aufgrund großer Nachfrage zum Jahrestag der Schlacht um Mendena

leider schnell ausverkauft, jetzt wieder erhältlich:

das Feldzug-Set mit den Figuren Herzog, Kaiserin und Haffax.

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Kauf nirgendwo anders -- Zinn-Figuren nur aus Stagniazim!

Zwillinge im Haus Viererlen

Baronie Kranick, Boron 1041 BF: Tsa hat das Haus Viererlen reich beschenkt. Am 30. Travia hat die Edle von Viererlen, Roana von Viererlen, ihrem Gatten nicht nur einen gesunden kräftigen Knaben geschenkt, sondern nur wenig später, doch bereits am 1. Boron auch ein Mädchen. Die Zwillinge wurden nach Heiligen der Herrin Rondra benannt – der Knabe nach Leomar von Baburin, dem Schutzheiligen der Kriegertugenden, und das Mädchen nach Lutisana von Kullbach, der Schutzheiligen des Freiheitskampfes. Pate von Leomar soll der junge Ritter, Firin von Landwacht, welcher nach seinem Ritterschlag geraume Zeit auf dem Edlengut Viererlen verbracht hat und Pate von Lutisana soll der Ritter Leodegar von Aelgarsfels werden.
Mara Hasenfuß

Geprüft und für gut befunden

Gut Tarlenheim, Hesinde 1041 BF: Nach den denkwürdigen Ereignissen rund um die Taufe der Prinzessin Ilara Meingard von Ehrenstein-Streitzig, wovon an anderer Stelle berichtet wird, gab es unter den versammelten Adligen der Nordmarken auch andere, weitaus weniger dramatische Gesprächsthemen.
So suchte ihre Wohlgeboren Verema Artigas in ihrer Eigenschaft als stellvertretende Zuchtmeisterin des herzöglichen Gestüts das Gespräch mit seiner Wohlgeboren Ugdalf von Löwenhaupt-Hauberach, Junker vom Gut Tarlenheim in der Baronie Meilingen.Tarlenheim ist nominell zwar ein Junkertum, faktisch aber eines der größten Gestüte des Herzogtums (es wurde im letzten Greifenspiegel vorgestellt). Da Frau Verema derzeit von Tsa gesegnet ist, wollte sie die anstehende Inspektion zügig angehen und die Modalitäten mit seiner Wohlgeboren absprechen. Rasch einigte man sich auf den 5. Boron als Termin, wobei es sich Herrr Ugdalf nicht nehmen ließ, die edle Dame zu begleiten und ihr selbst das Gestüt zu zeigen.
Auf Tarlenheim angekommen, begann die stellvertretende Zuchtmeisterin schon am Folgetag mit der gewissenhaften Überprüfung der Anlage, welche sich über zwei Tage hinzog. Vielerlei Aspekte hatten dabei vor ihrem strengen Auge zu bestehen: Wurde das Zuchtbuch korrekt geführt? Waren die Rösser gut versorgt und gesund? Entsprachen die Tiere in Bezug auf Wuchs, Färbung und Charakter den hohen Anforderungen, um zu Recht als Elenviner Vollblut bezeichnet zu werden ? Selbst die Bediensteten, die Stallungen und die Koppeln wurden von Frau Verema inspiziert, um sicherzugehen, dass es den Tieren an nichts mangelte und sie gut behandelt wurden.
Insgesamt zeigte sich ihre Wohlgeboren mit den Ergebnissen ihrer Untersuchung zufrieden und erklärte ihrem gespannten Gastgeber, dass sein Gestüt weiterhin den hohen Vorgaben für die Zucht der Elenviner Vollblüter genüge.
Herr Ugdalf lud daraufhin die Bediensteten für den 8. Boron zu einem kleinen Umtrunk ein, dankte ihnen für die hervorragende Arbeit und ermahnte sie zugleich, darin nicht nachzulassen und weiterhin das Ihrige zur Aufrechterhaltung des ausgezeichneten Rufs der Zucht beizutragen.
Seine Wohlgeboren selbst machte sich am nächsten Tage gemeinsam mit Frau Verema auf den Rückweg. In Elenvina verabschiedeten sie sich voneinander, da Herr Ugdalf von dort aus weiter ins ferne Perricum zu seinem Regiment reiste.
Über ihre Einrücke im Gestüt berichtete die Domna der Redaktion. "Ich war wirklich erstaunt, hatte ich doch das übliche Mittelmaß erwartet. Jedoch hat seine Wohlgeboren ausgezeichnete Pferde; wir haben schon für die nächste Zuchtsaison einen Hengsttausch - also einer aus Elenvina zu ihm, einer von ihm zu uns - vereinbart. Zudem werden wir weiterhin engeren Kontakt halten. Das Gestüt ist im Übrigen exzellent geführt, sowas sieht man gerne."
Abgebildet haben wir für die Leser den führenden Beschäler Tarlenheims, 'Warrasan'.

Marcert Freudenich


Grafschaft Isenhag

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Die Nilsitzer Berghörner sprechen wieder

Grafschaft Isenhag, Travia 1041 BF: Alte Tradition in neuem Gewand. So lässt sich mit nur wenigen Worten beschreiben was derzeit rund um die traditionsreichen, nilsitzer Berghörner im Isenhag erprobt wird.
Die langen, tief klingenden Blasinstrumente, deren Töne weit zu tragen imstande sind, sollen in Zukunft wohl nicht mehr ausschließlich nur als Warnzeichen Verwendung finden, sondern auch Nachrichten mit unterschiedlichsten Inhalten übermitteln.
Dazu werden verschiedene Tonabfolgen geblasen, aus denen sich Worte und Begrifflichkeiten formen und durch Kombination selbiger folglich einfache Nachrichten über die Entfernung mitgeteilt werden können.
Zur Erprobung dieser Idee wird derzeit eine Kette aus drei Stationen zwischen Nilsitz, Wedengraben und Oberrodasch genutzt, welche in Zukunft einen direkten Informationsaustausch zwischen Isnatosch, dem Grafen auf der Calbrozim und Xorlosch erlauben soll.
Burkhard Ludolfinger

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Obena/Hlûthars Ruh. Travia 1041 BF:

Die edlen Häuser Sturmfels-Maurenbrecher und Keyserring geben kund und bekannt, dass sie sich im RAHja des Jahres 1041 BF vor Travia und Praios verbinden. So werden das Familienoberhaupt derer zu Sturmfels-Maurenbrecher, seine Hochgeboren Baron Jost Verian, und die Tochter des Barons von Eisenstein, ihre Wohlgeboren Baroness Odelia von Keyserring, einander im Traviabund ehelichen.
Der Ehevertrag wurde von beiden Familienoberhäuptern anlässlich einer kleinen, privat gehaltenen Verlöbnisfeier in Obena Ende TRAvia unterzeichnet und von der Kirche des Herrn Praios gebilligt. So ist beispielsweise vereinbart, dass der erstgeborene Sohn aus dieser Verbindung der Erbe des Hauses Keyserring sei und somit der künftige Baron der Baronie Eisenstein. Ein zweites Kind wird die Baronswürde in Hlûtharswacht zum Erbe erhalten.
Nun schließet denn die künftigen Eheleute ein in Eure Gebete vor unserem Herrn PRAios und unserer Herrin TRAvia.
Botenreiter werden in Bälde die Einladungen zur Hochzeit im kommenden RAHja an die Höfe und Tempel der Nordmarken und darüber hinaus überbringen.

