Aufbruch und Streit

Kurze Zeit später trafen sich Imma, Dhana und Borax, wie verabredet, auf einer Empore zwischen den Gästegemächern und den Räumen der Bediensteten. Zu diesem Zeitpunkt warteten Alfons, Saria und Boromar im Burghof auf Lioba. Dort stehend konnten sie sehen, dass Ihre Hoheit, Grimberta Haugmin vom Großen Fluss und vom Berg, auf dem großen Prunkbalkon im ersten Stockwerk mit dem Haushofmeister und zwei Dienern beschäftigt war, die Banner des Herzogtums neu zu arrangieren und die Feuerschalen für das Bankett heute Abend platzieren zu lassen. Sie bemerkte die kleine Gruppe unten im Hof und nickte diesen kurz zu.

Als Dhana, Imma und der Angroscho den Versammlungsaal betraten war dieser leer, und sie sahen sich leicht irritiert an. „Die anderen scheinen die kurze Pause auch genutzt zu haben. Also warten wir.“ (Borax)

I mma, die das Aroma von Pfefferminze umwehte, indes hoffte die anderen würden sich an ihre Bitte, gemeinsam aufzubrechen erinnern. Als Borax in Richtung Fenster schritt, sagte sie daher: „Ich werde im Burghof auf euch warten, vielleicht sind die anderen ja bereits draußen.“ Dann drehte sie sich um und ging ruhig und langsam hinaus, die Luft, die sie durchschritt schien dabei für einen kurzen Moment den Duft des Waldes im Frühjahr anzunehmen. (Imma)

Borax ging zur Kommode am Fenster und legte seine Haube und das restliche Kettenzeug mit geübten Handgriffen wieder an. Als er sich umdrehte waren seine Augen geschlossen. Seine Arme waren über die Schultern in den Nacken gebeugt und seine Finger hantierten an den letzten Schließen. „Mein Lehrmeister Dwarosch, der Sohn des Dwalin, bestand darauf, dass ich die Rüstung quasi im Schlaf anlegen können müsste. Ich habe diese Fertigkeit lange gelernt, um ihn zu beeindrucken.“ Er strahlte als er fertig war und die Augen wieder öffnete. (Borax)

*

Wenig später traf auch Lioba auf dem Burghof ein, bereit zum Aufbruch. Ihre Wangen waren leicht gerötet – sie hatte sich offenbar beeilt, doch außer Atem war sie nicht. Erwartungsvoll blickte sie die anderen an. „Wollen wir dann?“ (Lioba)

' Wo blieben die denn nur?' Arlans Blick richtete sich auf den Boden. Noch hatte er keine Furchen reingemacht, aber er war sicher, lange würde es nicht mehr dauern.

Er schnappte zweimal nach Luft, schüttelte den Kopf und setzte dann zu einer weiteren Runde an. (Arlan)

Imma betrat mit gemächlichem Schritt den Burghof und schaute sich um, wer da war. Errötete bei Arlans Anblick, steuerte dann aber auf ihn zu, da ihr eingefallen war, dass er noch immer im Besitz des Gewandes war. „Entschuldigt, aber ich habe vor zur Garnison zu gehen, um dort mit meinem Bruder zu sprechen. Vielleicht hilft das unserer Sache ein wenig. Begleitet ihr uns dorthin oder … schwebt euch etwas anderes vor heute nachmittag?“ Da Saria etwas abseits stand und in ein Gespräch mit Alfons vertieft zu sein schien, raunte sie ihm zu: „Denn dann müsstet ihr mir das Gewand zurückgeben. Ihr habt es doch hoffentlich noch bei euch?“ (Imma)