Gezeichnet
Baron Rajodan von Keyserring auf Eisenstein
Baron Jost Verian von Sturmfels-Maurenbrecher auf Hlûtharswacht

Graf Brandil gerettet

Perleninsel, Travia 1041 BF: Eigens für die Tsasegensfeier seiner Enkeltochter trat Graf Brandil die Reise in die Herzogenstadt an. Leider verhinderten dringende Amtsgeschäfte dass Seine Hochwohlgeboren diese Reise gemeinsam mit anderen Landsleuten antrat, sodass es überhaupt erst zur Entführung kommen konnte. Die dreisten Täter verschleppen Graf und Begleiter auf die im Großen Fluss liegende Perleninsel von wo sie glücklicherweise durch Getreue gerettet werden konnten.
Prikt Freienstetter

Neues Mitglied für den „Orgilsbund“

Baronie Tandosch, Boron 1041 BF: Anfang dieses Boron-Mondes wurde mit Gereon von Rickenbach das achte Mitglied des „Schwurbunds nach Vorbild des Heiligen Orgil (kurz: Orgilsbund)“ aufgenommen, einer Gemeinschaft aus befreundeten Jungrittern und Knappen, die gemeinsam beim Feldzug im Rahja kämpften. Die feierliche Zeremonie, bei der die bisherigen Mitglieder ihr Bundversprechen erneuerten und der Rickenbacher seines der kleinen Gemeinschaft durch ein rondragefälliges Blutopfer gab, fand in der alt-ehrwürdigen Berghalle auf der Feste Tandosch im Beisein eines Rondra-Geweihten sowie der Baroness Fiona von Tandosch statt, welche gleichzeitig die Schwertmutter des 17-jährigen Gereons ist. Dieser hatte den letzten Götterlauf im Anconitenkloster zu Albenhus verbracht, wo er sich von einer schweren Kopfverletzung erholte, die er während des Feldzugs erlitt. So war es ihm auch nicht möglich gewesen, dabei zu sein, als seine Knappenfreunde den Bund im Efferd 1040 im Vorfeld der Siegesfeier vor den Mauern Elenvinas gründeten. Vollends gesundet und aufgenommen darf nun jedoch auch er die Anstecknadel mit der silberne Spore am Gewand tragen – das Erkennungszeichen des Schwurbunds.
Näheres zum Bund siehe Artikel „Der Orgilsbund“.
Praiodane Steinebach

Ein Finsterling für die Grafenkrone

Vogtei Nilsitz, Boron 1041 BF: Vogt Borindarax, Sohn des Barbaxosch von Nilsitz überbrachte Graf Ghambir vom Isenhag im letzten Götternamen einen besonders schönen Edelstein aus den Minen Finsterklamms.
Dieser sogenannte Finsterling wird wohl schon bald einen besonderen Platz in der Grafenkrone erhalten und somit auf sehr anschauliche Art und Weise die Verbindung der Vogtei zwischen der Opferschlucht und dem Eisenwald zu ihrem Lehnsherren verdeutlichen. Doch darüber hinaus zeugt sie wohl auch von der Ergebenheit des jungen Sprosses der Familie des Mogmarog vom Eisenwald zum Sohn des Gruin.
Burkhard Ludolfinger


Grafschaft Albenhus

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Neue Bergkönigin gekürt!

Gut Dornwald, Anfang Travia 1041 BF: Fleißig waren die Männer und Frauen im Gut Dornwald und geschuftet haben sie auf Äckern, Feldern, Wiesen und Wäldern. Und wer fleißig arbeitet, der darf auch zünftig feiern! So sollte es auch diesen Götterlauf wieder geschehen, wenn es zum 1. Travia um die Wahl der Bergkönigin im Edlengut Dornwald ging. Rechtzeitig zur Erntezeit war bereits der Edle Wolfhardt Isegrein von Dornhart gemeinsam mit seiner Knappin Rabanna von Helfenstein und seinem Beraterstab von der Turneyenreise zurückgekehrt.
Beginnend mit der Teilnahme am Kaiserturnier in Gareth trug der Edle den Namen des Gutes hinaus durch das Reich. Weitere Stationen seiner Turneyenreise war das Kressenburger Neujahrsstechen im Greifenfurtschen und die Teilnahme am Fürstlichen Ritterturnier zu Angbar im schönen Kosch. Auch wenn er dieses Jahr noch keines der Turniere für sich entscheiden konnte, wird man sicher auch in den nächsten Jahren mit ihm rechnen müssen. Nun war er rechtzeitig zurück, um auch in diesem Jahr wieder ein Auge auf die Ernte zu haben. Seit dem Heerzug gen Osten war das Leben schwerer geworden in den Nordmarken – viele gute Männer und Frauen waren im Osten geblieben oder nach ihrer Rückkehr an den Verletzungen von Leib und Seele erlegen, so dass die Ernten nicht so gut ausfielen wie in den Jahren zuvor. Nur durch das gute Augenmerk und die Entschlossenheit des Edlen konnte auch in diesem Jahre wieder eine gute Ernte eingefahren werden und so gab es Grund genug, um dieses wie es guter Brauch war am Erntefest am 01. Travia ordentlich zu feiern! Und es sollte ein Tag der Freude werden speziell für den Edlen und seine Knappin. Bei der Erntefeier im Markt Dornwald wird, wie anderswo auch, im Rahmen der Erntefeierlichkeiten eine Festkönigin unter den unvermählten jungen Frauen gekürt. In Anbetracht der Region wird die Festkönigin hier Bergkönigin geheißen. In diesem Jahr wurde Rabanna von Helfenstein in diesem Jahr einstimmig zur Bergkönigin gekürt! Die junge Dame war außer sich vor Freude und wußte gar nicht, welches ihrer Kleider sie nun zur Feier des Tages anziehen solle. Unsere Bergkönigin Rabanna I. sie lebe hoch, hoch, hoch!
Chrodegang Leuinger

Prospektorengruppe vermisst?

Gut Dornwald, Ende Travia 1041 BF: Eine Reisegruppe, die sich bei ihrer Ankunft im Wirtshaus zum Isenstein als Prospektoren vorstellte, gilt seit einigen Tagen – sehr zum Ärger des Wirtes - als verschollen. Doch wie kam es dazu? Kann der Edle von Dornwald nicht für die Sicherheit seiner Gäste sorgen? Wir wollen den Verlauf des Besuches kurz zusammenfassen: Nach der Anreise über die Via Ferra traf die Gruppe Anfang Travia 1041 im Markt Dornwald ein und bezog Gastung in obigem Wirtshaus – übrigens das erste Haus am Platze und eines der Besten auf der Via Ferra. Die Gruppe, bestehend aus vier Personen, stellte sich als Prospektoren vor, die entlang der Via Ferra auf der Suche nach Rohstoffvorkommen seien. Für die ersten drei Tage bezahlten sie im Voraus und legten blinkendes Gold auf den Tresen des Wirtes und brachen in den Folgetagen immer wieder auf, um sich in der Gegend umzusehen, was meist bedeutete, dass sie den ganzen Tag unterwegs waren und erst Abends wieder in ihr Quartier zurückkehrten. Dabei sah man sie bisweilen rings um den Marktflecken über Felder und Wiesen ziehen, ein anderes Mal wurde man ihrer in der Nähe des Isensteins sichtig. Einem Besuch beim Edlen zur dortigen Vorstellung wich die Gruppe beharrlich aus, auch auf Nachfragen, woher sie den kämen und in wessen Auftrag sie den unterwegs seien, verwickelten sich die Mitglieder der Reisegruppe – drei Männer und eine Frau, die wohl ihre Anführerin war – zunehmend in Widersprüche. Nachdem auf diese Weise sechs Tage ins Land gingen, fiel auf, dass die Gruppe am Abend des siebten Tages dem abendlichen Mahl fernblieb. Auch in der Nacht tauchten sie nicht wieder auf, denn ihre Zimmer waren am nächsten Morgen unbenutzt, ihr Gepäck war allerdings noch vor Ort. Nicht auszuschließen ist, dass die Reisegruppe im Bergland verunglückte. Wer Hinweise auf die Reisegruppe hat – eine genaue Beschreibung ist beim Wirt des Isenstein zu bekommen – mag sich direkt an den Wirt oder die Dorfschulzin Ivetta Dornwalder wenden.
Chrodegang Leuinger