Plötzlich hielt Borax inne, nahm den Kopf leicht in den Nacken und lauschte. Dann ging er zu einem der anderen Fenster, eines zum Burginnenhof hin. Er sah hinaus und seine Miene bekam erst einen fragenden Ausdruck, dann wurde sie etwas säuerlich. Resignierend kam seine Begründung. „Die anderen sind bereits unten, Dhana. Ich weiß nicht warum wir uns die Mühe gemacht haben irgendetwas abzusprechen und zu inszenieren, wenn es eh niemanden interessiert. Bin gespannt, was sie jetzt ausgeheckt haben, die sehen so aus als ob sie jeden Moment aufbrechen wollen. Kommt meine Liebe, wir schauen was sie vorhaben.“ Er stapfte Richtung Tür und seine Körperhaltung deutete etwas mehr Spannung an, als bei ihm im Normalfall üblich. Zudem trug er den schweren Hammer nicht locker über der Schulter, sondern am breiten, mit Metallplatten und gewundenem Draht verstärkten Stiel. (Borax)

Dhana nickte Borax zu und nahm auch ihre Sachen, welche noch hier deponiert waren: "So ist das manchmal. Man sagt, sie sollen warten, und wenn man wiederkommt, sind sie in alle Winde zerstreut. Ich bin gespannt, wo uns der Weg hinführen wird. Bleibst du dabei bei mir? Ich gebe zu, wenn ein Hammer in meiner Nähe ist, welcher an meiner Seite steht, fühle ich mich ein wenig sicherer." (Dhana)

„Auch wenn ich weiß, dass ihr eure kleinen Geheimnisse habt, Dhana, so vertraue ich euch uneingeschränkt. Was bei den anderen nicht der Fall ist. Außerdem sind wir nun gewissermaßen eingespielt, es wäre nicht sinnvoll und des Rätsels Lösung sicher noch weniger zuträglich, würden wir nun getrennt voneinander agieren, das ist meine Überzeugung. Zu guter Letzt habe ich euch gerne um mich.“ Scheinbar selbst etwas überrascht über seinen letzten Satz ließ er ein leicht verlegenes Lächeln folgen. „Aber kommt, lasst uns eilen, sonst brechen die anderen noch ohne uns auf.“

Wenig später traten Dhana und Borindrax in den Burghof und gingen festen Schrittes auf die anderen zu. Der Miene des Angroschim war Missbilligung zu entnehmen, er verkniff sich jedoch jedes Kommentar. (Borax)

Auf den unbeabsichtigten Kommentar des Zwergen, er hätte sie gerne um sich, wurde die junge Adelige tatsächlich rot auf den Wangen. Es war ihr nicht unangenehm, doch gewohnt war sie solche Worte wohl auch nicht. Auf dem Burghof schaute Dhana zuerst in den Himmel, es schien fast eine Gewohnheit zu sein. Trotz des langen und harten Tages schien sie noch immer voll Energie zu sein. Und selbst wenn der Grund, weshalb sie hier waren kein fröhlicher war, ihre Laune war nicht zu verderben. Als sie die Herzogmutter sah, knickste sie dieser artig zu und wandte sich dann aber an den Rest: "Schön, dass wir doch noch beieinander sind. Was sind denn die genauen Pläne, was gilt es zu untersuchen? Wurden denn bereits Gruppen eingeteilt?" (Dhana)

Kurz errötet Lioba bei Borax‘ missbilligendem Blick. Sie hatte sich von der Eile, in die sie geraten war, fast davontragen lassen – und das im wörtlichen Sinne. Doch da die beiden nicht explizit darauf Bezug nahmen, wollte sie nicht diejenige sein, die das zur Sprache brachte. Also straffte sie ein wenig ihre schlanke Gestalt und nickte ihnen mit einem kleinen Lächeln zu. Ihr Blick war dem Dhanas gefolgt und erst jetzt bemerkte sie die Herzoginmutter. Sie knickste ebenfalls und antwortete Dhana dann ernst: „Die Magistra wollte sich in Begleitung des Herrn von Rodenbrück dort im Park umsehen, wo jener merkwürdige Mann in den Büschen verschwunden war. Ich werde sie begleiten.“ (Maren)

Borax schwieg. Er hatte nicht das Bedürfnis etwas zu dem Beizutragen was die beiden Frauen redeten. Dhana würde alles Notwendige entscheiden für sie beide. Es war ein gutes Gefühl zumindest sie auf seiner Seite zu wissen. Ihr gegenseitiges Vertrauen machte es leichter diesem Druck standzuhalten. (Borax)