Allerlei

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Vom Vorteile des nordmärkischen Wolfshundes in heutigen Zeiten

eine kurze Studie von Esindora von Kuslik, reisende Gelehrte
stark gekürzt und redigiert von Boroald von Weitenfeld, Kanzleirat zu Elenvina
Wenn ich es nun unternehme, die folgenden Zeilen über eine Hunderasse zu veröffentlichen, welche in den Nordmarken erst in neuerer Zeit wieder ans Tageslicht gezogen wurde, so geschieht es darum, weil ich der festen Überzeugung bin, dass diese hier zu besprechenden „Wolfshunde“ es sowohl ihrer brillanten Eigenschaften, als auch ihres imposanten Äußern wegen verdienen, weitere Verbreitung zu finden.
Denn es kamen mir Vorkommnisse zu Ohren, die nach solchen Hunden geradezu verlangen.
Als ich im Herbst des Götterlaufs 2533 nHE [1041 BF] durch die Nordmarken reiste, so begegnete mir einer der hässlichsten Hunde, die ich je gesehen hatte. Seine Herrin musste den riesigen Wolf – denn als ein solcher erschien er mir das beinahe ein Schritt hohe Wesen zunächst - scharf zurückpfeifen, denn er schien mich verdächtig zu finden. Warum auch immer, aber vielleicht kitzelte ihn auch einfach nur der Staub der Studierstube in der feinen und riesengroßen Nase. Ich erkundigte mich bei seiner Besitzerin über ihn, einer gewissen Edlen Frederun Lechmin von Weitenfeld, die mich daraufhin überrascht ansah und ich erfuhr, dass dies doch ein Hund war, der zwar auf den Namen „Raul“ hörte, aber ein Weibchen sei, dessen Bellen nun einmal wie sein Name klänge. Ihre junge Knappin Karline habe den Hund so benamt.
Auf diese Weise lernte ich die Rasse erst vor kurzem kennen, und muss mich deshalb hauptsächlich an das halten, was ich aus der Literatur über diese Tiere geschöpft habe und was mir persönlich von hervorragenden nordmärker Haltern darüber mitgeteilt wurde.
Nun ist eine Ritterin mit einem Hund gerade in Gebieten wie dem Weiden‘schen oder eben den Nordmarken beileibe kein ungewöhnlicher Anblick, aber in der Regel haben Adlige Rassenhunde oder eindeutig als Jagdhunde erkennbare Tiere bei sich. Doch dieser Hund war groß, grau und struppig. So etwas wäre eine Jagdgesellschaft nicht zuzumuten! Generell scheint es sich um eine Kreuzung von den bekannteren Rassen Olporter und Bornländer zu handeln, aber das Ergebnis ist etwas völlig anderes. Es ist daher nicht anzunehmen, dass seine altvorderen Züchter auf Adel und Schönheit sahen; vielmehr wurden Stärke, guter Bau und Geschwindigkeit als Haupteigenschaften gepflegt.
Zu meiner Überraschung hatte die Edle auch gar nicht sonderlich auf den Stammbaum ihres Hundes geachtet und berichtete mir, dass sie in Eile gewesen sei und einen Wach- oder Hütehund gesucht habe. Wollte sie Schafe züchten?
„Nein“, erklärte sie. Dieser Hund könne zwar auch wachen und hüten, aber er stamme aus einer Familie von Jagdhunden, die gefährliche Raubtiere gejagt hätten. Und darin stimmen alle historischen Berichte überein, dass der klassische nordmärker Wolfshund ein kolossales Tier war, von außerordentlicher Kraft und Mut, ein Hund, der sowohl zum Schutze der Person wie des Eigentums, als namentlich auch für die Jagd auf wilde Tiere hoch geschätzt war. Dem kann ich zustimmen, denn ohne Rauls Schädel nun direkt gesehen zu haben, war doch erkennbar, wie sehr die kräftige Gebisspartie den Schädeln von Kampfhunden im Naturkundlichen Museum in den Hallen der Weisheit zu Kuslik ähnelte. Ich erinnerte mich an einen Abschnitt aus Prems Thierleben¹:

„Die südlichen Nordmarken beherbergen sehr viele Kühe, ausgezeichnete Pferde, Falken, Fische und mannigfaches Geflügel. Das Land hat ferner Wölfe und Windhunde, um jene zu jagen; der Körper und die Läufe der letzteren sind stärker als die eines Fohlens.“ Der Autor hat in seinen Argumenten außerordentlichen Scharfsinn entwickelt und seine Ausführungen sind gewiss der Beachtung wert. Er dürfte indes manchen Irrtum begangen haben, wenn er auch mit größter Gründlichkeit fast jede bekannte Rasse, sei sie dem Lieblichen Felde oder dem Ausland angehörig, behandelt. Es ist mehr als wahrscheinlich, dass wir in dem heutigen Horasischen Hirschhund den Repräsentanten des nordmärkischen Wolfshundes zu erkennen haben. Obgleich jener kleiner, weniger kräftig und schmächtiger ist, so stimmen doch die übrigen Eigenschaften bei beiden vollständig überein und unter den heutigen Würfen erscheinen viele Exemplare, die an den Urstamm auffallend erinnern. Es ist geschichtlich nachgewiesen, dass unsere Rasse den Bosparanern schon bekannt war, da sie dieselbe bei ihren Tierkämpfen benutzten, wozu die bedeutende Größe, Stärke und Lebhaftigkeit die Hunde besonders befähigte. Prems Thierleben beschreibt einen großen und mächtigen Windhund, der aus dem Lande der Gjarlsker und Thorwaler wegen seiner guten jagdlichen Eigenschaften in die nördlichen Provinzen Bosparanas transportiert worden sei.
Zu solchen Spielereien wie in den alten Zeiten hätte Raul keine Zeit, erklärte mir die Edle, denn immer wieder klagten die Bauern, dass durch den langen Krieg die Rudel der Wölfe doch ganz beängstigend angewachsen seien, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.
Aber nicht nur Wölfe könne Raul jagen, berichtete mir die Rittersfrau weiter. Auch dämonische Umtriebe könne sie aufspüren. Und ich solle bloß nicht denken, nur weil Haffax [Pfui!] besiegt sei, gäbe es weniger dem Unheiligen zugeneigte Leute! Ob ich nicht gehört hätte, dass in den Wäldern der Nordmarken immer wieder und immer öfter seltsam blutleere Leichen gefunden würden? Erst kürzlich habe sie gar nicht fern von Elenvina einen ermordeten Köhler und seine Frau gefunden, die trotz eines dem Herrn BORon sehr gefälligen Gebetes wieder aufstanden und die Gruppe mit übermenschlicher Kraft angriffen. Erst Speere, frisch vom Baum geschnitten, hatten das unheilige Treiben beendet. Raul hatte das schon geahnt und mutig zur Verwirrung der Gegner beigetragen. ²