Aus dem Gang trat Hechgard auf den Platz und sah sich suchend mit zusammengekniffenen Augen um. Als er die Gruppe erkannte schritt er auf sie zu und mit einem freundlichen Nicken begrüßte er die Anwesenden „ Meine Damen meine Herren.“ (Hechgard)

Borax wendete sich kurz an den Spion. „Sagt Alfons, sind es Ermittlungen, die euch in die Tempel ziehen, oder welcher Art sind diese Besuche? Dass ihr in die Wehrhalle wolltet sagtet ihr ja bereits und dies kann ich auch nachvollziehen, aber was versprecht ihr von anderen Häusern der Zwölf? Da wir nicht mehr so viel Zeit haben, würde ich vermuten ihr folgt einer anderen Spur, liege ich da richtig?“ Wieder versuchte er deutlich in der Miene des Mannes zu lesen, um zu erfahren ob er die volle Wahrheit sagte. (Borax)

Dhana sah zu Borax und nickte innerlich, bevor sie sich ein wenig umsah. Heute Abend würde es hier sicherlich zu einem Chaos kommen, wenn man diesen Täter nicht fand. Doch was wusste man bis jetzt? Nicht viel. Nur ein Verdacht stand im Raum. Und Saria hatte sich gerade mit anderen auf den Weg gemacht. Sicherlich wäre es gut, Imma zu begleiten. Oder lieber Alfons? Sie seufzte leise. Das würde sie abhängig machen wollen von der Reaktion des Dieners. (Dhana)

Das Gesicht des Kaiserlichen Spions zu lesen war in etwas so einfach, wie mit einem Dolch Erz aus dem Fels graben zu wollen. Kein Zucken, kein Lachen, keine zusammengekniffenen Augen verrieten, was in Alfons vorging. Und doch konnte man fühlen, dass der Mann unter enormen Druck stand, einem Druck, dem er alles entgegensetzte, was dieser an Selbstbeherrschung aufbringen konnte. Er schien wie eine Stahlfeder, bis zum Zerreißen gespannt, und doch, noch hatte er sich unter Kontrolle. „Aus eurer Gruppe wurde mir eine Spur eröffnet, der ich nachgehe, das ist richtig.“ Kein Blick verriet, von wem er einen Hinweis erhalten hatte. Diskretion beherrschte er, das stand außer Frage.

Der Augenbrauen des Angroscho zogen sich zusammen und auch der Rest seines Gesichtes zeigte alles andere als freudige Erregung. Seine Stimme war jedoch ruhig und vor allem leise, wollte er doch auf dem Platz nicht für Aufruhr sorgen. „Von was für einer Spur redet ihr? Meint ihr mit ‚eurer Gruppe‘, diejenigen die bei der Flussgarde waren? Sprich ihr habt aus unseren Erkenntnissen Schlüsse gezogen, die über die unsrigen hinausgehen, oder meint ihr die gesamte Gruppe und ihr habt gar Indizien oder Hinweise die uns völlig fremd sind?“ (Borax)

Mit einem kühlen Blick betrachtete Alfons erst Borax, dann ließ er seinen Blick über die anderen schweifen. „Ich denke, ihr habt eins noch nicht begriffen. Ihr seid aufeinander angewiesen. Es wurden noch nicht alle Informationen an jeden weitergegeben, und auch eure Vorbehalte untereinander könnten durchaus schädlich sein. Ich gehe einer anderen Spur nach, die, keine Sorge, nicht von eurem Besuch bei der Flussgarde stammt. Und bevor ihr fragt, ich werde nicht prüfen, ob ihr untereinander alle wichtigen Fragen und Ergebnisse teilt oder nicht. Ich konzentriere mich auf meine Aufgabe und kann mich nicht noch um euch kümmern. Ich dachte, ihr wäret, nun, reifer im Umgang und ein wenig professioneller, darin scheine ich mich aber getäuscht zu haben. Hoffen wir, dass dies nicht Ihrer Hoheit das Leben kostet.“