„Die Sinne der Tiere sind so viel feiner als unsere“, belehrte die Edle von Weitenfeld mich. „Sie nehmen ein Grauen wahr, dass sich wie ein leichter Nebel zu nähern versucht und warnen uns auch, wenn ein Mensch nicht mehr er selbst ist.“
Ich muss daraufhin reichlich verschreckt ausgesehen haben, denn die Ritterin schlug mir lachend auf die Schulter, dass ich beinahe in die Knie ging.
„Ihr seht“, rief sie, „die Vorteile eines Hundes sind vielerlei: Er kann jagen, warnen und Euch wärmen. Er ist nicht umsonst als treuester Freund des Menschen bekannt! Ich kann Euch nur empfehlen, Euch selbst einen solchen Gefährten zuzulegen.“
„Raul“, bellte Raul wie zur Bestätigung.
Nach dieser Begegnung hatte ich Gelegenheit, mir bei einem Züchter verschiedene Arten von Wolfshunden anzusehen. Allerdings war deren Fellfärbung Rauls struppigem Grau im seltensten Falle ähnlich, so dass ich Raul nie für einen solchen gehalten hätte. Der Züchter erklärte mir, dass wie der Horasische Hirschund auch, so muss der nordmärker Wolfshund mit Liebe und Güte behandelt werden; er ist dafür durch außerordentliche Anhänglichkeit dankbar. Prügel und grobe Behandlung verderben seinen Charakter, da er von sehr empfindsamem Gemüt ist.
Ich dankte der Ritterin für das Gespräch und wir gingen jede unserer Wege. Ich bin fast versucht, in einem mir bekannten Dorf vorbeizuschauen und zu fragen, was sie denn so an Welpen hätten. Denn die Vorteile der Wolfshunde in den heutigen Zeiten sind unbestreitbar.


1. PREMS THIERLEBEN, neuere Kusliker Fassung, Kuslik 2511 nHE [1019 BF], S. 372.
2. Bisher habe ich nur Gräber von Gefallenen aus dem letzten Konflikt mit Albernia aufgesucht und die sind in ihren Gräbern geblieben (BORons Segen über sie!). Anmerkung der Autorin

Tagebucheintrag eines Travia-Geweihten

Geliebte Lieska.
Lange habe ich Dir nicht mehr geschrieben, bitte verzeih. Doch ich weiß Dich in Travias Haus und hoffe, Du blickst wieder mit Stolz auf mich herab aus Alverans Gefilden. Stell Dir nur vor, Jost Verian, dieser Rotzlöffel, hat mich erneut auf eine Reise geschickt. Letztes Mal sollte ich ja auf diese Jungfernfahrt der Concabella, um ihn dort zu vertreten. Ausgerechnet ich, der ich doch mit Politik so gar nichts anzufangen weiß, war also umgeben von lauter Adeligen und hohen Geweihten und Magiern auf dem Großen Fluss unterwegs. Vom Ergebnis habe ich Dir ja schon geschrieben, jetzt will ich Dir von der neuesten Schnapsidee des Barons erzählen. Er kam zu mir und diskutierte erst mit mir über die Größe des Armenhauses, dass er für mich und unsere Kirche der göttlichen Mutter bauen will. Dann legte er mir eine Einladung vor die Nase, in der alle nordmärker Adeligen zu einer Versammlung beim Herzog eingeladen wurden. Jetzt wusste ich aber schon vorher davon, weil mich Ivetta, meine gute neue Freundin aus dem Storchengarten, schon über den Tsasegen der Prinzessin informiert hatte, der auch während dieser Adelsversammlung gesprochen werden sollte.
Und Ivetta war es auch, die mich dazu eingeladen hat! Ich, der ich letztes Jahr fast der guten Frau Herzogin vor die Füße gekotzt hätte, sollte nun beim Geburtssegen ihrer Tochter mitmachen! Ich freute mich sehr, und war auch etwas stolz darüber, wenn ich ehrlich bin. Also bereitete ich mich gut auf die Zeremonie vor, packte Kerzen und dein Rezept für das Heimkehrerbrot ein, und reiste nach Elenvina. Aber da war vielleicht Trubel in der Stadt. Unzählige Geweihte der jungen und bunten Göttin TSA wollten just an jenen Tagen einen Konvent abhalten. Ausgerechnet in der so überaus praiostreuen Stadt des Herzogs. Das musste ja Ärger geben. Du weißt, ich stehe der Eidechsengöttin nicht negativ gegenüber, und daher freute ich mich über die vielen Priester und auch die Kinder, die sie mitgebracht hatten. Der Herzog jedoch und viele der anderen Adeligen schienen aber leider zu vergessen, dass die Bunte Göttin auch zu unserem heiligen Zwölferkreis gehört, und er warf sogar einen ihrer Geweihten ins Gefängnis und wollte sie von den Feierlichkeiten in seiner Burg ausschließen. Leider bin ich mit meinen Worten der Milde und Barmherzigkeit nicht an sein Ohr gedrungen. Hätte er auf mich gehört, wäre wohl seine Tochter später nicht von einem Schelm vertauscht worden. Glaube ich, so ganz habe ich diesen Tausch nicht verstanden. Aber ich bin sprunghaft, immer schön der Reihe nach. Wir backen von fest nach flüssig, und nicht andersherum, nicht wahr?
Nach der Audienz und der Besprechung mit den Adeligen auf der Burg des Herzogs war die Stimmung im Keller. Aber kein Wunder, wenn der Herzog selbst einen Tsageweihten abführen lässt. Am nächsten Tag sollte dann der Geburtssegen für die kleine Prinzessin gesprochen werden. Wieder erschienen alle, und das Heimkehrerbrot, nach deinem Rezept in der Küche der Burg gebacken, lag bereit. Doch es geschah schreckliches! Die Patin der Prinzessin, eine Adelige irgendwo aus Gratenfels, küsste das Mädchen und sie ward zu Stein! Der Schrecken war groß, und überall herrschte Aufregung. Ich holte erst einmal die Dienerinnen der TSA zurück, die kurz zuvor vom Herzog rausgeschmissen worden waren, und gemeinsam mit Ivetta untersuchten wir das Kind. Leider hat sich dann irgendwie jeder Geweihte geweigert, den Geburtssegen zu sprechen, da sie nicht wussten, ob die Seele des Kindes noch da war. Ich habe das dann später nachgeholt, ich konnte sie ja nicht ungeschützt lassen. Auf jeden Fall wurden die Gäste dann losgeschickt, um der Sache auf den Grund zu gehen und den Übeltäter zu schnappen. Ich war mit einigen anderen Gästen, unter anderem einem Phexgeweihten aus dem Horasiat, beauftragt den Fluch zu lösen. Also begannen wir mit einer Schnitzeljagd quer durch Elenvina, vom Hesindetempel zum Alchemisten der Magierakademie und zurück. Auch in die Reichskanzlei führte mich unsere Suche, wo sich mir gar ein dämlicher Bürokrat entgegenstellte. Unverfroren wie er war, ließ er sich auch nicht durch Travias Zorn beeindrucken, der sich seinen Weg über meine Lippen suchte! Stell Dir vor, er wollte erst nicht helfen und wurde auch noch frech! Aber vielleicht war auch ich zu ungeduldig, andere konnten dann doch das nötige Wissen erlangen und ich söhnte mich später mit dem Beamten aus.
Nach dem wir dann noch in den Sumpfauen des Großen Flusses nach Muscheln und Schlangen und vielen anderen Sachen gesucht haben, konnte ein Alchemist dann auch endlich das Gegenmittel herstellen. Was soll ich sagen, am Ende hat es funktioniert und die Prinzessin wurde zurückverwandelt. Aber nicht ohne eine Schreckenssekunde, denn ein Schelm hatte sie noch vertauscht, und das richtige Baby musste erst noch gefunden werden. Oh, ein solches Durcheinander kenne ich sonst nur aus den Tagen der hohen Feste in unserem Tempel.
Aber schließlich und endlich konnten wir die Zeremonie durchführen und der kleinen Prinzessin endlich den Geburtssegen sprechen. Zwar hatte ich das schon einige Tage früher getan, aber sicher war sicher. Und, stell Dir vor, das Herzogenpaar hat mein Heimkehrerbrot gegessen, dass ich nach deinem Rezept erneut gebacken habe. Ich glaube sogar, es hat ihnen geschmeckt.
Am Ende mussten wir sogar noch einem Kind den Geburtssegen sprechen, denn das vertauschte Kind musste ja auch noch in den Kreis der Gläubigen aufgenommen werden. An den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern, er war etwas exotisch zustande gekommen. Wohl aber an den Paten, den ich an Eltern statt gefordert habe. Ein Herr von Sterz übernahm die Verantwortung für das Koboldkind und ich lies ihn schwören, die Eltern zu suchen oder das Kind an ihrer statt als eigenes anzunehmen. Ein wahrhaft von Travia gesegneter Abend war das.
Aber eines muss ich Dir noch erzählen. Stell Dir vor, die Kirche des Herrn Praios zieht in die Dörfer und Städte der Nordmarken und stielt dort kleine Kinder, in denen Madas Kräfte schlummern. Sie raubt sie und bringt sie nach Elenvina, um sie dort zu Magiern ausbilden zu lassen. Und das nur, damit keine Druiden oder Hexen aus ihnen werden. Wir wissen doch beide, wie wertvoll die Naturzauberer in den Dörfern und Wäldern sind, lindern sie doch viele Krankheiten und Gebrechen, wo kein Medicus in der Nähe oder gar bezahlbar ist. Aber die liebe Ivetta hat den Herzog dazu aufgefordert, diesen Kinderraub sein zu lassen, und ich stellte mich dabei hinter sie. Sollten alle sehen, dass sie mit der Forderung nicht alleine ist. Auf jeden Fall will ich Vater und Mutter in Albenhus darauf ansprechen, ob wir nicht eine Protestnote einreichen können. Der Tempel in Elenvina ist dazu leider nicht bereit, hat er doch Angst vor der Reaktion des Herzogs. Dabei ist es so wichtig, für die Werte der Gütigen Mutter einzustehen, auch wenn es Folgen haben könnte.
Ein letzte noch. Einige Tage nach meiner Rückkehr nach Hlûthars Ruh konnte ich endlich mit Jost Verian sprechen und ihn davon überzeugen, nicht nur ein Armenhaus, sondern einen der Vierertempel zu errichten, von denen ich Dir schon erzählt habe. Und er hat zugestimmt! Es schien sogar so, als freue ihn der Gedanke, neben seinem Schloss einen Tempel der Zwölf zu wissen. Das bedeutet, er baut einen Tempel der Herrin Travia und drei Schreine für die Göttinen Peraine, Tsa und Rahja! In den Nordmarken werden noch drei weitere solcher Tempel gebaut, und zwar in jeder Grafschaft eine. Dort wollen wir uns um die Heilung der Kranken und Kriegsversehrten kümmern und ich mich in meinem Tempel und Waisenkinder aus dem Krieg. Ich werde also endlich einen eigenen Tempel haben, nur fehlst Du an meiner Seite. Wir wollten doch zusammen unseren Tempel und die Gänseschaar anführen meine Liebste. Jetzt muss ich nach einer anderen Dienerin unserer Gütigen Mutter suche, die an meiner Seite den Tempel führen mag. Aber heiraten werde ich sie nicht, ich versprach Dir ja, Dich in Travias Heim wieder zu sehen. Ich bleibe Dir treu, Lieska!
Dein Vieskar.