Borax sah zu Boden, war wirklich getroffen von den Worten Alfons. Er machte den Mund auf, dieser schloss sich aber auch sogleich wieder. Als er aufsah war sein Blick traurig und resigniert, ein schwerer Seufzer folgte. „Ich weiß, dass ich über das Ziel hinaus schieße, wenn ich so nervös bin wie jetzt, so aufgebracht wegen dem Druck unter dem wir stehen. Und ich mag nicht ermessen wie schwer die Last ist, die auf euren Schultern lastet. Bitte, ich versuche doch nur sinnvoll mit der uns verbleibenden Zeit umzugehen. Ich wäre gern mit in die Akademie gegangen, aber die anderen sind ja schon gegangen. Dhana müsste mit mir gehen, allein würde ich nur schwerlich den Weg finden. Die Flussgarde ist nach meiner Meinung zumindest für mich eine Sackgasse. Imma wird durch die persönlichen Kontakte zu ihrem Bruder vielleicht noch etwas herausfinden, wir wohl eher nicht. Nur aus diesem Grund war ich so, nun ja, ich denke ich würdet penetrant sagen, oder einen noch anderen Ausdruck finden. Niemals dürft ihr aber denken ich würde ihre Hoheit willentlich in Gefahr bringen.“ Seine Lippen bildeten eine gerade Linie bevor er fortfuhr, er war sich unsicher ob er das folgende wirklich fragen sollte. Nein, er war im Allgemeinen verunsichert. „Wäre es in eurem Sinne wenn wir den anderen zur Akademie nacheilen Alfons?“ (Borax)

*

Als Alfons dies Worte sprach ging Hechgard kurz in sich, hatte er etwas vergessen, übersehen oder gar verschwiegen, was von Belang war. 'Es war Kurkis, das hatte ihre Quelle zugegeben, und es war an einen Mann, der der Bote ist, weitergereicht worden. Hm, wie kam aber dann jener Junge zu dem Gift, und das war was vielleicht Licht in die Angelegenheit geben konnte. Leider wären die Verhandlungen gestockt und nicht mehr erfahren herausgekommen und das Antidot hatte auch für sie beide die höhere Priorität gehabt. Aber dies alles hatte er erwähnt, auch das der Name Eisvogel in jenen Kreisen bekannt ist und dass der Tod des Oberst diese schon erreicht hatte. Nun warum keiner der anderen den Weg des Giftes nachgehen wollte, das verstand er einfach nicht. Denn irgendwie oder irgendwo musste der Knabe ja an das Gift gekommen sein, und wenn er als Bursche eines der Herren diente, wäre das schon ein wichtiger Fingerzeig, wer hier involviert sein konnte. Und bei den Göttern, den Eindruck wie verängstigt die Quelle war, sagte ihm, dass der, der das Kurkis hatte, bestimmt nicht so unbeholfen die Phiole zu verbrauchen, wieviel war denn in jener noch drin gewesen als der Junge sie fand. Und vermutlich hatte jener wohl noch eine Klinge, die damit bestrichen war, wenn ihm durch diese Wendung der Rest abhandengekommen ist. Aber ja diese typische nordmärker Mentalität mit Wissen zurückzuhalten war ein Ärgernis, und sie kostete ihm immer so viel Kraft und Energie, dabei hatte er festgestellt, dass er selbst nicht ganz offen und ehrlich gewesen war und nun vermuteten die andern noch mehr dahinter. Er nickte kurz dem Diener zu „Nun Alfons, ich für meinen Teil habe alles mitgeteilt, was ich mitteilen konnte, und wäre der Herr von Grundelsee hier, ich denke er würde mir beipflichten. Ich für meinen Teil würde gern versuchen herauszufinden, wie jener Knabe an das Gift kam, es wird ja wohl nicht einfach so auf der Straße gelegen haben. Vielleicht hatte er Verbindung zu einer Herrschaft hier am Hofe.“ (Hechgard)

Alfons deutete mit einem Kopfnicken in Immas Richtung: „Ich denke, Ihr solltet Euch mit der Dame von Schellenberg unterhalten. Sie könnte Eure Gedanken erhellen, da bin ich mir sicher.“