Trauert mit dem Kosch, Ihr Nordmärker!

Fürst Blasius von Eberstamm ist tot.

15. Travia 1041 BF: Ein Bruch in der Beständigkeit des scheinbar so felsenfest stehenden Kosch bedeutete die Nachricht, die aus unserem benachbarten Fürstentum zu uns drang:
Fürst Blasius ist tot!

Am Abend seines 72. Tsatages schlummerte Seine Durchlaucht über einem Humpen Bier ein, ein Schlaf, aus dem er nicht mehr erwachte.

Fürst Blasius galt als der Beständigste und Treueste der Nordmärker Verbündeten und hielt bereits mit drei Herzögen aus dem Haus vom Großen Fluss unverbrüchliche Freundschaft. Als dienstältester Provinzherr im Neuen Reich nahm er teil am Turnier zur Gareth, erlebte den Orkkrieg, die Answin- und die Borbardkrise ebenso wie das Jahr des Feuers und – nicht mehr als aktiver Kämpfer – den Haffaxfeldzug. Unvergessen bleiben seine zahlreichen Besuche auf den Hoftagen Seiner Hoheit Jast Gorsam vom Großen Fluss (möge er in Frieden ruhen!), bei denen sich die Huld seiner Durchlaucht auch auf die von ihm scherzhaft als ‚Hinterkoscher’ bezeichneten Nachbarn ausdehnten. Und fürwahr – wer würde seiner Durchlaucht jemals ob eines solch fröhlichen Scherzes gegrollt haben wollen?
Besonders ins Gedächtnis geprägt haben sich jedoch all jene Male, in denen der gesamte Nordmärker Adel zu Rat & Feste an seinen Hof zu Gast war.
So hatte Seine Durchlaucht im Götterlaufe 1028 BF zu der Nachfeier seines 60sten Tsatages geladen, eine Erlebnisreise in Eberstammer Familiengeschichte, die sicherlich keiner seiner Gäste jemals vergessen wird.
Im Jahre 1031 BF wiederum weilten viele der Nordmärker Adels- und Geweihtenschaft zu den Hesindespielen in Salmingen, über die der Fürst gnädig sein waches Auge schweifen ließ. Hierbei erfuhren die Gäste, was es mit folgendem Sinnspruch auf sich hatte:

Wenn die Kröten schleichen

Zur Wiege des Schlangengleichen,

Beim Hahnenschrei,

Entsprungen dem Ei,

Das keine Henne gelegt,

Im dunklen Walde gehegt,

Dann ist der Anfang vom Ende da,

Verhindert’s nicht der Helden Schar.

So gelangten sie zu einer umfassenden Kenntnis des koscher Hexenwesens – nur eine der vielen absonderlichen Traditionen, welche den Kosch seit urvorderen Zeiten vom Herzogtume am großen Fluss scheidet.
Wieviel angenehmer indes war die Ladung des Fürsten zur Neueinweihung der nach dem im Jahr des Feuers wieder aufgebauten Fürstenresidenz Thalessia anno 1036 BF. Benannt war die Feste nach der greisen Fürstenmutter, einer fürwahr durchsetzungsfrohen und willensstarken Dame – die jedoch geradewegs bei der Weihefeier durch schwarzzauberisches Wirken der verdammungswürdigen Borbaradanhängerin Charissia den Tod fand. Ein Schicksal, das um ein Haar, gerade noch verhindert durch tapfere Nordmärker, auch den Fürsten ereilt hätte.
Dem Reich wird Blasius von Eberstamm als treusorgender Landesfürst, bestimmter Kenner und Förderer der Koscher Braukunst und Küche und als beharrlicher, traditionsverbundener Landesvater in Erinnerung bleiben.

Im Koscherland hat derweil Erbprinz Anshold von Eberstamm die Regierungsgeschäfte übernommen und harrt seiner Krönung durch die Kaiserin, Rohaja von Gareth.
Möge dem neuen Landesvater eine ebenso glückliche und segensvolle Hand wie seinem Vater beschieden sein!

Alara Togelstein-Horning

Der Orgilsbund

Der Orgilsbund (eigentlich „Schwurbund nach Vorbild des Heiligen Orgil“) ist ein Zusammenschluss nordmärkischer Knappen und Jungritter, die gemeinsam beim Haffax-Feldzug (ING 1039 - EFF 1040) gekämpft haben und die sich durch die gemeinsame Zeit in Heerzug, Schlacht und Lagerleben freundschaftlich nahegekommen sind, auch wenn sie sich vorher noch gar nicht kannten. Aus dem Wunsch entstanden, weiterhin Kontakt zu halten – selbst wenn einige der Knappen nach der Schlacht zum Ritter geschlagen wurden – hat der Bund sich dem Erhalt von Freundschaft, Kameradschaft unter Waffenbrüdern und gegenseitiger Unterstützung sowie dem Andenken an gefallene Freunde zum Ziel gesetzt. Zum Andenken der Verstorbenen gehört auch, deren Familien Unterstützung anzubieten, wenn diese sie benötigen. Wie beim Heiligen Orgil, der dem Heiligen Hlûthar zur Seite stand, steht das Dienen im Vordergrund - zuvorderst der Schwurgemeinschaft.
Geistiger Pate des Schwurbund ist der vairninger Rondra-Geweihte Eberwulf Donnerschlag, welcher den Feldzug ebenfalls miterlebt hat und bei der Gründung des Bundes den Segen der Sturmherrin und des Götterfürsten auf die Schwörenden herabrief, während jedes Mitglied eigene Worte für seinen Schwur wählte und ein Blutopfer gab, das mit der Klinge geschlagen wurde, welcher er/sie zu führen ausgesucht hat bzw. welche für ihn/sie von Bedeutung ist.
Politisch hat der Bund bislang keine Ausrichtung.
Die Mitglieder tragen bei öffentlichen Auftritten eine kleine silberne Anstecknadel in Form einer Spore.
Neumitglieder müssen die Ideale des Bundes vertreten, sollten passenderweise in einer Schlacht an der Seite ihres Schwertherrn gekämpft haben wie der Herr Orgil dem Herrn Hlûthar, werden nur nach Vorschlag durch ein bisheriges Mitglied und in Einstimmigkeit aufgenommen.
Über den Aufenthalt der Mitglieder gibt ein kleines Büchlein Auskunft, dass der Bund im Traviatempel zu Elenvina hinterlegt hat. Dort hat jedes Mitglied nicht nur eingetragen, wo er/sie sich nach Aufhebung des Heerbanns hinwendet, sondern auch, welchen Verstorbenen er/sie speziell gedenken möchte. Es wird bei Änderungen natürlich aktualisiert.
Bisherige Mitglieder sind: Baronet Wunnemar von Galebfurten-Bienenturm zu Tälerort/Darpatien (*1017, ehemals Knappe von Baron Roklan von Leihenhof zu Galebquell, Ritterschlag durch Herzog Hagrobald während der Siegesfeier nach dem Haffaxfeldzug), Boronian von Schwertleihe (*1020, ehemals Knappe von Baron Lucrann von Rabenstein zu Rabenstein, Ritterschlag nach der Schlacht von Mendena), Ira von Plötzbogen (*1022, ehemals Knappin von Baronet Jost Verian von Sturmfels-Maurenbrecher zu Hlutharswacht, Ritterschlag nach der Schlacht von Mendena), Brun von Kranickteich (*1022, ehemals Knappe der im Feldzug gefallenen Baronin Ulinai VIII. Timerlain von Vairningen zu Vairningen, seit Ende Feldzug in der Herzogliche Knappenschule), Alrik vom Schwarzen Quell (*1022, ehemals Knappe des im Feldzug gefallenen Marcorion Thomundson, seit Ende Feldzug in der Herzogliche Knappenschule), Aureus Praioslaus von Altenwein (*1022, Knappe von Wikterp von Caldenburg), Firin von Landwacht (*1023, ehemals Knappe von Halmar von Schellenberg, Ritterschlag nach der Schlacht von Mendena) und Gereon Adlerkralle von Rickenbach (*1024, Knappe der Baroness Fiona von Tandosch)
(siehe auch Wiki: Orgilsbund)

Im Zeichen der silbernen Spore

ein Interview mit Aureus von Altenwein (19 Götterläufe)