Nachdem sich Imma von Arlan und Borax von Alfons abgewandt hatte, lief der Zwerg zu der Isenhagerin, die zur Flussgarnison aufbrechen wollte. Er wendete sich mit vertrauensvoll ruhiger und leiser Stimme an Imma. „Ich möchte euch bitten, euren Bruder danach zu fragen, warum er bei der Erwähnung von Lioba von Bilgraten zur Graufurt, der Hauptfrau der zweiten Lanze rot geworden ist. Ich vermute die beiden haben ein Verhältnis, aber es war zumindest so auffällig, dass es mir aufgefallen ist. ([Borax)

Imma wurde rot und schaute den Zwerg irritiert an, sie antwortete so leise und bestimmt wie sie konnte: „Nun- NÄHMEN wir- rein HYPOTHETISCH- an ihr HÄTTET recht. Was die beiden VERMUTLICH in unangenehme Erklärungsnöte gegenüber ihren Vorgesetzten BRÄCHTE. Doch, erkenne ich nicht was ein solches Verhältnis mit unserer Sache zu tun HÄTTE.“ Wie konnte ihr Bruder nur so unvorsichtig sein! Ohja, sie war sich sicher Borax hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. Das sah ihrem Bruder ähnlich. (Imma)

Borax ließ sich nicht beirren, auch nicht durch aufgebrachte Worte. Er blieb ruhig und erwiderte sachlich. “Imma bitte, ich wollte euren Bruder nicht in Verruch bringen, deswegen spreche ich auch unter vier Augen mit euch. Keiner der Anderen weiß davon, das heißt, möglicherweise ist es Dhana auch aufgefallen. Ich will ihn nicht bezichtigen irgendetwas Unrechtes getan zu haben. Worum es mir geht ist die Möglichkeit, dass es sich nicht um eine romantische Anbandelung handelt, weswegen euer Bruder so verlegen wirkte. Nein, ist es nicht denkbar, dass er etwas weiß, ein Detail, was er uns aus Diskretion und Verbundenheit gegenüber der Hauptfrau und der Flussgarde aber verschweigt und das uns weiterhelfen könnte? Es muss nicht immer das eine sein, was einem die Schamesröte ins Gesicht treibt.” "Nun, ich danke für eure Diskretion, soweit, und bitte euch auch weiterhin über euren Verdacht zu schweigen." Sie bemühte sich ihn anzulächeln: "Doch glaubt mir, ich kenne meinen Bruder SEHR gut. Er wird zornig sein, dass ich in diese Sache hereingezogen wurde, da er sich sorgt. Doch wird er, so bin ich sicher, uns vollends unterstützen, wenn ich erst mit ihm gesprochen habe." (Imma)
“Ihr habt mein Wort Imma. Bitte, versucht zu ergründen, warum er rot wurde, um mehr geht es nicht. Was versprecht ihr euch weiter von dem Besuch? Mir fällt nicht mehr viel ein. Wir sollten jedoch zumindest eine weitere Ungereimtheit klären. Die Wache sprach von einem Absacker, den sie mit dem Toten getrunken hätte in der Nacht, da er starb, nachdem die Dirne gegangen war. Wir haben weder eine Flasche, noch Gläser oder Krüge gefunden. Auch gilt es meiner Meinung nach genau zu klären, was sie getrunken haben, vielleicht stoßen wir auf noch mehr Gift. Oder was meint ihr, was ist euer Antrieb zu Garde zu gehen?" Unausgesprochen, aber zwischen den Zeilen zu lesen war seine Frage danach, ob sie glaubte mehr aus ihrem Bruder heraus zu bekommen. (Borax)

"Ich denke, ihr begreift die Mentalität dieser Gardisten nicht recht. Auch ich bin fern davon sie zu verstehen, aber zumindest habe ich dank meines Bruders einen kleinen Einblick erhalten können. Wenn der uns rückhaltlos unterstützt, haben wir die Möglichkeit an Informationen zu kommen, die uns sonst versperrt wären. Und es sind einige Fragen offen, die wir so am schnellsten beantworten können." Sie schaute dem Zwerg in die Augen: "Und ich bitte euch, ihn nicht zu provozieren: Insbesondere die Sache mit der Hauptfrau. Solltet ihr das zur Sprache bringen, bin ich sicher, er wird uns eher noch behindern, als uns zu helfen. Ihr scheint ein Mann des offenen Wortes zu sein, doch bitte, haltet euch dort zurück: In der Garde wird dies allzu schnell für einen Angriff auf Ehre und Loyalität gehalten. Kein Gardist, und hegt er noch so große Zweifel oder Antipathien, wird Fremden, wie wir es sind, brisante Details offenbaren. Ich fürchte ihr müsst darauf vertrauen, dass ich meinen Bruder so gut kenne, dass ich das Äußerste an Kooperation herausholen kann." (Imma)

"Ich stimme euch zu, bei allen was ihr sagtet Imma. Dann redet bitte unter vier Augen mit ihm, dass wird das Beste sein. Euch wird er sich am ehesten öffnen. Und noch eines möchte ich sagen. Ich halte es für ratsam, dass ihr euren Bruder einweiht, was diese Geheimorganisation innerhalb der Wehrheimer Akademie angeht. Er muss wissen, dass der Tote ihr angehörte und dass sie Feinde des Reiches sind, er vielleicht abtrünnig war und deswegen sterben musste. Dass es vielleicht weitere Verräter gibt. Vielleicht ist dies ein Weckruf für ihn, etwas was ihn seine Loyalität der Flussgarde gegenüber zurückstellen lässt und ihn an seine Pflicht gegenüber dem Kaiserthron gemahnt." (Borax)

Imma runzelte die Stirn, soweit sie wusste, war es doch bisher nur ein Verdacht, dass der Tote dieser Organisation angehörte: "Ich dachte, es sei noch in keiner Weise sicher, dass der Tote dazu gehörte? Eigentlich gedachte ich, zunächst all unsere Verdachtsmomente abzuklären und danach neuerlichen Spuren zu folgen. Ihr könnt mich ja zumindest ein Stück des Wegs begleiten, dann können wir detailliert besprechen, ob mir noch Informationen fehlen, die ihr dort erfahren hattet." Sie wunderte sich ein wenig, dass er erst alles daran zu setzen schien, Informationen vor anderen zurückzuhalten um nun im hallenden Hof alles en Detail zu besprechen. (Imma)

„Ich wollte Saria ja gleich zur Rede stellen, wie ihr wisst. Wenn sie besagte Dirne ist, könnte sie sicher so Auskunft über die auf groteske Weise entfernte Tätowierung geben und so unseren Verdacht bestätigen. Aber hier hält sich ja niemand an Absprachen." Deutlich war seine Enttäuschung über die verstriche Chance einer Konfrontation mit der Maga herauszuhören. "Somit müssen wir mit dem arbeiten, was wir haben und ich will es improvisieren nennen. Stellt euch doch die Frage, ob es bei dem Ernst der Lage tatsächlich angebracht wäre diesen Fakt einfach außer Acht zu lassen, nur, weil wir keine stichhaltigen Beweise haben. Die Tatsachen gehen doch eindeutig in die von mir beschriebene Richtung, oder seid ihr nicht dieser Meinung?" (Borax)