(von Praiodane Steinebach)
Unlängst traf ich in einem Wirtshaus in den Ingrakuppen auf eine kleine Gruppe junger Adliger. Ich dachte mir ja gleich, dass es sich um junges Rittervolk handeln musste, denn ihre Ausrüstung und die Klingen, die sie mit sich führten, deutete darauf hin. Nun, als Schreiberin entwickelt man auf der Suche nach Geschichten mit der Zeit einen Blick für die Leute und so fiel mir auf, dass alle dieser sieben jungen Leute einen silbernen Anstecker in Form einer Spore am Gewand trugen, aber ein paar von ihnen sich noch mit Knappenschwertern gürteten. Das machte mich neugierig, denn zum einen wollte ich erfahren, was eine Gruppe Zöglinge ohne ihre Schwertherren in die isenhager Berge verschlug, und zum anderen wollte ich wissen, was es mit den Schmuckstücken auf sich hatte. Einen der jungen Männer konnte ich schließlich für ein Gespräch gewinnen:
Greifenspiegel (GS): „Danke junger Herr, dass Ihr euch die Zeit nehmt für mich und die Leser. Ihr sagtet, dass ihr und eure Freunde aus Tandosch kämt, wo ihr zu Ehren eines Freundes ein besonderes Fest gefeiert hättet. Nun, erzählt, was war das für eine Feier? Und was bedeutet dieser Anstecker an eurer Brust?“
Aureus von Altenwein (AvA): „Gern. Wir haben die Aufnahme eines Kameraden in unseren ‚Orden‘ gefeiert, der bei der Gründung eine schwere Kopfverletzung hatte und deshalb erst jetzt Mitglied werden konnte. Dieser Anstecker ist unser Erkennungszeichen. Wir sind Mitglieder im Orgilsbund, dem Schwurbund nach Vorbild des Heiligen Orgils.“
(GS): „Oh, ein Orden sagt Ihr? Beeindruckend, mit Verlaub, denn ihr scheint noch so jung… Was ist denn dieser ‚Orgilsbund‘ und um was geht es dabei?“
AvA: „Wir sind ein Zusammenschluss von Knappen, die am Heerzug gegen den Reichsverräter Helme Haffax teilgenommen haben. Einige von uns haben zwar schon den Ritterschlag vor der Gründung erhalten, sind aber dennoch beigetreten. Wisst Ihr, der Feldzug hat uns als Freunde zusammengeschweißt. Jeder von uns hat irgendwen durch diese Schlachten verloren, Schwerteltern, Familienangehörige, Geliebte, …. Wir haben so vieles in dieser Zeit miteinander erlebt, da wollten wir auch weiterhin miteinander in Kontakt bleiben, auch, um den Verstorbenen zu gedenken und uns weiterhin zur Seite stehen zu können bzw. den Hinterbliebenen.“
GS: „Warum habt ihr euch den Heiligen Orgil ausgesucht und nicht den Heiligen Hluthar, der in unseren Nordmarken ja viel mehr verehrt wird?“
AvA: „Nun, da wir eigentlich als Knappenbund geplant waren, schien es uns sinnvoller, uns den heiligen Knappen zum Vorbild und Schutzpatron zu erwählen. Den ‚Treusten der Treuen‘. Er sollte uns inspirieren.“
GS: „Seid ihr ein richtiger Kirchenorden oder ein…huuu… Geheimbund?“
AvA: „Weder noch. Auch wenn wir unter dem Schutz des Heiligen Orgil stehen, sind wir nicht Teil der Rondra-Kirche. Aber auch wenn wir bisher keine großen Bankette ausgerichtet oder Taten begangen haben, sind wir nicht geheim. Wir sind ja auch noch jung - Wie ihr schon richtig festgestellt habt.“
GS: „Viele Leute fragen sich jetzt bestimmt: seid ihr so was wie die ‚jungen Koradiner‘?“
AvA: „Es mag Gemeinsamkeiten geben, aber nein. Wir sind ein eigenständiger Bund.“
GS: „Wer ist dabei?“
AvA: „Nun, da wären Seine Wohlgeboren Wunnemar Thankmar von Galebfurten-Bienenturm, die Hohe Dame Iradora von Plötzbogen sowie die Hohen Herren Lucrann Boronian von Schwertleihe und Firin von Landwacht. Allesamt bereits zum Ritter geschlagen. Desweiteren gibt es die Knappen Brun Hadomar von Kranickteich, Alrik vom Schwarzen Quell, Gereon Adlerkralle von Rickenbach und meine Wenigkeit, Aureus Praioslaus von Altenwein. Brun und Alrik gehören übrigens der herzöglichen Knappenschar an, da ihre Schwerteltern auf dem Feld geblieben sind.“
GS: „Einige wohlklingende Namen. Da kommt ihr ja aus vielen unterschiedlichen Ecken, wenn ich das recht überblicke. Wie klappt das denn nun mit dem in Kontakt bleiben?“
AvA: „Ein fester Turnus für unsere Treffen ließ sich leider noch nicht etablieren. Dazu sind unsere Leben noch zu turbulent. Aber ein- bis zweimal im Götterlauf sollte es schon werden. Wir stehen aber in losem Briefkontakt.“
GS: „Altenwein sagtet Ihr ist Euer Name?… Hm… Hat euer Vater nicht euer Lehen verspielt?“
AvA: „Ja, das stimmt. Ich konnte da lange Zeit nicht drüber sprechen. Aber ich versuche mir inzwischen klar zu machen, dass ich nicht mein Vater bin und ich aus seinem Schatten heraustreten kann – und werde. Er hat abscheuliches getan und ich hoffe, er schmort dafür in den Niederhöllen.“
GS: „Na, ich bin mir ganz sicher, dass Ihr euch einen eigenen Ruf erarbeiten könnt! Ein junger, schneidiger Edelmann wie ihr, Mitglied in einem so göttergefälligen Schwurbund… Was sagen eure Familien denn dazu, dass Ihr euch einander verpflichtet habt? So ein Schwur, der noch dazu unter dem Segen der Götter geschlossen wurde, ist ja schon etwas Bindendes.“
AvA: „Hier kann ich nur für mich und meine Familie sprechen. Meine Schwester Praiodara hat da natürlich einige Bedenken. Aber so ist das, wenn man eine Geweihte des Götterfürsten zur Schwester hat. Trotzdem ist sie, wie meine Mutter auch, erfreut, dass ich aus dem Schatten meines Vaters treten konnte.“
GS: „Gegenseitig zugesicherte Unterstützung – hm, ich hoffe sehr, das gilt nur für götterfürchtige Dinge, oder?“
AvA: „Ich ging davon aus, dass dies für alle Lebenslagen gilt. Deswegen habe ich bei meinem Schwur auch angeboten als Vermittler bei Streitigkeiten innerhalb des Bundes zu fungieren. Dennoch kam es mir nicht in den Sinn die Anderen zu fragen, wie weit sie diesen Schwur in ihr Leben lassen wollen.“
GS: „Unter uns, sprecht ehrliches Wort: würdet ihr auch füreinander… sterben?“
AvA: „Wenn es den Göttern so gefällt.“
GS: „Verstehe. Erzählt doch in kurzen Worten, wie wir uns diese Zeremonie vorstellen müssen.“
AvA: „Seine Ehrwürden Eberwulf Donnerschlag hielt am Abend einen Göttinnendienst zu Ehren der Leuin unter freiem Himmel ab. Das untergehende Praiosmal färbte den Horizont langsam in das der Himmelsleuin wohlgefällige Rot. Der Große Fluss rauschte wohlwollend an der Herzogenstadt entlang, dann forderte uns seine Ehrwürden auf einzeln nach vorn zu treten und unseren Schwur zu leisten. Ein jeder von uns sprach aus freien Stücken seinen persönlichen Schwur und opferte der Leuin einige Tropfen seines Blutes, indem er sich mit seiner Klinge in die Handfläche schnitt. Am Ende bekräftigte seine Ehrwürden den Schwur und segnete unseren Bund.“
GS: „Gingen euch eure Schwurworte leicht über die Lippen?“
AvA: „Ja und Nein. Natürlich hatte ich Bedenken. Was würden andere sagen? Ist es klug, sich mit so jungen Jahren schon zu binden? Aber ich fand die Idee richtig und gut und ich finde, darauf kommt es an. Was die Zukunft bringt kann keiner von uns wissen.“
GS: „Das stimmt. Zur Zeremonie noch einmal kurz: tut es nicht weh, sich mit einer Klinge in die Hand zu schneiden?“
AvA: „Aber sicher tut das weh. Dennoch gibt es größere Wunden und schrecklichere Schmerzen im Leben eines Ritters. Das gehört dazu und man muss lernen damit umzugehen.“
GS: „7 Recken und nur 1 Maid – sind Damen etwa nicht erwünscht in eurem Bund?“
AvA: (lacht) „Das hat sich so ergeben. Aber ob ein Knappe männlich oder weiblich ist spielt bei uns keine Rolle.“