"Nun, ich glaube eine präzise Absprache war kaum möglich. Einige der anderen waren gänzlich verwirrt, da wir entscheidende Details aus unserem Bericht weglassen mussten. Daher denke ich, ihr solltet niemandem einen Vorwurf machen." Seine Art war in der Tat direkt, SEHR direkt. In den Eisensteinen war ein rauer, gradliniger Ton die Regel, doch der Zwerg führte dies auf eine neue Ebene. Nun gut, wenn er es so wollte, würde sie sich seinem Ton anpassen: "Werter Borax." Sie seufzte ein wenig beleidigt auf: "Haltet ihr mich für einen dummen Trottel? Ich kann euch versichern, dass ich dies in den meisten Fällen NICHT bin! Ich bitte Euch lediglich um zwei Dinge: 1. Überlasst mir die Art und Weise, wie ich mit meinem Bruder und den Gardisten spreche. Und 2. Gebt uns die Zeit all unsere Verdachtsmomente zu prüfen. Eine falsche Verdächtigung führt zu falschen Schlüssen, und falsche Schlüsse zu falschen Reaktionen. Vergesst nicht, dass wir es mit den Schergen von Haffax zu tun haben. Mit Absolventen der Akademie der Strategie und Taktik. Menschen, die mit jeder Spur, die sie hinterlassen, womöglich zwei falsche auslegen. Ihr sagt: Wir haben keine Zeit für derlei Präzision? Ich sage: DOCH, denn, wir haben keine Zeit für Ineffizienz!" Bisher war sie stets freundlich und zuvorkommend gewesen. Doch nun klang ihre Stimme, obgleich sie den Ton nicht erhob, unnachgiebig und vielleicht auch ein wenig starrsinnig. (Imma)

Borax nickte und seine Miene zeigte Anerkennung. "Endlich! Sehr gut, jetzt kann ich euch guten Herzens das alles überlassen, ohne mir Vorwürfe machen zu müssen. Wir mögen in gewissen Punkten unsere Differenzen haben, aber ihr seid die, für die ich euch gehalten habe. Verzeiht, meine Art mag seltsam für euch sein, aber mir sind Menschen trotz meiner Jahre oft noch fremd. Ich versuche nur euch besser zu verstehen und um die Motive eines Menschen zu erfahren muss man sie reizen, jedenfalls ist das meine Taktik." Ein Grinsen stahl sich in sein Gesicht. (Borax)

Imma blieb der Mund offenstehen: "Haltet ihr euer Verhalten für amüsant?" Ihre Stirn zeigte nun Furchen: "Wir haben keine Zeit für solche Kinderreihen! Eure "Menschen-reizen" Strategie, hat womöglich viel Schaden angerichtet!" Sie drehte sich auf dem Absatz um und marschierte los. Was hatte der Zwerg nur damit bezweckt? Es brauchte viel die junge Frau aus der Fassung zu bringen, doch der Zwerg hatte es geschafft. Sie lief nun alleine los zur Flussgarde, wer auch immer sie begleiten wollte, dem wäre es ein Leichtes sie einzuholen, doch brauchte sie einen Moment für sich. Dieser arrogante Zwerg! Ohja, sie brauchte einige Augenblicke, um sich zu sammeln und zu sich zu finden. Nach wenigen Schritten erinnerte sie sich daran, dass sie nicht alleine gehen durfte, also drehte sie sich um und lief zurück in den Hof und wandte sich an Hechgard: „Werter Herr von Hetzenberg, würdet ihr mich zur Flussgarde begleiten?“ (Imma)

Hechgard, der gerade ansetzte sich ebenfalls in Richtung Stadt zu bewegen, schreckte auf: „Wie meinen werte Dame?? Zur Flussgarde? Nun wie ich vorhin erwähnte, die Sache mit jenem Jungen sehe ich als wichtigen Fingerzeig an, nun, wenn dazu auch noch Zeit wäre, würde ich euch begleiten, ansonsten müsste ich mit Bedauern euer Ersuchen ablehnen.“ (Hechgard)

Irritiert blickte sie Hechgard an und sagte noch bevor der sich an den Spion wenden konnte: „Nun, wenn ihr mich begleitet, dann werde ich euch ein letztes Mal ALLE Details dazu nennen und unsere Wege sind ohnehin zunächst dieselben! Es wäre nicht zum Nachteil eurer Mission, wenn ihr euch mir zunächst anschließen würdet!“ Sie hoffte inständig, er würde begreifen, dass sie ihm die herbeigesehnten Informationen geben würde, wenn sie endlich alleine wären.

Mit einem kurzen Runzeln in den Augen sah Hechgard die junge Dame an. 'Hatte er etwas übersehen? Er verfluchte seine Sehschwäche, die ihm das Lesen so sehr erschwerte. Aber da gab es wohl etwas, was bisher -wie er es gefühlt hatte- im Raum stand. Ein Hinweis, der mehr Licht in die Angelegenheit bringen konnte. Mit einer höfischen Verbeugung vor der Dame und in einem Plauderton, der aber auch etwas weiter drang als normal „Nun werte Dame, natürlich ist es mir eine besondere Ehre euch zu begleiten und euch zu beraten, wenn ihr noch etwas für diesen Ball benötigt.“ Mit einer galanten Geste bietet er der Dame den Arm an. (Hechgard)

Imma ergriff ihn und schritt mit ihm durch das Tor in die Straßen Elenvinas. „Wenn es euch nichts ausmacht, könnten wir ein etwas langsameres Tempo vorlegen. Ich – nun- ich bin im Moment nicht allzu gut zu Fuß.“ Sie wurde rot und lächelte ihn an. „Ich bemühe mich nun euch in Kürze alles zu erklären, was wir vorhin zurückhalten mussten. Dafür möchte ich mich bei Euch entschuldigen: Zu dem Gift können wir folgendes sagen: * Kurz vor dem Tod des Oberst war eine Dirne bei ihm * Die wachhabenden Gardisten erzählten sie habe sauberer gerochen als üblich * Kurz nachdem die Dirne die Flussgarde verließ, beobachtete ein Zeuge eine ebensolche am Markt. * Sie versteckte sich vor der Stadtgarde und kleidete sich um- in eine Robe mit Stab, also könnte es eine Magierin gewesen sein. Der Zeuge beschrieb sie als groß, schlank und-nun-äh- gut gebaut. * Dann verschwand sie, ließ aber ihr Dirnengewand und eine Phiole mit Gift zurück * Später am Morgen kam eine Mutter mit Kind zum Markt. Durch Zufall fand das Kind diese Phiole und trank davon, es starb direkt Wir haben nun zwei Möglichkeiten dies zu interpretieren: * alle Zeugen sagen die Wahrheit, dann ist es wahrscheinlich, dass eine Magierin involviert ist, und da unsere Freunde in der Kammer des Opfers ein schwarz-blaues Haar gefunden haben, fiel unser Verdacht auf Saria. Daher auch unser Widerwille offen zu sprechen. * Die andere Möglichkeit ist aber, dass die Zeugen zumindest zum Teil lügen und uns in die Irre leiten sollen. Deshalb begrüße ich, dass ihr dies in die Hand nehmt. Ich zeige euch auf dem Weg zu meinem Bruder meinen Zeugen. Womöglich ist der ja euer Laufbursche. Dann könnt ihr noch zu der Adresse der Mutter des toten Kindes gehen und überprüfen ob sie die Wahrheit sagte. Mein Vorschlag ist der, ihr kommt zur Flussgarde, wenn ihr mit ihm gesprochen habt. Wir können dann von dort den Weg des Giftes weiterverfolgen und auch noch zu der Adresse der Mutter des toten Kindes gehen, wenn ihr dann noch darauf bestehen solltet.“ (Imma)

*

Borax atmete schwer und gezogen aus und schüttelte resignierend den Kopf. “Ich versteh sie so wenig, werde ich das je zustande bringen?” Er hatte zu sich selbst gesprochen, jedoch nicht so leise, dass Dhana dies nicht auch vernommen hatte. Dann sah der Angroscho erst Imma hinterher und machte als Reaktion eine auffordernde Geste in Dhanas Richtung. “Folgen wir den anderen Richtung Akademie, Blume des Mhanadi?” (Borax)

Dhana schreckte aus ihrem Tagtraum hoch, als sie so direkt angesprochen wurde. Wo sie in den letzten Minuten war, das konnte man nicht erraten. Doch ihrem Lächeln nach an einem viel ruhigeren und gemütlicheren Ort. Sie wurde leicht rot, als sie zu Borax sah und nickte nur: "Entschuldige... ich... hab mich etwas gehen lassen... ja, lass uns mit Imma gehen." sie kratzte sich verlegen am Hinterkopf, sah aber noch Alfons hinterher. (Dhana)

-- CatrinGrunewald - 10 Mar 2019

Topic revision: r1 - 10 Mar 2019 - 17:17:02 - CatrinGrunewald
 

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