GS: „Gibt es einen Anführer unter euch?“
AvA: „Derzeit nicht.“
GS: „Habt ihr ein Wappen, oder was ist euer Erkennungszeichen?“
AvA: „Bisher haben wir noch kein Wappen verliehen bekommen. Als Erkennungszeichen haben wir diesen Anhänger. Er stellt eine Spore dar.“
GS: „Ein Sinnbild für den Heiligen, wenn mich nicht alles täuscht.“
AvA: „Genau.“
GS: „Habt ihr eine Reliquie oder etwas, das in eurer Mitte aufbewahrt wird, wie es in anderen Schwurgemeinschaften der Fall ist?“
AvA: „Leider noch nicht. Es gibt aber ein Bundbuch im Elenviner Traviatempel. Dort sind unsere Namen verzeichnet und unser Werdegang. Zudem steht dort auch welchen Toten wir zu gedenken wünschen. Sehr persönlich also.“
GS: „Interessant, ich werde es mir mal zu Gemüte führen, wenn ich wieder in der Herzogenstadt bin. Wie kann man denn Mitglied im Orgilsbund werden?“
AvA: „Ganz einfach. Nehmt als Knappe oder Knappin an einer Schlacht teil und unterstützt eure Schwertmutter oder euren Schwertvater, so wie es der Heilige Orgil dem Heiligen Hluthar tat.“
GS: „Wo ist euer Stammsitz?“
AvA: „Wir haben noch nicht die Mittel für einen festen Stammsitz, aber es wird sich gewiss mit der Zeit etwas finden. Bis dahin kann man das Bundbuch als unseren Stammsitz betrachten.“
GS: „Das hört sich alles sehr götterfürchtig und edel an. Sagt, warum hat man denn bisher noch gar nichts von euch gehört?“
AvA: „Das liegt daran, dass wir noch so jung sind. Wir sind ja gerade mal einen Götterlauf alt. Bosparan wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut.“
GS: „Wohl gesprochen, mein Herr. Sagt, was sind die nächsten Ziele eures Bundes? Bestimmt habt ihr schon Pläne. Verratet Ihr sie den Lesern?“
AvA: „Wir wollen über kurz oder lang eine Pilgerreise nach Orgilsheim zur Grablege unseres Schutzpatrons machen. Und unsere Bundschwester hat uns zu ihrer Hochzeit im kommenden Frühjahr eingeladen. Darüber hinaus sind mir keine weiteren Pläne bekannt. Aber einen festen Stammsitz zu etablieren und eine Ordensstruktur zu entwickeln sollte da meiner Meinung nach an erster Stelle stehen.“
GS: „Wär es nicht eine passende Aufgabe für euch, die Sporen des Heiligen Orgil zurück zu bringen, die seit 1031 verschollen sind?“
AvA: „Gute Idee! Ich werde den Vorschlag den anderen unterbreiten. Doch müsste noch geklärt werden, was mit diesen Reliquien geschieht, sollten wir sie finden, und ob wir eine Erlaubnis brauchen von Rondra-Kirche und/oder Orgilsheim.“
GS: „Weil ihr die Hochzeit eurer Bundschwester erwähntet… In einer jeden solch engen Gemeinschaft gibt es stets viele Herzensangelegenheiten, nicht wahr? Was unsere Leser natürlich immer interessiert ist: wer hasst sich, wer liebt sich, oder seid Ihr alles wirklich wahre Freunde? Was könnt Ihr mir darüber berichten?“
AvA: (errötet) „Das ist aber sehr privat. Muss ich darauf antworten?“
GS: (lacht) „Ah, dann gibt es sie also auch unter euch, diese zwischenmenschlichen…Dinge… Ja?“
AvA: „Gewiss gibt es die. Manche sind erfreulicher als andere. Es ist nicht immer alles eitel Praiosschein. So wie es sicher auch in Eurem Leben und dem der Leser ist. Wir sind eben ganz normale Menschen, die sich zu einem Bund zusammengefunden haben.“
GS: „Einige von euch sind ja, wie ihr sagtet, Knappen und damit noch unmündig. Wer sind eure Unterstützer? Eure Schwerteltern?“
AvA: „Nun, Brun und Alrik gehören der Herzoglichen Knappenschule an, Gereons Schwertmutter ist Ihre Wohlgeboren Baroness Fiona von Tandosch und mein Schwertvater ist der Hohe Herr Wikterp von Caldenburg, mein Vetter.
Seine Ehrwürden Eberwulf Donnerschlag ist Pate unseres Ordens. Er hielt die Gründungszeremonie ab und ist Alriks Onkel. Seine Hochgeboren, der achtbare Herr Ardo von Plötzbogen, der Stadtvogt Elenvinas stiftete unsere Anhänger. Er ist Iras Großvater. Brun und Alrik gaben zu verstehen, dass seine Hoheit der Idee unseres Schwurbunds wohlgesonnen gegenübersteht.“
GS: „Es muss ja Seiner Hoheit, unserem Herzog, gut gefallen, dass zwei seiner Knappen einem rondrianischen Ritter-, Verzeihung, Schwurbund angehören. Wobei, irgendwann wird euer Knappenbund ja ein Ritterbund sein. Habt ihr euch denn schon Gedanken gemacht, ob ihr euch als Truppe später mal einem hochwohlgeborenen Herrn andienen wollt?“
AvA: „Eigentlich wollten wir uns aus der Politik raushalten. Aber vermutlich wird das nicht auf Dauer gehen. Dennoch bleibe ich vorerst bei einem klaren Nein.“
GS: „Seid ihr persönlich nicht neidisch auf diejenigen eurer Freunde und Bundgeschwister, die bereits den Ritterschlag bekommen haben?“
AvA: „Gewiss bin ich das. Aber sie haben es sich alle verdient und deshalb freue ich mich für sie. Wenn mein Schwertvater mich nicht für wert hält den Ritterschlag zu empfangen, dann habe ich nicht ihn in Frage zu stellen, sondern ich muss mich selbst fragen, wo kann ich mich verbessern, wo kann oder sollte ich mich verändern.“
GS: „Tut ihr das denn schon? Euch diese Fragen stellen, meine ich. Und wie alt seid ihr denn? Ihr scheint mir doch das rechte Alter für die Schwertleite zu haben…“
AvA: „Ich zähle nun 19 Götterläufe. Das ist in der Tat alt genug, doch reicht es eben nicht einfach nur älter zu werden, um den Ritterschlag zu erhalten. Was die Staatskunst oder den höfischen Tanz angeht, so habe ich noch einiges nachzuholen. Für mich sind das sewerische Dörfer und es fällt mir einfach schwer mir die ganzen Einzelheiten zu merken. Aber ich werde auch diese Dinge in den Griff kriegen.“
GS: „Nun, weil wir gerade von der Zukunft sprechen. Wie wird eurer Meinung nach die Zukunft des Orgilsbunds aussehen?“
AvA: „Ich würde mir wünschen, dass wir uns strukturieren und etablieren können. Dann sollten wir uns überlegen, ob wir uns ein Vermögen schaffen, um auch in Zukunft den Hinterblieben und den Kriegsversehrten helfen zu können.“
GS: „Weil Ihr es ansprecht: Wäre es nicht passend, wenn sich euer Bund weiter daran beteiligt, den Osten des Reiches zu säubern? Es gibt ja leider immer noch Gebiete, die verseucht sind durch unheiliges Dämonengezücht und fern der zwölfgöttlichen Ordnung.“
AvA: „Da habt Ihr Recht. Vielleicht wird sich da bald etwas ergeben. Soweit ich weiß hat die Familie unseres Bundbruders Wunnemar dort Ländereien. Zum jetzigen Zeitpunkt ist mir aber nichts bekannt.“
GS: Was wünscht ihr euch für euch persönlich und für eure Bundgeschwister?“
AvA: „Ich persönlich möchte den Namen meiner Familie wieder reinwaschen und bin so vermessen, mir auch unser Lehen zurück zu wünschen. Meinen Bundbrüdern und -schwestern wünsche ich, dass sie das Leben leben können, dass sie sich wünschen.“
GS: „Und wie kann man euch kontaktieren, falls man Mitglied werden oder euch um Unterstützung bitten will?“
AvA: „Entweder ihr wendet euch an die Traviageweihten im Elenviner Tempel oder an einen von uns. Wir werden dann die anderen benachrichtigen.“
GS: „Zum guten Schluss: wie lautet das Motto bzw. der Wahlspruch eures Bunds?“
AvA: „Für die Toten und die Freundschaft.“
GS: „Schöne Worte. Ich bedanke mich, dass Ihr mir und den Lesern des Greifenspiegels einen so interessanten Einblick gegeben habt. Alles Gute für Euch, Eure Pläne und Euren Schwurbund.“
AvA: „Es war mir eine Ehre.“

Topic revision: r2 - 07 Nov 2018 - 20:24:24 - VonRichtwald
 

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